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Coverstory: MARTIN KAYMER KAYMER KRITISCH
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Wie einst Daimler 17.04.2017

Im „Honma Studio“ in Sakata, Japan, bündelt Honma seine Kräfte – und fertigt Edelschläger mit dem Qualitätsmerkmal: „Made in Japan, Sakata“
Im „Honma Studio“ in Sakata, Japan, bündelt Honma seine Kräfte – und fertigt Edelschläger mit dem Qualitätsmerkmal: „Made in Japan, Sakata“
Honma Headquarter Sakata, Japan
In der 500.000 Quadratmeter großen Honma- Fabrikanlage in Sakata, Japan, sind mehr als 700 Mitarbeiter beschäftigt.
Rund 400 Mitarbeiter in Sakata sind direkt mit der Herstellung der edlen Honma-Golfschläger betraut.
Rund 400 Mitarbeiter in Sakata sind direkt mit der Herstellung der edlen Honma-Golfschläger betraut.
Sie fertigen die Schläger, den Schaft und die Griffe selbst – per Hand.
Sie fertigen die Schläger, den Schaft und die Griffe selbst – per Hand.
Das bedeutet, dass jeder Produktionsschritt, wenn er nicht tatsächlich mit Körperkraft ausgeführt wird, von einem Mitarbeiter penibel genau überwacht wird.
Das bedeutet, dass jeder Produktionsschritt, wenn er nicht tatsächlich mit Körperkraft ausgeführt wird, von einem Mitarbeiter penibel genau überwacht wird.
Diese Art und Weise des Schlägerbaus ist Honmas Markenzeichen und spiegelt die Unternehmensphilosophie wider.
Diese Art und Weise des Schlägerbaus ist Honmas Markenzeichen und spiegelt die Unternehmensphilosophie wider.
Honma on Tour: Der Tour-Truck
Honma on Tour: Der Tour-Truck
Bernd Ritthammer spielt seit seiner Jugend Equipment der japanischen Edelschmiede. Sein Clubfitter Dietmar Erhardt (Classic Club Repair) hat den gebürtigen Nürnberger damals auf Honma gefittet und seitdem ist Ritthammer überzeugt.
Bernd Ritthammer spielt seit seiner Jugend Equipment der japanischen Edelschmiede. Sein Clubfitter Dietmar Erhardt (Classic Club Repair) hat den gebürtigen Nürnberger damals auf Honma gefittet und seitdem ist Ritthammer überzeugt.
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Ob der deutsche Automobilpionier das Vorbild für die Entwickler der exklusivsten Golfschläger der Welt war? Vieles spricht dafür – das Leitmotiv Gottlieb Daimlers hat HONMA auf jeden Fall verinnerlicht. Von Damian Bungart

Den Leitsatz „Das Beste oder nichts“ prägte einst Gottlieb Daimler. Er beschrieb damit punktgenau den Anspruch an sein Wirken. Anstatt von der Automobil-Legende hätte der Satz genauso gut auch vom Brüderpaar Hiro und Mutsumi Honma stammen können. Denn das Leitmotiv ihrer Unternehmung ist dasselbe wie das, das Daimler formulierte, ehe er mit seinen Entwicklungen den Grundstein für den heutigen Luxusautomobil-Hersteller legte. 

Und Honma zeigt, wie der Daimler-Konzern heute, dass auch das – selbstbetitelte – beste Produkt der Branche nicht zu utopischen Preisen angeboten werden muss. Das Image der unbezahlbaren Schlägermarke haben die Japaner abgelegt.

Dafür bringt die japanische Schlägermanufaktur seit einigen Jahren die Modellreihe Tour World auf den Markt. Die Eisen sind, wie alle Schläger von Honma, handgefertigt. Der Herstellungsprozess unterliegt der peniblen Kontrolle von Honmas erstklassig ausgebildeten Ingenieuren – genau wie auch die Premiummodelle des Unternehmens aus der japanischen Küstenstadt Sakata. Der Unterschied liegt hier vor allem in der Materialzusammensetzung. 

Das verwendete Material macht, gepaart mit der individuellen Gestaltung der Schläger, die preisliche Differenz zwischen den Honma-Modellen aus. Ein Tour World-Eisen gibt es ab 199 Euro. Die teuersten Eisen der Konkurrenz liegen bei rund 180 Euro. Für einen vom Griff bis zum Schlägerkopfdesign individualisierten Schlägersatz entstehen naturgemäß höhere Kosten. Doch die Möglichkeit, bei Schaft und Schlägerkopf die Farbe selbst zu bestimmen, ist eben auch ein zusätzlicher Wert.

Quality first!

Die Entscheidung für Golfschläger der Marke Honma hängt also nicht nur von der Dicke des Portemonnaies ab. In letzter Konsequenz entscheidet die Performance auf dem Platz. Dessen waren sich Hiro und Mutsumi Honma, zwei Brüder aus einer der mächtigsten Kaufmannsfamilien Japans, bewusst, als sie es sich Ende der 50er-Jahre zur Aufgabe machten, die besten Golfschläger der Welt zu bauen. 

Der Weg dorthin führte über die Fertigung aller Schlägerkomponenten an einer Produktionsstätte, so die Überzeugung der Honma-Brüder. Der Golfschläger als Gesamtkunstwerk, bestehend aus den besten Materialien, hergestellt mit modernsten technischen Mitteln. Finanzielle Grenzen gibt es bei Honma nicht. Seit Gründung der Honma Golf Club Manufacturing Co. im Jahr 1963 steht bei den japanischen Edelproduzenten nur das Produkt im Fokus. 

Produktionskosten sind eine notwenige Begleiterscheinung, der jedoch keine große Beachtung geschenkt wird. Zu stolz ist man auf die Arbeit, die in der äußerlich spartanisch anmutenden Produktionsstätte in Sakata geleistet wird. Rund 400 Schlägerbauer sind in der etwas mehr als 100.000 Einwohner zählenden Hafenstadt, im Norden von Japans Hauptinsel Honshu, beschäftigt. In penibler Handarbeit schleifen, fräsen, umwickeln, gießen, härten und polieren sie das Rohmaterial, bis jede einzelne Komponente der Premiumschläger perfekt ist – vom Griff über den Schaft bis zum Schlägerkopf. 

„Made in Sakata, Japan“. Der Slogan von Honma drückt den Stolz des Unternehmens aus. Mit Werbebotschaften wie sie die Konkurrenten aus den Vereinigten Staaten jedes Jahr aufs Neue entwickeln, um die Absatzzahlen zu steigern, kann man in Sakata nichts anfangen. Honma überzeugt lieber mit der Leistung seiner Schmuckstücke. Entscheidend dafür sind vornehmlich zwei Dinge: der Schlägerkopf und der Schaft. Insbesondere bei der Entwicklungsarbeit der zweitgenannten Komponente setzt Honma Maßstäbe. 

Unter den Ersten der Branche entdecken die japanischen Präzisionstüftler Anfang der 70er-Jahre Kohlenstofffasern als Basismaterial für Schäfte. Sie sind deutlich leichter als das bis dato hauptsächlich verwendete Stahl und reduzieren entsprechend das Gesamtgewicht des Schlägers. Ein revolutionärer Schritt, denn ein leichterer Schläger lässt sich leichter beschleunigen und generiert in Folge eine höhere Schlägerkopfgeschwindigkeit. Das ist vor allem für die durchschnittlichen Amateurspieler ein großer Vorteil, die nicht die physischen Voraussetzungen eines Profis mitbringen.

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