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Coverstory: PHIL MICKELSON DER STRAHLEMANN
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Noch kein Härtetest in Erin Hills 16.06.2017

Rickie Fowler
Rickie Fowler hatte keine Schwierigkeiten in Erin Hills
Rory McIlroy
Rory McIlroy kam in Erin Hills böse unter die Räder
Dustin Johnson
Dustin Johnson kam immer wieder in Schwierigkeiten
Martin Kaymer
Martin Kaymer lieferte eine passable Auftaktrunde ab
Stephan Jäger
Stephan Jäger überzeugte bei seinem U.S. Open-Debüt
Bernd Wieberger
Bernd Wieberger ist geteilter 11.
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Niedrigste Auftaktrunde einer U.S. Open aller Zeiten. Newcomer-Kurs Erin Hill stellt für die besten Golfer der Welt eine echte Herausforderung dar, viele andere Spieler hingegen haben weniger Probleme. Titelverteidiger Dustin Johnson ist geteilter 102. mit zehn Schlägen Rückstand auf Rickie Fowler. Deutsche Spieler gelingt passabler Start.

117. U.S. Open: 1. Runde
Ort: Erin Hill, Erin, Wisconsin
Titelverteidiger: Dustin Johnson
Spitzenreiter: Rickie Fowler (65)
Deutsche Teilnehmer: Martin Kaymer (72), Stephan Jäger (71)


Erin, Wisconsin – Betrachtet man nur die Ergebnisse der sechs besten Spieler der Welt, – Dustin Johnson (75), Rory McIlroy (78), Jason Day (79), Hideki Matsuyama (74), Jordan Spieth (73) und Henrik Stenson (74) – , könnte man den Eindruck gewinnen, diese 117. U.S. Open sei genau der Härtetest, den man von dieser Veranstaltung gewohnt ist. Insgesamt 21 Schläge über Par liegt das Sextett, welches aktuell die Positionen Eins bis Sechs in der Weltrangliste besetzt. Allerdings war ein Großteil der 156 Teilnehmer deutlich erfolgreicher, weshalb es so aussieht, als würde ein Großteil dieser klangvollen Namen schon am Freitagabend in den Privatjet steigen und nach Hause fliegen müssen.

"Es ist immer schön, Teil der Golfgeschichte zu sein", freute sich hingegen Rickie Fowler über seine 65. Eine Runde, die beweist, wie gut die Scorer-Bedingungen in Erin Hills am Donnerstag wirklich waren. Jedoch weiß Rickie auch, dass die großen Geschichten einer U.S. Open eben erst am Sonntag geschrieben werden. Fowler war der Beste der sage und schreibe 43 Spieler, die in der ersten Runde unter Par bleiben konnten. "Man erlebt nicht so oft eine derart stressfreie Runde bei einer U.S. Open", fasste der Führende seine fehlerfreie Runde zusammen. Andere Spieler ließen schon ein wenig deutlichere Kritik an Erin Hills durchscheinen.

"Fühlt sich nicht an wie eine U.S. Open", war die Meinung des Australiers Marc Leishman. "Ich hatte fast ein schlechtes Gewissen, so viele Birdies spielen zu können", scherzte Brandt Snedeker. "Es fühlt sich an wie irgendein Event auf der Tour. Man brauchte Birdies, keine Pars", meinte Charley Hoffman.

Doch was sind die Gründe dafür, dass selbst Spieler wie Dru Love IV (71), der Sohn von Davis Love III bei seinem ersten Turnier als Profigolfer ungeschoren davon kam. Vor allem fehlte der Wind. Erin Hills zeigt erst bei einer ordentlichen Brise seine Zähne. Am Donnerstag wehte jedoch nur ein laues Lüftchen. Da USGA Executive Director Mike Davis jedoch mit Wind gerechnet hatte, ließ er die Fairways extrem weit ausmähen. So breit, dass man drei Fairways einer klassischen U.S. Open-Austragungsstätte wie bspw. Winged Foot nebeneinander darauf hätte unterbringen können. Die Spieler bedankten sich und griffen nach Herzenslust nach dem Driver. "Es gab keine Zurückhaltung, keine Ängste, die man herunterschlucken musste", sagte Brandt Snedeker. "Hoch aufgeteet und mit allem was man hatte auf den Ball gedroschen, lautete die Devise."

Auch die Grüns wurden durch die Regenfälle aufgeweicht. Sie waren schnell, aber nicht brutal, zudem hielten die Bälle die Spur absolut perfekt, was dazu führte, dass reihenweise Birdieputts gelocht wurden.

"Ich denke, heute hat die USGA noch experimentiert", sagte Tommy Fleetwood aus England, der mit einer 67 auf dem geteilten vierten Platz rangiert. "Sie wollten uns nicht zu sehr verprügeln. Jetzt wissen sie, wie sich der Platz spielt. Nun werden sie die Daumenschrauben anziehen.

Auch Brandt Snedeker weiß, dass der Donnerstag nichts zu bedeuten hat: "Ich wäre geschockt, wenn man mit -7 die U.S. Open gewinnt." Er rechnet damit, dass alle Führenden noch gehörig Federn lassen werden. Die USGA wird die schwierigsten Fahnen stecken, das Rough wird weiter wachsen und die Abschläge werden so weit nach hinten wandern, dass manche Bahn vom Birdie-Lieferanten zum Bogey-Monster mutieren wird. Und für den Sonntag wird deutlich mehr Wind vorhergesagt. Fehlerfreies Golf wie die Runde von Fowler wird dann kaum noch möglich sein. Dann geht es nur noch darum, Par zu retten.

Martin Kaymer musste am ersten Tag schon früh am Morgen auf die Anlage. Ein Umstand, der nicht wirklich nach seinem Geschmack war: "Ich mag es lieber anders herum. So habe ich die U.S. Open 2014 gewonnen, spät am ersten Tag raus und früh am zweiten. Ich denke, der Platz spielt sich immer schwerer von Tag zu Tag. Wenn man am Donnerstag spät startet und am Freitag früh, hat man einen kleinen Vorteil. Aber diesmal könnte es anders sein, denn es regnet mehr als wir es von einer U.S. Open gewohnt sind."

Stephan Jäger lag nach zwei Bahnen schon zwei Schläge unter Par, verlor dann aber wieder an Boden, brachte jedoch eine achtbare 71 ins Clubhaus. Der Münchner befindet sich derzeit in Top-Form und gewann innerhalb von drei Wochen zwei Turniere auf der Web.com-Tour, was ihm seine Karte für die PGA Tour einbrachte.

Der Österreicher Bernd Wiesberger liegt mit 69 Schlägen auf dem geteilten 11. Rang.

Leaderboard:
Rickie Fowler (-7)
Paul Casey (-6)
Xander Schauffele (-6)
Tommy Fleetwood (-5)
Brian Harmann (-5)
Brooks Koepka (-5)


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