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Modetrend Differenzierung 31.10.2016

Schlägerentwicklung 2016: Eine Marktanalyse
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Das Golfjahr 2016 aus Sicht eines Materialjunkies. Eine Marktanalyse.

Dieses Jahr war gekennzeichnet von einigen sehr spannenden Dingen, die im Bereich der Schlägerentwicklung passiert sind. Der übergeordnete Begriff für die sich abzeichnenden Trends im Materialbereich könnte „Differenzierung“ sein.

Was verbirgt sich dahinter? Die meisten Hersteller gehen dazu über, ihre Produkte klarer voneinander abzugrenzen, um eine eindeutige Marktpositionierung zu erreichen. Einem Fitter soll so die Arbeit leichter gemacht werden, wenn von vornherein klar ist, für welchen Spielertyp ein entsprechendes Produkt passen soll. Das bedeutet im Umkehrschluss nicht, dass man im Rahmen eines Fittings nach Schema „F“ vorgehen soll, denn es passiert immer wieder, dass ein theoretisch perfektes Produkt für einen speziellen Spieler überhaupt nicht funktioniert und ein eigentlich ungeeignetes Produkt hervorragende performed.

Botschaft

Von der reinen Schlägerphysik her am interessantesten waren sicher die Diskussionen über das Thema „SubZero“, um einen Begriff von Callaway zu nutzen. Was verbirgt sich dahinter? Dieses Jahr ist es einigen wenigen Herstellern zum ersten Mal gelungen, den Masseschwerpunkt eines Drivers unter die neutrale Achse des Designs zu verschieben. Die Werbebotschaft „Masse hinten und tief unten“ hören und lesen wir ja schon seit etlichen Jahren, wenn es um die Driverthemen „Höher-Schneller-Weiter-Gerader“ geht.

Doch betrachtet man die Designdaten aller Drivermodelle, die diese Attribute für sich in Anspruch genommen haben, so stellt man fest, dass deren Center of Gravity bislang immer oberhalb der Mittelachse des Driverkopfes angesiedelt war. Erst in diesem Jahr ist es insgesamt drei Herstellern gelungen, das zu ändern.

Beispiele

Die folgenden Drivermodelle haben diese interessante Eigenschaft: Taylor Made M1 430 (bei fast allen Gewichtsoptionen – Ausnahme die Variante FADE/BACK), Cobra F6+ (Gewichtskonfiguration Mitte und Front), Cobra King LTD und LTD Pro sowie Callaway mit dem Modell XR Pro Subzero.

Welche Auswirkungen hat nun die Platzierung des CoG unterhalb der Mittelachse? In erster Linie mal einen etwas höheren Ballstart. Wird das CoG dann noch relativ weit nach vorne verschoben, entstehen auch noch sehr niedrige Spinraten. Allerdings werden diese Driver dann auch absolute Zicken, die oft ähnlich leicht aus der Ruhe zu bringen sind wie ein Giovanni Trapattoni in seiner berühmten „Flasche leer“-PK. Doch für einige Spieler sind diese Produkte absolut perfekt – aber eben nur für einige.

Vorsicht

Im Bereich der Schäfte ist auch viel Interessantes in diesem Jahr passiert. Vor allem True Temper mit seiner Schaftmarke Project X hat im Graphit-Bereich auf der PGA Tour den Vogel abgeschossen. Die HZRDUS-Reihe hat sich innerhalb kürzester Zeit zu einem der absolut heißesten Schäfte im Markt entwickelt und kommt in der nächsten Saison dann auch bei einigen größeren Schlägerherstellern in deren Produkte.

Allerdings sollte man hier genauer hinschauen. Es gibt zwei Produktionen für diese Schäfte. Die Massenware kommt aus China und das richtig gute Zeug wird in San Diego handgefertigt und genauer kontrolliert. Welche Modellreihe die Pros bevorzugt verbaut bekommen, ist nicht schwer zu erraten. 

Etabliert

Im Eisenbereich haben sich die Modelle mit eingesetzten Schlagflächen endgültig etabliert. Fast alle Hersteller setzen inzwischen auf dieses Designkonzept, wenn es darum geht, höhere Ballgeschwindigkeiten kombiniert mit höherer Konstanz derselben auf der Schlagfläche zu kombinieren. Puristen stören sich nachvollziehbarerweise am Klang dieser Eisen, doch auch für sie könnte es zukünftig eine interessante Option im Markt geben – vorausgesetzt, das eigene Bankkonto ist gut gefüllt. 

In den letzten Tagen haben wir schon einen Teil der neuen Produkte für unsere Fittingcarts bekommen und wir können schon jetzt sagen, dass die Zahl der guten Produkte, die sich sehr gut an den jeweiligen Spieler anpassen lassen, sehr groß sein wird. Aus Sicht des Materialjunkies können wir nur sagen: Wir freuen uns auf 2017.


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