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Coverstory: BROOKS KOEPKA MISTER ZUFALL
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Phil's Wohnzimmer 28.01.2015

Perfekte Voraussetzungen, rund einen Kilometer vom Headquarter entfernt: Mega-Driving-Range samt Indoor-Facilities
Der Fitting-Room: High-Speed-Kameras tracken jede Facette des Schwungs
High-Tech im Ely Callaway Performance Center: Produkte-Tests mit dem Schwungroboter
Die Mutter aller Fitting-Center: Das Ely Callaway Performance Center
Der Mann, dem die Pros vertrauen: Nick Arther, Callaway Golf Chef-Fitter
Hochpräziser Mitarbeiter: Härtetests mithilfe des Schwungroboters
Phil Mickelsons Bag: Voller Testputter
Im Eingangsbereich: Bilder von Ely Callaway
Vergoldet: Ein Putter für jeden Major-Sieg eines Callaway Golf-Vertragspielers
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Nur einen Kilometer entfernt vom Callaway Golf Headquarter in Carlsbad, Kalifornien, werden die Prototypen im Ely Callaway Performance Center getestet. Auch Phil Mickelson ist hier regelmäßiger Gast. Nick Arther hat wohl einen der begehrtesten Berufe in der Golfindustrie: Im Gegensatz zu seinen Kollegen, die im nur wenige Minuten entfernt gelegenen Headquarter von Callaway Golf, in der Rutherford Road 2180 in Carlsbad, Kalifornien, tagein, tagaus im Großraumbüro vor dem Computer oder an einer der unzähligen Maschinen in den Design- und Fertigungshallen ihrer Arbeit nachgehen, ist das tägliche Schaffen des Mittvierzigers so praxisnah, wie es nur sein kann: Im Ely Callaway Performance Center, 5860 Dryden Place, steht Arther in seiner Funktion als Chef-Fitter sozusagen an vorderster Front, wenn es darum geht, die Bedürfnisse der Callaway Golf-Vertragsspieler an ihr Equipment aufs Beste zu befriedigen. Allen voran Phil Mickelson, der nur wenige Minuten entfernt zu Hause ist und daher regelmäßig vorbeischaut – gerne auch mal unangemeldet. Sei es, um Nachbesserungen an seinem aktuellen Material vornehmen zu lassen, oder neue Prototypen auszuprobieren. So oder so: Nick Arther wird es „niemals langweilig“, wie er sagt, „niemals“! Fitting-Hochburg. Das nach dem 2001 verstorbenen Gründer von Callaway Golf benannte Ely Callaway Performance Center ist eines von weltweit insgesamt nur knapp über einem Dutzend seiner Art. Doch dieses, nur einen Steinwurf entfernt vom McClellan-Palomar Airport, einem Kleinflughafen vor allem für Privatjets, ist sozusagen die Mutter aller Callaway Golf Performance Center. Nur gefühlte vier Abbiegungen vom Headquarter entfernt werden hier die entwickelten Prototypen auf Herz und Nieren getestet – vorausgesetzt, keiner der Callaway Golf-Vertragsspieler hat sich für eine Visite angekündigt. Dann herrscht Ausnahmezustand. Auf den ersten Blick ist das Center eine Driving Range von beachtlicher Länge samt Haupthaus: Rund 100 Meter breit und geschätzt 350 Meter lang, besteht hier selbst für Tourpros keine Notwendigkeit, sich in irgendeiner Form in der Wucht ihrer Abschläge zurückzunehmen, was selbstredend eine unabdingbare Voraussetzung darstellt. Auf der linken Seite der Driving Range liegt ein großflächiges, zum Teil stark onduliertes Putting-Grün. Daneben befindet sich eine Chipping-Area samt Bunker und angrenzendem Grün. Direkt hinter dem Zaun zur Linken geht es steil bergab in einen der typischen Canyons, die die Region durchziehen. Wenn man das Haupttor passiert hat und der rund 100 Meter langen Zufahrtsstraße bis zu ihrem Ende folgt, dann endet man unweigerlich in einer Sackgasse bzw. einem Parkplatz. Es gibt an ihrem Ende nur dieses eine Gebäude, einen zweistöckigen Flachdachbau, in dessen unterem Bereich sich weitestgehend alles abspielt, was mit dem Bau, Fitten, Testen und Schlagen von Equipment zu tun hat. Wenn man das Center durch den Haupteingang betritt, kommt man zunächst an einen kleinen Check-in-Counter mit Vorraum. Überdimensionierte Bilder, die den Gründer Ely Callaway zeigen, zieren die Wände. Rechts geht es durch eine Glastür hinaus auf die Driving Range, links hinein ins Innere des Performance Centers. Nach einem kleinen Rundgang lässt sich das Gebäude grob in zwei Bereiche unterteilen: Den Test- und Performance-Bereich, der hin zur Driving Range ausgerichtet ist, und die Werkstätten und Lager in dem der Range abgewandten Teil des Gebäudes. Herzstück ist der Fitting-Raum, in dem mithilfe des eigens entwickelten Callaway Performance Analysis Systems (CPAS) alle Schwungdaten bis auf das 10.000stel (!) einer Sekunde aufgenommen und analysiert werden können. Dementsprechend ist der Raum gespickt mit High-Speed-Kameras, Monitoren und jeder Menge Schläger an den Wänden. Eine Tür weiter befindet sich der Putter-Room. Hier reihen sich Dutzende Odyssey-Putter entlang der Wände rund um ein künstliches Indoor-Putting-Green. Auf der linken Seite stechen Putter mit vergoldeten Köpfen ins Auge. „Die werden für jeden Major-Sieg eines Callaway-Vertragspielers angefertigt und hier eingelagert“, erklärt Nick. Noch einen Raum weiter wird es richtig spannend: Hier verrichtet ein Schwungroboter seine Arbeit, schlägt Bälle durch ein geöffnetes Rolltor hinaus auf die Range. Damit lassen sich vor allem Prototypen perfekt testen, da mit dem Roboter immer konstante Parameter erzielt werden können: Gleiche Schlägerkopfgeschwindigkeit im Treffmoment, gleicher Eintreffwinkel etc. Natürlich lässt sich damit auch optimal die Fehlerverzeihung eines Prototypen testen, indem beispielsweise bewusst Off-Center-Hits geschlagen und die Ergebnisse danach am Computer ausgewertet werden. Diese werden dann flugs ans nahegelegene Headquarter gesandt und weitere Optimierungen, wenn nötig, vorgenommen. Werkstatt. Auf der Rückseite des Gebäudes befinden sich die Werkstätten und Lagerräume. Hier sieht es aus wie bei Daniel Düsentrieb unterm Sofa: Regale und Schränke bis unter die Decke voller Schäfte, Schlägerköpfe, Griffe, Hosel. Überall stehen Maschinen zum Fräsen, Feilen, Schleifen und Kleben von Schläger-Komponenten. In einer Ecke befindet sich auch eines von Mickelsons Bags samt Inhalt – es handelt sich dabei um Putter verschiedenster Ausführung. „Er testet sie alle, das hier sind nur die, die nicht gleich von ihm aussortiert wurden“, so Nick. Einziger Wermutstropfen des Ausflugs ins Ely Callaway Performance Center an diesem sonnigen Donnerstag: Phil Mickelson kam nicht auf einen Sprung vorbei. Er wusste wohl, dass die schreibende Zunft vor Ort sein würde und er komme stets mit dem ausdrücklichen Ziel hierher, konzentriert zu arbeiten. Das wäre unter diesen Umständen wohl nicht möglich gewesen, wie man mir mitteilte. Insgeheim sehe ich das natürlich genauso: Phil hätte mich an diesem Tag ebenfalls enorm von der Arbeit abgehalten, es war ihm also absolut vergönnt... © GOLF TIME Verlag GmbH/MB


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