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Coverstory: MARTIN KAYMER KAYMER KRITISCH
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Schluss mit sinnlosen Übungen 13.05.2016

Keine Zauberei: Das Geheimnis langer Drives liegt darin, den Ball in der Aufwärtsbewegung zu treffen.
Probieren Sie bei Ihren Drives einfach verschiedene Schwungvarianten aus, um zu sehen, welche Extreme der Ballflug in Sachen Rechts- und Linkskurve annehmen kann.
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Schluss mit sinnlosen Übungen auf der Driving Range! So finden Sie die richtigen Wege, um Ihr Spiel auf ein neues Level zu bringen. 

Viele ambitionierte Golfer, die ihr Spiel wirklich verbessern wollen, fragen sich oft, wie sie ihre zur Verfügung stehende Trainingszeit am effektivsten nutzen können. Leider endet die Suche nach einem effizienten Trainingsinhalt allerdings häufig in doch sinnlosem Üben der Schwungtechnik – ohne wirklich ein definiertes Ziel vor Augen zu haben, das ihr Golfspiel schlussendlich voranbringen könnte. Wie findet man also heraus, was man persönlich trainieren kann, um die – meist doch eher geringe – wöchentliche Trainingszeit zumindest so gut wie möglich auszunutzen? 

Zuerst sollte man wissen: Golf ist ein Aufgabensport. Jeder einzelne Schlag auf dem Golfplatz ist eine eigene Aufgabe in sich. Je mehr Aufgaben man lösen kann bzw. je mehr Lösungswege man für eine bestimmte Aufgabe zur Auswahl hat, desto konstanter wird man spielen – und desto weniger Schläge wird man auf dem Golfplatz benötigen. 

Beginnen wir mit dem vielleicht wichtigsten Kompetenzbereich, dem Drive: Für die Drive-Leistung ist es wichtig, möglichst weit schlagen zu können, allerdings aber auch, viele Fairways treffen zu können. Einfache und schnell durchzuführende Leistungstests zeigen jedem Golfer individuell, ob seine Fähigkeiten in einem Bereich stark genug ausgeprägt sind, um ausreichend gute Ergebnisse erzielen zu können. In den meisten Fällen kann man diese Tests sogar ganz gut während einer Runde auf dem Platz durchführen. 

Leistungstest: Schlaglänge

Ein 18 Loch-Platz hat meistens 14 Löcher, auf denen man den Driver zum Abschlag nutzen kann. Überlegen Sie doch mal, auf wie vielen Löchern Sie eine echte Chance haben, das Grün in Regulation, also mit dem zweiten Schlag auf einem Par 4 und mit dem dritten Schlag auf einem Par 5, zu erreichen. Hierbei geht es nicht so sehr darum, ob das Grün wirklich getroffen wird, sondern viel mehr darum, ob Ihr Drive lang genug ist, damit Sie mit dem zweiten bzw. dritten Schlag überhaupt eine reelle Chance haben, das Grün zu treffen oder überhaupt erreichen zu können. Sollte dies nicht der Fall sein, dann brauchen Sie ein wenig Hilfe in Sachen Schwunggeschwindigkeit. Und erhöhen wir die Schlaglänge mit dem Driver, dann wird sich das sicherlich auch auf die anderen Schläge auswirken.

Übung: Schlaglänge

Das Geheimnis langer Drives liegt darin, Kontrolle über den Abflugwinkel und somit die Flughöhe des Balles sowie den Spin, der auf den Ballflug einwirkt, zu haben. Ein hoher Abflugwinkel und wenig Backspin ergeben maximale Fluglänge. Um beides zu erreichen, muss der Ball so hoch aufgeteet werden, dass er in der Aufwärtsbewegung des Schlägers getroffen werden kann. Das wird auch dadurch unterstützt, dass der Ball weit vorne im Stand platziert, die Wirbelsäule in der Ansprechposition nach rechts geneigt wird und der Körperschwerpunkt im Durchschwung „hinter dem  Ball“ bleibt, sodass der tiefste Punkt des Schwungs vor dem Ball ist.

Leistungstest: Fairway-Treffer

Auch dieser Leistungstest lässt sich sehr gut auf dem Platz durchführen. Zählen Sie, wie viele von 14 Fairways Sie treffen können. Führen Sie diesen Test mindestens drei Mal durch, um ein aussagekräftiges Durchschnittsergebnis zu erhalten. Verfehlen Sie aufgrund von mangelnder Richtungsgenauigkeit zu viele Fairways? Dann wird es Zeit, hierüber mehr Kontrolle zu erlangen!

Übung: Fairwaytreffer

Mangelnde Richtungsgenauigkeit bzw. ungewollte Flugkurven haben ihren Ursprung in zwei unterschiedlichen Einflüssen. Einerseits ist die Schlagflächenstellung für die Startrichtung des Balles verantwortlich, andererseits die Schwungrichtung für die Kurve des Balles in der Luft. In den meisten Fällen sind Differenzen in der Schlagflächenstellung beim Treffen des Balles verantwortlich dafür, dass die Schwungrichtung unbewusst beeinflusst wird, und deshalb eine (unerwünschte) Kurve in der Luft entsteht. Um zu lernen und zu erfahren, wie sehr die Schlagflächenstellung die Richtungsgenauigkeit beeinflusst und ob dadurch mehr Fairways getroffen werden, variieren Sie ganz bewusst die Ausrichtung der Schlagfläche in der Ansprechposition. Kämpfen Sie mit zu viel Slice, schließen Sie die Schlagfläche doch mal unterschiedlich viel. Kämpfen Sie mit zu viel Hook, machen Sie genau das Gegenteil und öffnen die Schlagfläche. Und üben Sie ruhig in Extremen! Ändern Sie ganz bewusst richtig viel, bis das gewünschte Ergebnis eintritt bzw. bis der Ballflug Stück für Stück gerader wird. 

Nicht vergessen: Einen sicheren und wiederholbaren Drive zu haben, ist der erste Schritt zu besserem Golf! 

Wiederholen Sie beide Leistungstests in regelmäßigen Abständen! Nicht nur, um sicherer zu werden und mehr Praxis darin zu erhalten, sondern auch um zu kontrollieren, ob Ihre Leistung längerfristig wirklich besser wird.


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