17.07.2018

Jeder Winkel wird seziert

golftime
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Bernhard Langer bereitet sich mit maximalem Fokus auf die Open Championship vor. Jenem Major, mit dem der Deutsche noch eine Rechnung offen hat.


Thomas Fischbacher aus Carnoustie

 
Am Dienstag sah man den Teilnehmern der Open Championship noch nicht wirklich die Anspannung an. Eine Proberunde steht ja auch noch aus, bis es ernst wird. Ein Tag bleibt, um den letzten Feinschliff am Spiel vorzunehmen. Martin Kaymer wirkte dementsprechend locker auf den neun Löchern am späteren Nachmittag. Er scherzte mit dem vorbeilaufenden Charl Schwartzel, hat den Filzstift für Autogramme in der Hosentasche parat und beschäftigte sich mit dem Sprössling von Spielpartner Jorge Campillo, der bewacht von der Mutter mit auf die Runde durfte.
Auch Bernhard Langer unterzeichnete Flaggen, Kappen und ließ sich für das ein oder andere Selfie abknipsen. Der Routinier ging ein paar Gruppen vor Kaymer auf den Übungsdurchlauf. Er war alleine, nur mit Caddie Terry Holt an der Seite. Doch bei Langer, der sich durch seinen Sieg bei der Senior Open im vergangenen Jahr ins Feld gespielt hatte, war nicht diese Lockerheit zu spüren.

Phase der tiefen Konzentration

Weil der 16. Abschlag noch von der Gruppe zuvor besetzt war, nahm sich der 60-Jährige, dessen leuchtend-orangenes Polohemd ihn noch um einige Jahre jünger erscheinen lässt, kurz Zeit für die Fans. Dann tauchte er wieder ab in die Phase der tiefen Konzentration. Der zweimalige Masters-Sieger ist seit jeher bekannt, sich akribisch wie kein anderer auf Turniere vorzubereiten. Jeder Winkel um das Grün wird seziert und mit unterschiedlichen Schlagvarianten getestet, jede mögliche Fahnenposition simuliert. Diese intensive Vorbereitung kann pro Grün schon mal 15 Minuten in Anspruch nehmen. Als wäre Carnoustie eine Unbekannte, und kein Platz, auf dem er im Laufe seiner Karriere bereits dutzende Runden absolviert hat. 2010 gewann er an Ort und Stelle das Pendant der Senioren.
Auch Caddie Terry Holt, der im Gegensatz zu Kaymers fröhlichem Schotten Craig Connelly nicht den Anschein macht, allzu viele flockige Sprüche abzufeuern, macht stoisch seine Arbeit. Denn sein Chef will in dieser Woche seine Leistung bringen. Auch auf dem nächsten Abschlag testet Langer beim Schlag ins Grün des langen Par 3s so viel wie kein anderer. Das erste Eisen landet kurz im Bunker, das folgende Hybrid rollt zu weit aus. Es folgt noch ein Eisen. Und noch eins. Bis der Ball an der richtigen Stelle landete.

Offene Rechnung

Schon vor dem Masters Tournament, für das er durch seine Siege ein Leben lang qualifiziert ist, betont Langer stets, er trete an, um zu gewinnen. Auch wenn die mittlerweile 60 Jahre Lebenszeit dieses Ziel als durchaus ambitioniert erscheinen lassen. 
Auf den betonharten Wiesen mit ewig ausrollenden Bällen hat Langer – anders als in Augusta – auch nicht so einen Längennachteil im Vergleich. Carnoustie sei in diesem Zustand ein Platz, auf dem eher Erfahrung und Kreativität den Unterschied macht, erklärte auch Tiger Woods. Langer betonte in der Vergangenheit bereits, dass die Open Championship ein Major sei, das er eigentlich einmal gewinnen hätte müssen. Sechs Mal landete er unter den besten Drei.
Es scheint, als hätte Langer noch eine Rechnung offen mit diesem Turnier, bei dem er seine Titelchancen stets ungenutzt ließ.
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