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Meisterwerk aus Meisterhand 02.10.2018

Bahn 7 des Pont Royal: Wunderbarer Blick auf die Landschaft der Provence mit dem Luberon-Gebirge im Hintergrund
Bahn 7 des Pont Royal: Wunderbarer Blick auf die Landschaft der Provence mit dem Luberon-Gebirge im Hintergrund
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Tolle Weine, exquisite Küche und atemberaubende Natur: Eine Reise in die Provence lohnt sich aus mehreren Gründen. Golflegende Seve Ballesteros fügte 1992 einen weiteren hinzu.


Die Provence ist nicht zufällig eine der beliebtesten Urlaubsadressen in Europa. Die Region im Südosten Frankreichs bietet Strände und Gebirge, sehenswerte Städte und Naturdenkmäler, Weltklasse-Weine und Spitzenkulinarik. Das mediterrane Klima tut sein Übriges. Diese einzigartige Kombination weckt Lebensfreude, Entspannung, Dolce Vita. 

Auch Severiano Ballesteros fühlte sich hier wohl. Sein Weg führte den spanischen Major-Sieger Mitte der Achtzigerjahre jedoch nicht in die schmucken Städte an der Côte d’Azur. Der Künstler des kurzen Spiels besuchte die Gemeinde Mallemort, rund 60 Kilometer nördlich von Marseille. Der Anlass seines Besuches war ein Bauprojekt, das ihn reizte. 

Vier Jahre Planung und zweieinhalb Jahre Bauzeit später war die Provence um einen weiteren Schatz reicher: den ersten und letztlich einzigen von Seve Ballesteros gestalteten Golfplatz in Frankreich. Das Design aus der Feder des Spaniers umfasst 18 Spielbahnen, die sich der natürlichen Topografie des Geländes anpassen. Das hügelige Areal war früher unter anderem ein Jagdrevier von René dem Ersten von Anjou, einem deutschen Reichsfürsten. 

Er wird schon im 15. Jahrhundert den Blick auf die malerische Naturlandschaft genossen haben, als er sich durch die bergigen Kiefernwälder und Garrigue-Sträucher die Hügel hinauf geschlagen hatte. Sowohl die Kiefern als auch die Garrigue-Sträucher und natürlich die traumhaften Ausblicke haben bis heute auf dem 6.327 Meter (von den schwarzen Tees) langen Par-72-Kurs Bestand. An vielen Stellen bringt das Layout von Ballesteros die natürlichen, heimischen Gewächse bewusst ins Spiel. Wie zum Beispiel auf Bahn 7, einem der beiden Signature Holes des Platzes: Betritt man den Abschlag, packt einen zu allererst die wunderschöne Aussicht auf das Luberon-Gebirge. Der Kulisse kann man sich beim Blick auf das Grün, das sich am Ende des gewaltigen Doglegs befindet, nicht entziehen. 

Will man hier beim Abschlag abkürzen, benötigt man einen ordentlichen Hieb über eine mit Kiefern und Garrigue bewaldete Schlucht, um dann entweder das schmale Fairway zu treffen, oder im Bunker zu landen. Gemütlicher spielt sich das Loch, wenn man den Knick der Bahn mitnimmt. So oder so bleibt einem die wunderschöne Naturkulisse, die sich beim Gang in Richtung Grün im Hintergrund eröffnet. 

RAFFINIERT, SPEKTAKULÄR
Nahezu alle Bahnen des Golf International Pont Royal sind außergewöhnlich raffiniert gestaltet, woran man die Handschrift des für seine improvisationsreiche und spektakuläre Spielweise berühmten Spaniers erkennt. Spektakel bietet auf dem Platz in Pont Royal auch das zweite Signature Hole, die Bahn 11: Ein Par 3, 190 Meter (von den schwarzen Tees) bis zum Grün. Zwischen Teebox und Grün befindet sich eine tiefe Schlucht mit Bäumen und Sträuchern. Schafft man es darüber, ist der Platz vor dem Grün minimal, sodass man nahezu Carry ins Grün schlagen muss, um nicht im Gestrüpp zu landen. Nicht nur für den Durchschnittsamateur eine Herausforderung. 

Betrachtet man die gesamten 18 Bahnen, ist es Ballesteros gelungen, Golfer jedes Niveaus vor anspruchsvolle, aber niemals unfaire Aufgaben zu stellen. „Ich habe sehr viele Golfplätze auf der Welt gesehen, gute und nicht so gute. Für meine Platzdesigns picke ich mir das Beste davon heraus und kombiniere es“, sagte Ballesteros in einem Interview während der Eröffnung von Pont Royal am 28. September 1992. Einer der wichtigsten Faktoren für ihn sei es, die Natur des Geländes beizubehalten, keine künstliche Anlage zu bauen. 

Nimmt man ihn beim Wort, muss man anerkennen, dass dem gewitzten Spanier mit Pont Royal ein Meisterwerk seiner Idee von Golfplatzdesign gelungen ist. Ein Werk, das sich nirgendwo besser einfügen würde als in der Provence. 


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