07.08.2021 | 09:52

Korda kämpft sich zu Gold

Thomas Fischbacher
Thomas Fischbacher

Nelly Korda gewinnt olympisches Gold. Die Amerikanerin übersteht einen Tag mit einem frühen Chip-Fiasko und einer Unterbrechung kurz vor Schluss.


Nach zwei von vier Runden wirkte es kurz so, als würde das Rennen um die olympische Goldmedaille der Damen ein einseitiges werden. Nelly Korda hatte sich mit einer 62 auf dem East Course des Kasumigaseki Country Club vom Feld abgesetzt, ja sogar mit einer 59 geflirtet. Doch Korda, 23, vor nur wenigen Wochen erstmals Major-Gewinnerin und die aktuelle Nummer eins der Welt, menschelte im weiteren Verlauf ein wenig.

Nach einer hart umgekämpften 69 am Freitag mit einigen wilden Schlägen sollte auch am Finaltag nicht alles rund laufen. Auf Bahn sieben benötigte sie drei Versuche, um den Ball aus einer Senke neben dem Grün auf die Putt-Fläche zu bekommen. Ein Doppel-Bogey war auf dem Par 3 die Folge. Die Führung von drei Schlägen zu Beginn der Runde war dahin. Korda lag zu diesem Zeitpunkt schlaggleich Aditi Ashok und Lydia Ko, die einen Birdie-Lauf hatte.

Korda übersteht schwierige Phase

Es folgte ein wackliger Abschlag auf der Acht. Korda befand sich inmitten einer Phase, in der man sich schnell aus dem Rennen um den Titel verabschieden kann. Doch sie bewies, was sie auch schon am Vortag bewiesen hatte. Dass sie auch gute Ergebnisse abliefern kann, wenn der Schwung nicht ganz sitzt.

„Ich glaube, das hat ein Feuer in mir entfacht“, kommentierte Korda diese schwierige Phase. Und dieses Feuer brachte drei Birdies in Folge auf die Karte. Diese Führung – drei Schläge waren es zu diesem Zeitpunkt – brachte die Tochter des ehemaligen Weltklasse-Tennisspielers Petr Korda über die olympische Ziellinie.

„Ich habe die Führung nie verloren“, erklärte Korda, „aber es fühlte sich so an, weil ich nicht unbedingt so gut gespielt habe. Aber ich habe heute hart gekämpft.“

Nelly und Jessica Korda auf dem 18. Grün
Nelly und Jessica Korda auf dem 18. Grün

Gewitterunterbrechung kurz vor Schluss

Am Ende musste die Amerikanerin auch noch eine Regenunterbrechung überstehen. Als Korda auf dem 17. Loch unterwegs war, holte die Turnierleitung die Spielerinnen wegen eines Gewitters in der Nähe vom Platz.

Gut 45 Minuten später ging es weiter und kurze Zeit hatten die japanischen Golf-Fans die Hoffnung, neben einem Masters-Sieg von Hideki Matsuyama in diesem Jahr auch noch eine olympische Goldmedaille bejubeln zu können.

Mone Inami hatte nach vier Birdies in Folge auf den Bahnen zwölf bis 15 und einem weiteren kurz nach Wiederanpfiff auf der 17 mit Korda gleichgezogen. Doch ein Bogey auf der 18 ließ die Hoffnung auf Gold zerplatzen.

Silber, Gold und Bronze: Mone Inami, Nelly Korda und Lydia Ko
Silber, Gold und Bronze: Mone Inami, Nelly Korda und Lydia Ko

Korda gewinnt zweites olympische Golf-Gold für die USA

Korda setzte sich schließlich mit einer Finalrunde von 69 Schlägen (-2) mit einem Schlag vor Inami und Lydia Ko durch.

Inami gewann dann zur Freude der japanischen Zuschauer mit einem Par auf dem ersten Extraloch Silber. Ko holt mit der Bronze ihre zweite olympische Medaille nach Silber in Rio 2016.

Nach Xander Schauffeles Triumph bei den Herren sichert sich das Team USA die zweite olympische Goldmedaille im Golf. „Es ist verrückt“, erklärte Korda, die auf dem Grün der 18. Bahn von ihrer Schwester Jessica in Empfang genommen wurde. „Es klingt wirklich absurd, dass ich eine Goldmedaillen-Gewinnerin bin. Das ist wirklich noch nicht bei mir angekommen.“

Caroline Masson beendete das Turnier mit einer 75 (+4), Sophia Popov kam mit einer Par-Runde ins Ziel. Beide teilen den 40. Rang von 60 gestarteten Spielerinnen.

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