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Coverstory: MARTIN KAYMER KAYMER KRITISCH
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Sergios Klauengriff 23.06.2017

Sergio Garcia
Garcia: Ich habe zum Klauengriff gewechselt, weil ich das Gefühl verloren hatte
Sergio Garcia
Perfekte Haltung: Beim Klauengriff sollten die Hände exakt auf dem Putterschaft platziert werden
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Erinnern wir uns an Garcias ersten Major-Sieg beim Masters in Augusta; wie er in überragender Manier das Par auf der 13 rettete, oder wie er mit dem Eisen acht auf Bahn 15 die Fahne traf. Genauso beeindruckend, jedoch weniger dramatisch, war die Art und Weise, wie der Spanier jeweils einlochte.

Auf seinem Weg zum ersten Major- Sieg lochte er einige schwierige Putts. Zum Beispiel den Zwei-Meter-Putt auf dem 18. Grün am Samstag, der ihm weiterhin die geteilte Führung bescherte. Diese fantastischen Putts unter Druck hat García nicht immer in seiner Karriere gezeigt.

Ein bedeutsamer Faktor für die gewonnene Stärke auf dem Grün war sein Griffwechsel. Anfang 2011 stellte er auf den sogenannten Klauengriff um. Wir haben uns diesen Griff genauer angeschaut. Sollten auch Sie auf dem Grün kämpfen, ist der Klauengriff sicherlich einen Versuch wert. Probieren Sie es aus.

Das sagt Garía selbst zum Griffwechsel

"Meine rechte Hand war beim Putt einfach zu dominant geworden. Der Klauengriff nimmt die rechte Hand für mich aus dem Spiel. Nun arbeite ich mehr mit einer Bewegung des linken Arms, was mich den Putter konstanter schwingen lässt. Das einzige Problem mit dem Klauengriff ist, dass mein rechter Arm weiter vom Körper entfernt ist als zuvor. Dadurch stimmt meine Ausrichtung ab und zu nicht. Deshalb trainiere ich das Putten regelmäßig auch mit einem normalen Griff. Dabei kann ich den rechten Ellenbogen an der Seite meines Körpers anlehnen. Zudem erinnere mich so daran, wie sich eine gute Ausrichtung anfühlt, wenn ich wieder auf den Klauengriff wechsle."

Die folgenden Faktoren spielen für den perfekten Klauengriff eine Rolle:

  1. Feste Führhand: Beim Klauengriff greift Garcías rechte, untere Hand den Schläger etwas lockerer. Dadurch kann sie den Putter nicht dominant nach hinten führen oder nach vorn drücken. Seine Führseite ist somit über Arm und Hand mit dem Schläger verbunden. Das gibt seinem führenden Handgelenk (dem linken) ein stabileres Gefühl und nimmt das Gelenk beim Schlag aus dem Spiel. Ein Schlüsselmoment.

  2. Die Daumenregel: Schauen Sie sich an, wo Garcías Daumen der linken Hand platziert ist. Er liegt gerade nach unten zeigend auf der Vorderseite des Griffs. Der Spieler bekommt dadurch das Gefühl, den Putter beim Schlag mit der Innenseite des Daumens zurückzuführen. Der Putter wird dabei fest gegen die Handfläche der linken Hand gedrückt, was die Bewegung weicher und stabiler macht.

  3. Die Handfläche steuert: In vielerlei Hinsicht ist Garcías Griff gar nicht so unorthodox. Sein Griff mit der linken Hand verlängert die Lebenslinie der Handinnenfläche, genau wie beim Standard-Overlap-Griff. Indem er den Griff aber etwas vertikaler in der Handfläche verlaufen lässt, verbindet er den Schaft stärker mit dem Unterarm – ebenfalls ein Schlüssel für eine stabilere Puttbewegung. Mehr Fingereinsatz würde zu mehr ungewollter Bewegung des Putterkopfes führen.

  4. Weniger Kampf: Das große Problem beim Putten ist für viele Golfer – auch für García –, dass sich beide Hände "bekämpfen". Der Klauengriff beendet diesen Kampf, weil er der unteren Hand den Einfluss nimmt. Sie unterstützt und führt den Putt, anstatt mit der oberen Hand um die Vormacht zu streiten. García platziert seinen rechten Zeigefinger direkt hinter den Putterschaft. Das hilft dabei, das rechte Handgelenk stabil zu halten und gibt dem Spieler das Gefühl, dass die Handfläche den Putter beim Putt nach vorne schiebt.


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