Kein Profi der Welt schlägt, ohne vorher ... 05.12.2017

Martina Eberl
Martina Eberl war jahrelang auf der Ladies European Tour erfolgreich
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"An der 14, da hau ich immer links ins Aus und an der 15 danach immer links in die Bäume ..." Kennen Sie diese Aussagen? Ich höre sie mehrmals in der Woche.

Meine erste Frage nach so einer Aussage ist: "Wirklich immer?" Ganz schnell relativiert sich die Meinung des Schülers in "na ja, nicht immer, aber oft“. So, da haben wir’s schon wieder – die meisten machen sich schlechter als sie wirklich sind. Warum nur? Vor ein paar Monaten habe ich konkret an-gefangen, im Coaching-Ursachen dafür zu finden, warum der Ball nach links fliegen könnte. Es könnte mentale Hintergründe haben, höchstwahrschein lich wird auf der falschen Seite des Abschlags aufgeteet, die Ausrichtung lässt zu wünschen übrig oder das Gehirn des Schülers denkt nur "jetzt nur nicht nach links, nur nicht links". Und zack, schon fliegt der Ball nach links – wie immer. Dass diese Faktoren höchstwahrscheinlich die Ursache sind, ist mir meist klar. Aber beweisen kann ich das nur schwer – mit einem Schüler auf der Range stehend. Seit ein paar Wochen lasse ich meine Schüler sich selbst coachen! Wie? Ganz einfach.

Folgende Aufgabe...

Ich stehe vor dir mit einem Koffer voller Geld - viel Geld. Lassen wir es 10.000 Euro sein. Dieses Geld bekommst Du, wenn Du den Ball mit einer geraden Ausrichtung (Ziel wird gewählt) stangengerade nach rechts schlagen kannst. Somit lass ich ihn dann mal nachdenken, den Schüler, der an zwei Löchern immer nach links schlägt. Es geht los: „Na ja, wenn ich jetzt flacher an den Ball komme, mehr nach rechts rausschwinge und mein Schlägerblatt kontrol liere, könnte es klappen.

" Tadaaaa, der nächste Ball startet nach rechts und bleibt dort. So, warum auch nicht so denken, an Bahnen, wo man ja immer nach links schlägt? Klar, der Ball ist jetzt rechts, aber was ich damit sagen möchte: Ab einem gewissen Schwungverständnis, einer Spielstärke o. Ä. kann man sich selbst coachen, indem man sich vor dem Schlag Befehle, Bilder, Vorstellungen gibt.

Wer sich an den Ball stellt und denkt, wenn er einfach draufhaut, fliegt der Ball genau dahin, wo er ihn haben will, dann ist das „hit and hope“. Das kann mal klappen, ist aber eine Wundertüte voller Überraschungen. 

Kein Profi dieser Welt schlägt einen Ball, ohne vorher ...

  • das Yardage und den Wind zu checken
  • sich einen Schlag zu überlegen 
  • am Abschlag die richtige Seite zu wählen 
  • sich richtig auszurichten 
  • und vor allem zu überlegen, wie er den nächsten Schlag machen möchte und was er dafür tun muss. Zwar geht das immer blitzschnell, aber dafür sind das auch Profis. 

MEIN FAZIT: Überlegt Euch Eure Schläge und welche Faktoren/Basics (Ballposition, Ausrichtung, Schwunggedanken etc.) ihr berücksichtigen solltet. Und wenn ihr jetzt sagt: „Ich bin ja auch kein Profi“ – dann bitte nicht wundern, wenn der Ball immer in die falsche Richtung fliegt.

Ein Gastkommentar von Ex-Tour-Spielerin Martina Eberl
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