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Coverstory: PHIL MICKELSON DER STRAHLEMANN
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Vorbildfunktion? 16.06.2016

Vorreiter: K. J. Choi aus Korea war einer der ersten Spieler auf der PGA Tour, der mit einem Super Stroke-Griff spielte
Johannes Herbig
Johannes Herbig, Inhaber der Fitting-Schmiede Clubmate Golf mit Stützpunkten in Pfungstadt und im Jordan Golfdom, Köln
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Bei unserer Arbeit erleben wir es fast täglich, dass Kunden zu uns kommen und ein ganz bestimmtes Produkt möchten – vor allem, weil es auf der PGA oder European Tour erst seit kurzer Zeit von den Profis genutzt wird und damit im Trend liegt.

Ein sehr gutes Beispiel hierfür sind sicherlich die mittlerweile weit verbreiteten Oversize-Puttergriffe, die sich unter anderem auf den Flatsticks von Pros wie Jordan Spieth, Sergio Garcia, Jason Dufner und auch vielen anderen Top-Spielern befinden.

Bereits vor vielen Jahren war übrigens schon K. J. Choi mit einem Produkt der Firma Super Stroke auf der PGA Tour unterwegs. Genutzt hatte es ihm damals allerdings nicht viel, denn Choi puttete damit genauso durchschnittlich wie vor dem Griffwechsel. Kein Wunder also, dass bei den anderen Spielern kein großes Interesse an dem neuen Griff geweckt worden war.

Neue Technologie

Einige Jahre später änderte sich die Situation allerdings. Und zwar durch Jason Dufner: Dufner verbesserte von einer Saison auf die nächste seine Putt-Statistik dramatisch, spielte in Folge tolle Ergebnisse ein und brachte jede Menge dicker Schecks nach Hause. Seine Kollegen führten diese deutliche Verbesserung der Putt-Statistik und die gestiegenen Einnahmen von Dufner aber nicht auf dessen fleißige Trainingsarbeit zurück – sondern auf dessen neuen Puttergriff mit „No Taper“- Technologie.

Verständlicherweise nahm kurz darauf die Zahl der Tourspieler sprunghaft zu, die sich ein entsprechendes Modell zulegten. Wer möchte schließlich nicht besser putten und somit mehr Geld verdienen? In der Folge stieg natürlich auch das Interesse der Amateure, so einen Puttergriff zu spielen. Gefühlt jeder zweite Spieler wollte plötzlich unbedingt dieses Produkt montiert bekommen.

Distanzkontrolle

Doch diese Art des Griffs hat nicht nur Vorteile, wie etliche Spieler in  der Zwischenzeit feststellen mussten. Vor allem die sehr dicken Griffgrößen stellen viele Amateure vor ungeahnte Probleme und auch die Standardvarianten mit etwa 3,5 cm Durchmesser sind oft schon zu groß für den Durchschnittsspieler, minimieren das Gefühl für den Impact und verschlechtern die Distanzkontrolle deutlich. Dazu kommt, dass viele Spieler mit der fast runden Form dieser Puttergriffe Schwierigkeiten bekommen, ihre Schlagfläche korrekt auszurichten, da ihr Griff nicht mehr so einfach konstant zu wiederholen ist.

Und damit kommt es zu einer weiteren (unerwünschten) Variable in einem ohnehin schon schwierigen Spiel. Am ehesten profitieren von dieser Form des Griffs grundsätzlich Spieler, die Crosshanded putten, da so die untere Führhand häufig stabiler bleibt – als eben bei einem Griff, der sich nach unten hin stärker verjüngt. Unserer Erfahrung nach  ist übrigens ein sogenannter  Pistol-Griff häufig die bessere Alternative. Hier erleichtert eine Platzierung der Daumen auf der flachen Front eine konstantere Ausrichtung. In diesem Bereich vertrauen wir beispielsweise sehr auf die Produkte der Firma Winn Grips, da hier sehr viele Griffgrößen, Texturen und auch Griffgewichte zur Verfügung stehen, und wir nicht mit  extra Counterweights arbeiten  müssen, um eine Änderung der Schlägerbalance zu er­reichen.

Varianten

Gerade anhand des Puttergriffs lässt sich daher gut darstellen, dass nicht jedes Material für jeden Spieler geeignet ist. Es gibt nur viele ver­unsicherte Spieler, die wie Lemminge einer Führungsriege folgen,
um dann über die golferische Klippe des Drei-Putts zu stürzen. Die „No Taper“-Griffe sind heute aus der Putterwelt nicht mehr wegzudenken. Die Firmen SuperStroke, Winn Grips, 2-Thumb, Lamkin (und bald auch der Marktführer Golf Pride) bieten diese Variante an, da sie nachgefragt wird.

Wir stellen derzeit übrigens eine vermehrte Nachfrage nach Pistol-Griffen fest, da diese Vorzüge im Vergleich zu den fast runden „No Taper“-Griffen haben. Einfach mal ausprobieren! 


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