Was wird aus der Ladies European Tour? 30.06.2017

Ladies European Tour
Aktuell nichts los auf der Ladies European Tour
Karolin Lampert
Karolin Lampert
Georgia Hall
Georgia Hall
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Auf der Ladies European Tour findet aktuell monatelang kein Turnier statt. Ein Problem für viele Spielerinnen, auch im Hinblick auf den Solheim Cup. Was bringt die Zukunft?

Die Ladies European Tour macht gerade Pause. Und das sehr lange. Exakt zwei Monate und 13 Tage vergehen vom Abpfiff der Estrella Damm Mediterranean Ladies Open und dem Auftakt der Ladies European Thailand Championship. Eine stolze Zeit.

Für die Spielerinnen auf der Tour ist diese Situation natürlich nicht zufriedenstellend. „Es ist schwierig“, erklärt Georgia Hall beim Golfchannel, aktuell Vierte im der Geldrangliste. Die Engländerin darf in dieser Woche per Einladung auf der LPGA Tour in den USA spielen. „Ich trainiere viel, aber es ist nicht das Gleiche, wie ein Turnier. Die lange Pause ist nicht ideal.“

Solheim-Cup-Spielerin Catriona Matthew bringt es auf den Punkt. „Man braucht als aufstrebende Spielerin in Europa schon einen Nebenjob, um weitermachen zu können.“

Es gibt schlichtweg zu wenige Turniere in dieser wichtigen Zeit der Saison, in der als Highlight der Solheim Cup ansteht. Einige Spielerinnen könnten durch die lange Pause ein spielerisches Defizit haben. Die besten Vier der Geldrangliste qualifizieren sich für das Pendant zum Ryder Cup, das in diesem Jahr in Iowa stattfindet. Zusammen kommen sie bisher auf elf gespielte LET-Turniere in diesem Jahr. Zum Vergleich: Bernd Wiesberger, aktuell Sechster des Race to Dubai auf der European Tour, hat bereits 13 Events auf dem Konto.

"Es ist nervig..."

Auch die deutschen Proetten auf der Tour sind von der Lage nicht begeistert. Karolin Lampert, die einen ordentlichen Start in die Saison erwischte, erklärte: „Es ist nervig, wenn man gut drauf ist. man würde gerne weiterspielen. So muss man fast noch eine zweite Vorbereitung machen nach der langen Pause. Die Deutsche versucht die turnierfreie Zeit mit Starts auf der der zweitklassigen Access Tour, intensivem Training und Gastspielen in der Kramski DGL sinnvoll zu nutzen.

Langfristig ist das Ziel für Lampert und viele andere Proetten trotz der Liebe zur Heimat, den Sprung auf die LPGA Tour mit ihren vielen lukrativen Turnieren zu schaffen. „Dieses Jahr werde ich mich in der Q-School für die LPGA Tour versuchen. Mir würde es schon helfen, einen Status auf der Symetra Tour (die zweite Liga in den USA, d. Red.) zu bekommen, um die Lücken im Turnierkalender der LET zu füllen.“

Intensive Phase ab September

Was bringt die Zukunft für die Ladies European Tour? Einige Medien spekulierten bereits über den Anfang vom Ende. Die Verantwortlichen weisen dies zurück: „Wir haben in den vergangenen Jahren viel investiert, um die Marke zu stärken und die Fernsehpräsenz zu erhöhen“, heißt es in einem offiziellen Statement. 

„Wie jede internationale Organisation sind wir politischen und ökonomischen Schwankungen unterworfen. Wir bedauern zutiefst, dass einige Turniere in der ersten Jahreshälfte aus diversen Gründen nicht stattfinden konnten. Wir verstehen den Frust der Spielerinnen über die Ausfälle und geben alles, um die Lage zu verbessern.“

Immerhin bringt die zweite Jahreshälfte zahlreiche Turniere. Nach der Evian Championship beginnt Ende September bis Anfang September eine intensive Phase. Neun Turniere in zwei Monaten und 15 Tagen stehen an. Die Spielerinnen werden sicher nicht darüber klagen.
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