15.12.2020 | 11:56

Maskiert zum Major-Triumph

Thomas Fischbacher
Thomas Fischbacher

A Lim Kim siegt bei der U.S. Women’s Open beim ersten Auftritt außerhalb ihrer Heimat. Bei ihrem Triumphzug trägt sie Maske.


Dass in diesem Jahr auch im Profi-Golf so gar nichts normal verläuft, konnte man an der U.S. Women’s Open auf den ersten Blick erkennen. A Lim Kim feierte den Major-Sieg. Mitten im Dezember. Ohne Publikum. Mit Maske. Die Südkoreanerin trug den Mund-Nasen-Schutz sogar während der packenden Finalrunde.

“Jedes Mal, wenn ich trainiere, trage ich normalerweise eine Maske, also bin ich irgendwie daran gewöhnt”, erklärte sie. “Es ist für mich in Ordnung, positiv auf COVID-19 getestet zu werden, aber ich möchte andere Leute nicht gefährden. Deshalb trage ich die Maske während der Runde.”

Das Major im Champions Golf Club in Houston, das auf zwei Plätzen ausgetragen wurde, ging wegen eines Gewitters in die Verlängerung. Was Kim, 25, auf dem Platz zeigte, war außergewöhnlich. Drei Birdies auf den Finalbahnen und eine 67 – niemand hatte im Turnierverlauf ein niedrigeres Ergebnis erzielen können – spülten sie nach ganz vorne auf dem Tableau. Zu Beginn des Montag-Finals hatte sie noch fünf Schläge Rückstand.

A Lim Kim gewinnt U.S. Women's Open
A Lim Kim gewinnt U.S. Women’s Open

A Lim Kim bei der U.S. Women’s Open: Fünf Schläge Rückstand

Es zeichnete sich nach einiger Zeit des Wartens ab, dass niemand die 281 Schläge, die neben Kims Namen standen, unterbieten kann. Die Eckdaten des Triumphs lesen sich unwirklich: Sieg beim ersten Major-Start, Triumph beim ersten Turnier überhaupt in den USA, Rekord eingestellt, was den Rückstand vor der Finalrunde betrifft.

Es ist noch nicht so ganz angekommen, dass ich die Siegerin dieses Turniers bin”, erklärte sie via Dolmetscher. “Es fühlt sich anders an, als zu Hause zu spielen.”

Popov wird geteilte 40.

Kims Sieg zeigt deutlich, auf welchem Niveau auf der südkoreanischen KLPGA, Kims bisheriger Heimat (ein Turniersieg), gespielt wird. Überhaupt in Asien. Man erinnert sich noch an Hinako Shibuno, die 2019 lächelnd zum Sieg bei der British Open spazierte. Auch die Japanerin trat damals erstmals außerhalb ihres Heimatlandes an.

Shibuno hatte am Ende des Turniers übrigens nur zwei Schläge Rückstand auf Kim, belegt den vierten Rang. Platz zwei teilen sich Jin Young Ko und Amy Olson. Dem Duo fehlte ein Schlag, um mit der maskierten Siegerin gleichzuziehen.

Sophia Popov hatte sich als einzige Deutsche für die dritte und vierte Runde qualifiziert. Sie beendet das Major auf dem geteilten 40. Rang. Esther Henseleit und Caroline Masson hatten die Hürde zur Halbzeit gerissen.

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