Was Sie falsch machen! 01.09.2016

Hilfslinien: Damit Sie immer die richtige Stelle im Sand treffen, sollten Sie sich Hilfslinien in den Übungsbunker zeichnen. Dadurch sehen Sie, wo Sie den Sand treffen, und können korrigieren
Bild A
Bild B
Für einen guten Bunkerschlag ist der Eintreffwinkel des Schlägers ein entscheidender Faktor
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Das Tour-Geheimnis wird jetzt in GOLF TIME gelüftet!

Ja, ich meine es ernst, Sie machen es falsch. In meinen 20 Jahren Unterrichtserfahrung habe ich wirklich kaum jemanden gesehen (außer ein paar Tourspieler), der den Bunkerschlag richtig beherrscht.

Dabei finden die Top-Spieler der Welt das Bunkerspiel eigentlich ziemlich einfach. Da wäre zum Beispiel Bunker-Legende Gary Player, der behauptete, lieber im Bunker zu sein als einen Chip vom Grünrand ausführen zu müssen – eine völlig unverständliche Aussage für Millionen von Hobbyspielern.

Aber es ist wirklich so, und in vielen Situationen geht es mir genauso, dass ich die Kontrolle, insbesondere den Spin, viel lieber habe als manche Lagen im Gras.

Warum ist das so? Gibt es ein Geheimnis oder eine Technik, die Clubspieler nicht kennen? Die Antwort lautet meiner Meinung nach: Ja, es gibt zwei Riesen-Geheimnisse.

Viele Jahre nutzte man das Wort „Explosionsschlag“, um einen Bunkerschlag zu beschreiben. Der Schlag aus dem Sand vermittelt zwar teilweise das Gefühl einer Explosion, aber nur dann, wenn man viel zu steil in den Sand hineintrifft und ein tiefes kurzes „Divot“ herausschlägt.

Der Bunkerschlag ist der einzige Schlag, wo nicht der Ball getroffen wird, sondern der Sand. Er ist auch deswegen für viele Spieler schwer auszuführen, da der Sand keinen festen Unter-grund bietet. Umso wichtiger ist, zu verstehen, dass beim Bunkerschlag der Sand immer an der richtigen Stelle getroffen werden muss, damit der Ball wie gewünscht fliegt.


GEHEIMNIS 1
Kontrolle über den tiefsten Punkt Ihres Schlages

Der Sand sollte, je nach Feuchtigkeit, zwei bis fünf Zentimeter hinter dem Ball getroffen werden, mit einem konstanten Eintreffwinkel des Schlägers. Je gleichmäßiger Sie diese Vorgabe erfüllen, desto einfach wird das Bunkerspiel. Diese, nur diese technische Voraussetzung ist der Schlüssel eines guten Bunkerschlags. Die ganzen Tipps, die man sonst hört, wie zum Beispiel „Körper offen ausrichten“, „mit einem offenen Schlägerkopf spielen“ oder „Kopf runter und durchziehen“ sind alles Tipps, die mit dem Spielstil zu tun haben und nicht mit der Funktion des Schlags.

Wie Sie den tiefsten Punkt steuern:
1. Malen Sie eine Linie in den Sand, wie in Bild A dargestellt
2. Verlagern Sie das Körpergewicht 3/4  nach links
3. Schläger nicht nach vorne neigen, und das Wichtigste:
4. Üben Sie die Linie immer wieder gleich  zu treffen (Bild B)

Dabei können Sie Erfahrung sammeln, wie es sich anfühlt, bewusst zu früh vor der Linie zu treffen oder auch viel zu spät. Was passiert? Wie war der Widerstand des Sandes? Wie fühlt es sich an, wenn man die Linie trifft? Gibt es sogar ein anderes Geräusch beim Kontakt?


GEHEIMNIS 2
Sie müssen Bunkerspiel üben

Das ist eigentlich alles. Aber im Ernst, wir haben in der Leadbetter Academy im GC Velbert-Gut Kuhlendahl drei sehr große Übungsbunker. Nur, genutzt werden sie kaum. Und wenn, dann werden vier, fünf Schläge aus einer
perfekten Lage gespielt, die anschließend nicht zu Ende geputtet werden. Klingt das für Sie nach erfolgsversprechender Übung?

Wenn Sie eine motorische Fähigkeit entwickeln möchten, ganz egal ob Fahrrad fahren, Tanzen oder eben Bunkerschläge, gehört Übung dazu. Sie müssen unterschiedliche Lagen suchen, lange und kurze Schläge üben, sogar mit unterschiedlichen Schlägern.

Durch die Variation werden Sie besser. Haben Sie schon Bunkerschläge mit dem Eisen 9 gemacht? Wenn Sie das trainieren, kommt das Sandeisen Ihnen aufgrund des höheren Lofts sehr viel einfacher vor. Zudem lernen Sie so, auch mit dem Bounce des Schlägers umzugehen.

Ich persönlich übe gerne im Bunker. Wenn Sie nach Velbert kommen und mich suchen, bin ich häufig im Sand. Es macht mir Spaß, solche Dinge auszuprobieren, und weil es Spaß macht, habe ich mein Bunkerspiel über die Jahre gut verbessern können.

Ich habe herausgefunden, wie Faktoren wie Spin und Schlaghöhe zu kontrollieren sind. Lange und kurze Schläge sind nun für mich gut beherrschbar, ebenso wie der tiefste Topfbunker. Besuchen Sie gerne eine meiner „Kurz-Spiel-Schulen“ und sehen Sie, wie es klappt.

IAN HOLLOWAY, Jahrgang ’80,  Fully Qualified PGA Professional und Certified Senior In­structor der David Lead­better Golf Academy im Golfclub Velbert-Gut Kuhlendahl

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