Poker Face 29.06.2010

Alvaro Quiros: Longhitter mit Glückssträhne
Setup: Solider, etwas breiterer Stand als die Schultern; rechte Schulter hängt tiefer als die linke (wie beim Driver gewünscht), um den Ball später in der Aufwärtsbewegung zu treffen; die Ballposition befindet sich links von der Körpermitte
Der Körper arbeitet bei der Ausholbewegung als eine Einheit; Alvaros linker Arm geht dabei relativ eng am Körper zurück; auch bewegt sich sein Körper überdurchschnittlich weit von der Mitte weg, was in seinem Fall jedoch positiv ist und zur Kraftaufladung der rechten Körperhälfte dient
Mit zunehmender Gewichtsverlagerung auf den rechten Fuß bewegt sich auch Alvaros Körper nach rechts; bemerkenswert, wie wenig er seine Hüften eindreht
Kurz vor dem höchsten Punkt des Backswings sind die Schultern bereits maximal gedreht, während die Hüfte sich nach wie vor nur minimal eingedreht hat; auch der Kopf befindet sich weit rechts von der ursprünglichen Position
Im Abschwung bewirken Alvaros sehr schnelle Hüften eine Verzögerung der Arme; dies hat einen enormen Peitscheneffekt zur Folge, der sich positiv auf die Länge auswirkt, gleichzeitig jedoch auch problematisch im Hinblick auf die Richtungs-Kontrolle ist
Erst im Treffmoment beginnt sich Alvaros rechte Ferse zu heben; er muss Raum für seinen Durchschwung schaffen; seine Hände releasen in Richtung Ziel, seinen Körper hat er nun voll in den Schwung gelegt; sein Kopf sieht nicht dem Ball hinterher
Nach dem Treffmoment beginnt Alvaro sich aufzurichten; seine schnellen Hüften zeigen bereits so gut wie vollständig in Richtung Ziel, die rechte Ferse hebt sich weiter und nun sieht auch der Kopf dem Ball hinterher
Finish: Elegant und solide trotz der zuvorgegangenen, enormen Kräfte, die auf den Körper gewirkt haben; die rechte Ferse hat sich nun vollständig aufgerichtet, die Gürtelschnalle zeigt sogar ein wenig links vom Ziel – eine Folge der enormen Kräfte, die nun aufgefangen werden müssen
Gute Körperwinkel, die Arme hängen etwas weiter vor dem Körper, um einen größeren Schwungradius und damit Power zu erlangen; hier ist auch gut zu sehen, dass Alvaros Füße nicht ganz parallel zur Ball-Ziellinie sind, der rechte ist leicht zurückgezogen
Zu Beginn des Rückschwungs arbeiten Hüfte, Arme, Hände und Schläger als eine Einheit, wobei sich der Schläger nicht ganz vor dem Brustbein befindet; gut erkennbar, wie Alvaro hier die Schlagfläche leicht geschlossen hält; er teet seinen Ball übrigens relativ niedrig auf, um einen möglichst flachen Abflugwinkel zu generieren
Alvaro führt den Driver sehr steil nach oben, was jedoch für einen Golfer seiner Größe nicht unbedingt untypisch ist bzw. schlecht sein muss
Im höchsten Punkt achtet Alvaro – nach eigener Aussage – bewusst darauf, seinen rechten Ellenbogen nicht zu nah am Körper zu führen; dadurch kann er einen größeren Schwungradius generieren und in Folge daraus mehr Länge
Im Downswing bleibt der rechte Ellenbogen weg vom Körper, auch wenn dies hier nicht ganz so gut zu erkennen ist; Alvaro senkt den Schläger auf eine flache Ebene; seine rechte Ferse befindet sich noch voll auf dem Boden
Treffmoment: Die gesamte aufgebaute Spannung entlädt sich nun mit voller Kraft; jetzt erst beginnt sich die rechte Ferse zu heben, um Raum für den Durchschwungs zu schaffen
Nach dem Treffmoment, so Alvaro, versucht er das Gefühl zu erlangen, als würde er mit seiner rechten Hand in Richtung Ziel greifen; er releast dabei seine Handgelenke vollständig, um den Kräften freien Lauf zu lassen; sein Kopf bleibt ziemlich konstant über der ursprünglichen Ballposition; seine rechte Ferse hebt sich weiter
Im Finish hat Alvaro sich nun vollständig aufgerichtet, ebenso seine rechte Ferse; ein Indiz der enormen Power ist sein linker Fuß, der sich – gegenüber seiner Stellung im Setup – etwas geöffnet hat
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Von Danny Wilde, 34, PGA G1 Professional, A-Trainer DGV/DOSB, LET Tour-Instructor von u.a. Maria Verchenova mit Stützpunkt im Münchener GC Thalkirchen/Strasslach. In dieser Folge widmen wir uns einem wahren Longhitter vom Abschlag, um genau zu sein, dem längsten aller Touren während der Saison 2009 und dem längsten auf der European Tour seit 2007, dem Jahr seines Wechsels: Alvaro Quiros. Mit durchschnittlich 314,5 Yards lag der Spanier 2009 unangefochten an Platz 1 der European Tour, ganze sieben Yards vor John Daly. Und auch die Kollegen der PGA Tour ließ der Spanier in der vergangenen Saison hinter sich. Aber Länge ist im Golfsport bekanntlich nicht viel Wert ohne Kontrolle. Dass Quiros diese beiden Komponenten erfolgreich zu verbinden weiß, bestätigen seine drei Siege auf der European Tour. Mit seinem letzten beim Qatar Masters 2009 sowie neun Top 20-Platzierungen knackte der 190 Meter große und 85 Kilogramm schwere Spanier erstmals die Top 30 in der Weltrangliste. Hier klicken für ausführlichen Bericht


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