17.07.2021 | 21:31

Siem wankt, aber fällt nicht

Marcel Siem
Thomas Fischbacher
Thomas Fischbacher

Marcel Siem hält sich mit einer Par-Runde unter den besten Zehn der The Open. Dabei erholt sich der Deutsche sogar von einem bitteren Triple Bogey.


Es ist noch nicht lange her, da notierte Marcel Siem auf der Challenge Tour bei der Open de Bretagne eine 75. Im Nachhinein begründete er den Leistungseinbruch im Vergleich zum Vortag damit, dass er bei starkem Regen auf die so wichtigen Dienste eines Caddie verzichten musste. Denn Siem schob – wie in Liga zwei nicht unüblich – seine Tasche selbst über die Fairways.

Ein paar Wochen später bei der The Open hat der Deutsche wieder einen Profi an der Seite. Guy Tilston aus England hat jahrzehntelange Caddie-Erfahrung auf der European Tour und kennt auch die Bahnen von Royal St. George’s bestens. Vom für Golfer so unangenehmen Regen ist in dieser Woche der The Open sowieso nichts zu sehen. Und im Vergleich zu ein paar Dutzend golfbegeisterten Bretonen tummeln sich im Südosten Englands bis zu 32.000 Zuschauer auf der Anlage. Ein Major-Umfeld eben.

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Für Siem ist dies der größtmögliche Tapetenwechsel. Aus diesem Grund war es spannend zu sehen, wie er mit dem Umstand umgeht, nun plötzlich auf der größtmöglichen Bühne als einer der Besten in den Moving Day zu starten. Eines vorweg: Siem ließ sich vom Major-Szenario nicht nur nicht negativ beeinflussen, sondern sogar spielerisch beflügeln.

Durchweg starke Werte

„Ich denke, das war das beste Golf, das ich je bei einem so wichtigen Turnier gespielt habe“, so die eigene Analyse seiner Par-Runde mit 85 Prozent getroffenen Fairways sowie 72 Prozent Grüntreffer. „Die Abschläge waren großartig, sogar deutlich länger als gestern. Mein Eisen-Spiel war toll. Einzig mein Touch auf den Grüns ging ein wenig verloren, weil ich am ersten Loch, einen Bergauf-Putt auf der Linie zu kurz gelassen habe.“

Neun Pars lautete die Bilanz auf einer ersten Halbrunde voller solider Golfschläge, auf der Zehn folgte das erste Birdie des Tages. Siem war auf dem besten Wege, eine weitere sehr gute Tagesbilanz ins Clubhaus zu bringen. Doch ausgerechnet auf dem Par 5 der 14. Bahn, das Siem an den ersten beiden Tagen mit einem Birdie abschloss, folgte der erste spielerische Kinnhaken.

Marcel Siem: Kurzer Schock an der 14

„Ich bin mir nicht ganz sicher, ob ich heute davor überhaupt ein Fairway verfehlt habe. Ich habe einfach versucht, ein 2er-Eisen aufs Fairway zu schlagen. Ich habe nicht einmal an ‚Out of bounds‘ gedacht“, kommentierte Siem den Abschlag, der im Aus landete und schließlich zu einem schmerzhaften Triple Bogey führte.

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„Ich habe versucht, links von der Brücke zu zielen, schlug einen Stinger, traf ihn am Heel, und er hatte einfach unglaublich viel Kurve. Es ist sehr frustrierend, dass das passiert ist. Beim zweiten Schlag wollte ich nicht den gleichen Fehler machen, also habe ich ihn absichtlich links ins Rough geschlagen. Nach einem guten Lay-Up lag der Ball mitten auf dem Fairway in einem Divot. Das ist einer der schwierigsten Schläge, die man mit einem Lob Wedge haben kann. Der Schlag ging in den Bunker, halb eingebettet im Sand, bergab liegend. Keine Chance.“

„Bin sehr, sehr stolz auf mich…“

Es war einer dieser Momente, die einen aus der Bahn werfen können, doch Siem, 41, fing sich und schaffte es, zwei späte Birdies (16 und 18) auf die Karte zu bringen. Wichtiger Balsam für die Seele und die Score-Karte. So zog der Mann der Stunde ein positives Fazit eines ereignisreichen Tages: „Ich bin sehr, sehr stolz auf mich, dass ich es geschafft habe, das zu vergessen, und ich mit zwei Birdies reinkomme. Darüber bin ich sehr glücklich.“

Die Par-Runde bringt Siem bei sechs unter par für das Turnier vor dem Finale den neunten Rang. Gemeinsam mit Kevin Streelman geht es um 2.45 Uhr deutscher Zeit in das Finale der 149. The Open. Der Abstand zur Spitze vergrößerte sich dabei im Vergleich zum Beginn der dritten Runde nur um einen Schlag (sechs statt fünf).

Oosthuizen vorne, Schmid solide

Louis Oosthuizen bleibt mit 12 Schlägen unter Par nach einer 69 (-1) alleiniger Führender. Einen Schlag zurück folgt Collin Morikawa. Jordan Spieth hat bei -9 insgesamt drei Schläge Rückstand auf Oosthuizen. U.S.-Open-Gewinner Jon Rahm geht als geteilter Sechster in das Finale und ist mit einem Ergebnis von sieben unter Par nicht ganz chancenlos, sich den zweiten Major-Sieg in Folge zu sichern.

Ebenfalls stabil: die Leistung von Top-Amateur Matthias Schmid am Samstag. Der zweimalige Europameister kam mit einer 71 (+1) von seinem Durchlauf zurück und geht von Rang 44 ins Finale. Einen Schlag hinter Schmid folgt Bernd Wiesberger nach einer Par-Runde.

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