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Coverstory: Masters Tournament WUNDER WOODS
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Schau genau! 12.02.2015

PGA Pro David Hearn inspiziert den Schaft seines Drivers: Wie steif darf’s denn sein?
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Die Suche nach dem passenden Schaft ist eine wichtige Angelegenheit – schließlich ist er für die Schlägerperformance verantwortlich. Wir leben in einer Zeit, in der die ganz großen Innovationen bei der Entwicklung von Schlägerköpfen immer seltener werden. Stattdessen rückt der Schaft deutlich stärker in den Mittelpunkt des Interesses, um zusammen mit den Schlägern eine Leistungsverbesserung erzielen zu können. Die Suche nach dem richtigen Stück Stahl oder Graphit ist allerdings von vielen Unwägbarkeiten gekennzeichnet und führt den Golfer während der Phase der Entscheidungsfindung oft ins Chaos und damit leider immer seltener zum optimalen Produkt – weil einfach die richtige Beratung fehlt. Wie also kommt man zum optimalen Schaft und zur damit bestmöglichen Performance der Kombination Schägerkopf/Schaft? Das erste, und damit in den meisten Fällen wesentliche Merkmal, ist das Gewicht des Schaftes. Jeder Spieler hat, zumindest unserer Erfah-rung nach, ein Wohlfühlgewicht. Von diesem perfekten Gewicht kann man ein wenig nach oben und nach unten abweichen und erhält immer noch ordentliche Daten/gute Schläge. Verlässt man diesen Wohlfühlbereich jedoch, dann leiden Trefferqualität und Schlagdistanz deutlich. Das nächste Auswahlkriterium ist die faktische Schafthärte. Leider gibt es im Golfbereich keine festgelegten, verbindlichen Normen, und beim Schaftflex macht sich dies sehr deutlich bemerkbar. Wir messen daher die Schafthärte in der Messeinheit „Cycles per Minute“ (cpm). Diese Angabe hilft zumindest eine erste Einschätzung vornehmen zu können. Nun kann es durchaus passieren, dass ein Schaft, der mit Regular (R-Flex) beschriftet ist, die gleiche Frequenz hat wie ein Schaft, auf dem Stiff oder Senior-Flex steht. Daher spielen für uns diese Bezeichnungen eine untergeordnete Rolle und wir betrachten eben die gemessenen Werte. Individualität. Eine erste Festlegung der „Wunschfrequenz“ erfolgt anhand der Schlägerkopfgeschwindigkeit des Spielers und dessen Schwunggestaltung (Art der Transition und Zeitpunkt des Releases). Es kann also durchaus passieren, dass Spieler mit gleicher Schwunggeschwindigkeit unterschiedliche Schafthärten bekommen, weil sie eben unterschiedlich schwingen bzw. schlagen. Das dritte Auswahlkriterium ist das sog. Schaftbiegeprofil. Vereinfacht sprechen die Hersteller hier von Kickpoint, wobei das leider irreführend ist, da es hierfür auch keine objektive Festlegung gibt. Grob gesagt gibt es Schäfte, die im Tipbereich eher weich sind, was einem niedrigen Kickpoint entsprechen würde. Diese Schäfte sorgen für einen etwas höheren Ballflug mit mehr Spin. Andere Schäfte sind in diesem Bereich eher hart (hoher Kickpoint), was zu einem flacheren Ballflug mit weniger Spin führt. Und eine dritte Gruppe (mittlerer Kickpoint) liegt eben zwischen diesen beiden Extremen, was zu einem mittelhohen Ballflug mit mittleren Spinraten führen kann. Interpretationssache. Anhand dieser Auswahl lässt sich schnell erkennen, dass es nicht sinnvoll ist, seinen eigenen Schaft nach Tourpräsenz auszusuchen. Denn der eigene Golfschwung hat oft nichts mit den Schwüngen der Pros zu tun, die dann wiederum auch nicht zwingend das Material spielen, das man anhand der Bilder im Fernsehen vermuten würde. Zu allem Überfluss sind die großen Touren dieser Welt auch noch die Hauptspielwiese für Prototypen, One-of-a-kind-Schäften für einen ganz bestimmten Spieler und ähnliche Sonderanfertigungen. Es bleibt damit nur der Weg zu einem kompetenten Fitter, der mit der Datenflut eines Trackmans oder eines Flightscopes zurechtkommt und die Informationen für Sie richtig interpretiert. Johannes Herbig, Jahrgang ‘61, ist Inhaber der Fitting-Schmiede Clubmate Golf in Pfungstadt sowie im Jordan Golfdom in Köln. Info: www.clubmategolf.com © GOLF TIME Verlag GmbH


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