02.07.2026 | 17:47

Golfregeln: Balllage bekannt – oder so gut wie sicher …

Balllage: Ist der nicht gefundener Ball tatsächlich im Wasser?
Dr. Torben Wissuwa
Dr. Torben Wissuwa

Balllage bekannt – oder so gut wie sicher. Was tun, wenn man sich nicht sicher ist, ob der Ball in einem Hindernis gelandet ist?


Oft kommt es zu der Frage, ob man einen provisorischer Ball spielen durfte oder nicht. Das bringt die Frage mit sich, wann man annehmen kann, dass ein nicht gefundener Ball tatsächlich im Wasser ist, sprich, man die „Wasserregel“ Regel R17.1d anwenden darf?

Die Antwort lautet – wie so oft – es kommt darauf an.

Anzeige
23. LeisureBREAKS Guide for Free Golf 2026/2027

Grundsätzlich gilt: Um nach Regel R17.1d verfahren zu dürfen, muss der verlorene Ball in der Penalty Area sein oder alle verfügbaren Informationen müssen darauf hindeuten, dass sich der Ball mit zumindest 95 Prozent Wahrscheinlichkeit („bekannt oder so gut wie sicher“) in der Penalty Area befindet.

Die 95 Prozent sind dabei ein Anhaltspunkt, wie sicher sich der Spieler sein muss. Denn: Für viele Spieler ist der Umgang mit Zahlen oder Skalen einfacher, als zu entscheiden, ob etwas so gut wie sicher ist.

+++ Auch interessant: Hotel Salzburgerhof: Wohlfühl-Hotspot +++

Ein Beispiel zum Verständnis

Aber versuchen wir es mit einem Beispiel, um das nicht ganz einfache Thema verständlicher darzustellen.

Balllage bekannt oder so gut wie sicher, bedeutet hier:

  • Der Spieler, Mitspieler oder jemand anderes hat mit Sicherheit gesehen, dass der Ball in der Penalty Area gelandet ist.
  • Der Ball ist mit 95-prozentiger Sicherheit in der Penalty Area. Die Beschaffenheit des Geländes um die Penalty Area ist für diese Einschätzung maßgeblich.
  • Spielrichtung A – der Ball wurde nicht gefunden: War die Spielrichtung über übersichtliches Gelände wie beispielsweise offenes Fairway und eine gut einsehbare Penalty Area, der Ball kann jedoch auf dem Fairway nicht gefunden werden, ist Regel R17.1d anwendbar. Und das auch, wenn man außerhalb der Penalty Area gesucht hat. Trotz geringer Zweifel ist der Ball mit größter Wahrscheinlichkeit im Teich gelandet.

+++ Auch interessant: Romantik Hotel Turm: Königlich residieren +++

Balllage nicht bekannt oder so gut wie sicher, bedeutet hier:

Spielrichtung B – der Ball wurde nicht gefunden: War die Spielrichtung über z. B. Hardrough und wird der Ball nicht gefunden, ist Regel R17.1d nicht anwendbar.

Spielrichtung über Hardrough: Regel R17.1d nicht anwendbar (Foto: picture-alliance)
Spielrichtung über Hardrough: Regel R17.1d nicht anwendbar (Foto: picture-alliance)

Weder ist bekannt, noch so gut wie sicher, dass sich der Ball in der Penalty Area befindet, weswegen der Spieler hier von einem verlorenen Ball außerhalb der Penalty Area ausgehen muss.

Er muss daher mit Schlag- und Distanzverlust nach R18.2b weiterspielen, sobald die 3-minütige Suchzeit abgelaufen ist.

In diesem Fall dürfte der Betroffene aber auch einen provisorischen Ball spielen, um das Zurücklaufen zum ursprünglichen Punkt des Schlags zu vermeiden.

Wird im zweiten Fall nicht nach R18.2b („Ball verloren“) verfahren, sondern nach R17.1d („Wasserregel“), so wird vom falschen Ort gespielt.

Das wird mitunter als schwerwiegender Verstoß geahndet – es fällt hierbei zumindest die Grundstrafe an und zusätzlich droht auch die mögliche Disqualifikation.

Schönes Spiel, wir sehen uns auf dem Platz!

Dr. Torben Wissuwa, Jahrgang 1975, seit 2020 Spielleiter und Referee des DGV, seit 2015 des GV Niedersachsen-Bremen. Sein R&A Examen (Level 3) hat er 2022 bestanden und ist Mitbetreiber des Golfregel-Forums „golf-rules.com“.

Anzeige
Charles Tyrwhitt 2026 https://www.charlestyrwhitt.com/de/home/?src=degtld

Weitere Artikel

More Info
Anzeige
Jucad 2026 https://www.jucad.de/?utm_source=Golftime&utm_medium=Website_Banner&utm_campaign=Image&utm_id=JuCad