Unter Par war am Ende niemand 17.07.2017

Greg Norman und Padraig Harrington
Greg Norman und Padraig Harrington bei der Open Championship 2008
Royal Birkdale
Der Platz von Royal Birkdale
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Zum zehnten Mal gastiert die Open Championship im englischen Birkdale. Padraig Harrington gewann 2008 bei einem denkwürdigen Turnier, das fast einen Sensationssieger hervorgebracht hätte. Doch auch andere Zahlen lassen auf ein erneutes Spektakel hoffen.

Hai-Alarm in Birkdale! Neun Löcher vor Schluss führte der damals 53-jährige Greg Norman die 137. Open Championship am Finalsonntag mit einem Schlag Vorsprung an. Ein Sieg des Great White Shark, der 2008 nur noch als Teilzeit-Golfprofi aktiv war, wäre eine unglaubliche Sensation gewesen. Doch auf der Zielgeraden ging Norman schließlich doch noch die Luft aus, während Padraig Harrington, dem Open-Champion von 2007, eine erfolgreiche Titelverteidigung glückte. Doch nicht nur der große, weiße Hai hatte in Birkdale noch einmal seine Zähne aufblitzen lassen, auch die Anlage präsentierte sich wieder als gefräßiges Monster. Harringtons Finalrunde von 69 Schlägen war eine von nur 21 Turnierrunden unter 70 Schlägen. 39-mal hingegen standen 80 oder mehr Zähler zu Buche.

Seit hier 1954 erstmals eine Open ausgetragen wurde, gehört Royal Birkdale (neben Royal Lytham und natürlich nach dem Old Course in St. Andrews) zu den meistfrequentierten Bühnen dieses Majors. Auch zwei Ryder Cups (1965 und 1969) sowie diverse Open Championships der Damen und Senioren wurden schon auf dem 1889 eröffneten Golfplatz ausgetragen, der im Ranking der besten Anlagen der Welt unter den Top 20 zu finden ist.

+7 reichte für Platz zwei

In Birkdale, das 30 Kilometer nördlich von Liverpool an der Nordwestküste Englands zu finden ist, herrscht aufgrund der vorgelagerten irischen See nie völlige Windstille. Und wenn die Brise bei einer Open Championship so richtig auffrischt, gerät das Majorturnier schnell zum Spektakel. Selbst den besten Golfern der Welt gelingen dann keine fehlerfreien Golfrunden mehr. Padraig Harrington gewann 2008 mit drei Schlägen über Par, Ian Poulter wurde mit +7 Zweiter. 

Die Böen waren vor allem an den ersten beiden Tagen so heftig, dass reihenweise Zuschauer von den Dünenhängen herunter geweht wurden. Verfehlten die Spieler aufgrund der tosenden Elemente die Spielbahn, verschluckte das lange, dichte Dünengras den Ball oder man musste sein Spielgerät quer aus einem der zahlreichen Topfbunker schlagen.

Startzeiten entscheidend

Und diese Unwägbarkeiten lagen nur auf dem Weg zu den pfeilschnellen und heftigst ondulierten Grüns des Royal Birkdale, die dank des sandigen Dünenbodens und gebacken von der Sommersonne den Härtegrad von Betonboden erreichen können. Für die Teilnehmer hängt bei einer Open meist viel von der Auslosung der Startzeit ab. Denn oft sind die Wetterbedingungen am Vor- und Nachmittag so komplett unterschiedlich, dass die richtige Startzeit an den ersten beiden Tagen vorentscheidend für den späteren Sieg sein kann. Natürlich haben die Buchmacher Titelverteidiger Henrik Stenson ganz oben auf ihrem Favoritenzettel stehen, ebenso Master-Champion Sergio García und den Nordiren Rory McIlroy, der vor drei Jahren auf dem benachbarten Royal Liverpool den Claret Jug gewann. 

Für Deutschland wird Martin Kaymer an den Start gehen, der in Birkdale 2008 seine erste Open Championship gespielt hat, den Cut schaffte und als 80. ins Ziel kam. Ein Ergebnis, das gerne optimiert werden darf.
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