05.06.2021 | 20:19

Kaymer locht von außerhalb

Thomas Fischbacher
Thomas Fischbacher

Porsche European Open Runde eins: Martin Kaymer patzt nach der Unterbrechung, Marcel Schneider nutzt die frühe Startzeit und ein Belgier setzt sich an die Spitze des Feldes.


Die European Tour gastierte zuletzt häufig auf Plätzen, die sich kaum gegen das kraftvolle und präzise Spiel der modernen Tour-Pros wehren konnten. Die Folge: sehr, sehr tiefe Runden in Serie. Unvermeidbar, wenn man die Besten ihres Fachs auf Resort-Plätze loslässt.

In dieser Woche ist die Elite zu Gast auf dem schwierigsten Golfplatz Deutschlands. Der Nord Course von Green Eagle ist ganz gut gerüstet gegen die Kraft und Präzision von Paul Casey, Abraham Ancer oder Martin Kaymer, einige der großen Namen im Feld. Und das sogar, obwohl an diesem Eröffnungstag noch nicht mal alle hinteren Abschläge zum Einsatz kamen.

So war beispielsweise Marcel Schneider sehr zufrieden damit, nur 70 Schläge (-2) benötigt zu haben an diesem verspäteten Auftakttag des ersten European-Tour-Event auf deutschem Boden seit 2019. “Ich bin absolut zufrieden mit der Runde”, bilanzierte er. “Ich glaube, richtig tief geschossen wird nicht auf dem Platz – und kann man auch nicht, weil die Bedingungen einfach viel zu schwer sind. Ich denke nicht, dass jemand sechs, sieben unter spielt. Von daher bin ich gut dabei.”

Schneider geht als bester Deutscher von Position sechs in die zweite von drei Runden. Ebenfalls unter Par kam aus deutscher Sicht Bernd Ritthammer (71, -1) zurück ins Clubhaus.

Detry nutzt für ihn passendes Setup

Auch Thomas Detry, der zuletzt bei der PGA Championship im Kiawah Island Resort ebenfalls einen richtig kniffligen Kurs zu bewältigen hatte, war zufrieden mit seiner Leistung. Der Belgier, der mit einer 68 (-4) von der Runde kam, sprach von einem Setup wie bei einem Major. “Es ist ähnlich wie bei der PGA Championship vor zwei Wochen: Du musst das Fairway treffen, sonst wirst du bestraft. Das ist Golf, das mir etwas entgegenkommt.”

Detry nutzte diese für ihn günstigen Bedingungen und setzte sich an die Spitze des Feldes.

Kaymer patzt spät nach Kunstschlag

Martin Kaymer, für den das Turnier in der Heimat der Auftakt in eine mit vielen Starts gespickte Zeit darstellt, lag nach zwölf Löchern zwei Schläge unter Par ohne einen Birdie- oder Eagle-Putt verwandelt zu haben. Er lochte stattdessen von außerhalb. Zunächst einen kurzen Chip auf Bahn neun, dann einen sehr schwierigen Flop aus dem dichten Rough über einen Bunker auf der 12. Fehler unterliefen dem stabil agierenden Major-Sieger bis dahin wenige.

Die anschließende Regenunterbrechung unterbrach den Lauf. Eine Stunde und 15 Minuten flog wegen Gewittergefahr kein Ball über die Anlage. Kaymers Spiel fehlte nach dem Wiederanpfiff die absolute Präzision. Drei Bogeys in Folge ab Bahn 14 sowie zwei abschließende Pars drehten eine sehr gute Runde in eine solide.

Sein Fazit: “Die Pause hat mich ein bisschen raus gehauen, um ehrlich zu sein”, erklärte er. “Ich war gut im Flow, habe kaum Fehlschläge gemacht, richtig gut gespielt, dann aber nicht gut rausgekommen.”

Unter dem Strich stand eine 73 und ein Platz unter den Top 40 des Feldes.

Schwierig verlief der Auftakt für Kaymers Spielpartner. Sowohl Abraham Ancer (76, +4) als auch Henrik Stenson (77, +5) hatten mit dem Platz zu kämpfen. Titelverteidiger Paul Casey kam mit einer 75 (+3) von seiner ersten Runde zurück.

Porsche European Open: Die Ergebnisse

68 (-4) Thomas Detry

69 (-3) Wu Ashun, Alexander Bjørk, David Law, Ashley Chesters

70 (-2) Marcel Schneider, Matthew Southgate, Scott Jamieson, Rikard Karlberg, Benjamin Poke, Benjamin Hebert

71(-1) u.a. Matthias Schwab, Bernd Ritthammer

73 (+2) u.a. Bernd Wiesberger, Martin Kaymer

74 (+2) u.a. Marcel Siem, Florian Fritsch, Maximilian Kieffer

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