02.04.2026 | 10:52

Serino Sports: Performance ohne Plastik

Das Serino-Gründerduo: Sebastian Reetze (l.) und Maik Martin
Marcus Brunnthaler
Marcus Brunnthaler

Serino Sports: In einem Markt, der lange von Polyester dominiert wurde, setzen zwei junge Unternehmer auf Holzfaser. Nachhaltigkeit als Kern des Geschäftsmodells.


Golf ist Natur. Weite. Bewegung. Ein Spiel zwischen Anspannung und Loslassen. Und doch tragen viele Golfer seit Jahrzehnten Kleidung, die ausgerechnet das Gegenteil dessen verkörpert, was der Sport ausmacht: synthetische Fasern, Erdölprodukte, Polyester.

Mit Serino ist eine Marke entstanden, die genau hier ansetzt – mit Golfmode aus Holzfasern statt Plastik.

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Gegründet wurde Serino Sports von einem ehemaligen Leistungsgolfer, weiterentwickelt von einem Marketing und KI-Strategen, positioniert sich das junge Unternehmen als ernstzunehmender Herausforderer im europäischen Golfmarkt.

Sebastian Reetze, CEO und Gründer, wuchs auf dem Golfplatz auf. Mit fünf Jahren hielt er den ersten Schläger in der Hand, mit 13 begann er, das Ziel Golfprofi systematisch zu verfolgen.

College-Stipendium in Virginia, DGL-Einsätze für den GC Hannover, Starts auf der Pro Golf Tour – sein Leben war Leistung, Struktur und Disziplin.

Doch ausgerechnet auf dem Platz begann ein Zweifel zu wachsen: die Kleidung. An langen Sommertagen klebten die Shirts am Körper, Gerüche hielten sich hartnäckig, die Haut fühlte sich eingepackt an.

Der entscheidende Moment kam beim Blick aufs Etikett. Unterschiedliche Marken, unterschiedliche Logos – doch immer dieselben Materialien: Polyester, Polyamid, Nylon, Spandex.

Statt fossiler Rohstoffe kommt ein nachwachsender, natürlicher Werkstoff zum Einsatz. Das Natural Performance Polo mit Wohlfühlfaktor macht dabei fast 80 Prozent des Umsatzes aus
Statt fossiler Rohstoffe kommt ein nachwachsender, natürlicher Werkstoff zum Einsatz. Das Natural Performance Polo mit Wohlfühlfaktor macht dabei fast 80 Prozent des Umsatzes aus

„Mein größtes Organ – die Haut – war jahrelang eingepackt wie in Frischhaltefolie“, sagt Reetze rückblickend. „Kein Wunder, dass ich mich nie wirklich wohlgefühlt habe.“

Die Erkenntnis war einfach – und zudem radikal: Wenn es das perfekte Shirt nicht gibt, muss man es eben selbst entwickeln.

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Serino Sports: Holz statt Erdöl

Serino produziert Golfbekleidung aus Holzfasern. Statt fossiler Rohstoffe kommt ein nachwachsender, natürlicher Werkstoff zum Einsatz. Das Material ist seidig weich, atmungsaktiv, temperaturregulierend und geruchsneutralisierend.

Das Versprechen: kein Kleben, weniger Schwitzen, kein unangenehmes Ausziehen nach der Runde. Sondern ein Shirt, das sich auch nach 18 Löchern noch frisch anfühlt.

Elegante Passform mit dezentem Stehkragen: Natural Performance Longsleeve
Elegante Passform mit dezentem Stehkragen: Natural Performance Longsleeve

„Serino steht für mehr als nur umweltfreundlichere Golfkleidung“, erklärt Reetze. „Wir verstehen uns als Unterstützer für Golfer aller Spielstärken, damit sie sich auf der Runde und danach besser fühlen.“

Diese Philosophie prägt die Marke Serino Sports: Performance ohne Plastik.

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Harte Schule Unternehmertum

2021 gründete Reetze das Unternehmen – zunächst unter anderem Namen. Textilwissen? Fehlanzeige. Kontakte in die Branche? Keine. Kapital? Begrenzt. Also lernte er Stoffe, nähte Prototypen, reiste zu Produktionsstätten nach Portugal, China und in die Türkei.

Er investierte sein gesamtes Erspartes in eine erste Kollektion – eine Mischung aus Streetwear und Golfmode, optisch progressiv, materialtechnisch revolutionär. Doch der Markt reagierte verhalten. Ein zentrales Produkt fehlte: das klassische Poloshirt.

„Rückblickend war das unser größter Fehler“, sagt Reetze. „Heute machen unsere Natural Performance Polos fast 80 Prozent unseres Umsatzes aus.“

Der Klassiker neu durchdacht: Natural Performance Polo
Der Klassiker neu durchdacht: Natural Performance Polo

Es folgte der unternehmerische Kraftakt: 50.000 Euro Kredit ohne Sicherheiten, ein Nebenjob in der Gastronomie, tagsüber Business- Aufbau, abends Schichten.

Reetze tingelte mit seinen Poloshirts von Golfclub zu Golfclub, organisierte kleine Verkaufsevents und Turniere. Die Resonanz war plötzlich da. Die Nachfrage stieg schneller als die Produktionskapazität. Lieferverzögerungen bremsten das Wachstum – aber nicht den Glauben an das Produkt.

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Der digitale Hebel

Ein entscheidender Wendepunkt bei Serino Sports kam dann mit dem Einstieg von Maik Martin als Co-Founder und CMO.

Martin brachte über zehn Jahre Marken- und Medienerfahrung ein – mit Stationen bei FMCG-Unternehmen wie Kellogg, Unilever, fritz-kola und Krombacher, später Head of Marketing bei Oatsome mit starkem Direct-to-Consumer- Fokus.

Er denkt Marken digital, datengetrieben und zudem international. „KI ist für mich kein Hype, sondern Werkzeug und Mindset zugleich“, sagt Martin. „Auch im Golf – ob Performance- Tracking, Content-Automatisierung oder Community-Building.“

Kollektions-Besprechung bei Serino Sports: Reetze und Martin im Green Grid Golfclub in Hamburg
Kollektions-Besprechung: Reetze und Martin im Green Grid Golfclub in Hamburg

Mit ihm erweiterte Serino seine bereits bestehende Online-Marketing- Strategie in den Bereichen Social Media, E-Commerce und Performance- Kampagnen – es entstand ein skalierbares Direktvertriebsmodell.

Heute versendet Serino europaweit, nach Großbritannien und außerdem in die USA. Der erste sechsstellige Jahresumsatz wurde erreicht, die Million für 2026 ist als klares Ziel formuliert.

Community statt Zielgruppe

Martin selbst begann erst 2023 mit Golf – und machte daraus ein öffentliches Experiment. Unter dem Projekt „Scratch1000“ dokumentiert er seinen Weg zu Handicap 0. Content, Storytelling und Markenaufbau verschmelzen.

Diese Nähe zur Community ist Teil der DNA von Serino. Die Marke richtet sich an alle, „egal ob du deinen Drive 50 oder 300 Meter schlägst.“

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Serino Sports: Nachhaltigkeit als Haltung

Nachhaltigkeit ist bei Serino kein Marketing-Add-on, sondern Kern des Geschäftsmodells. Martin beschäftigte sich bereits vor Serino mit CO₂-Reduktion in der Modeindustrie, analysierte Lieferketten, entwickelte Strategien für klimafreundlichere Prozesse.

Diese Erfahrung fließt nun in Produktionsentscheidungen, Materialwahl und Markenpositionierung ein. Der Anspruch: Design trifft auf Verantwortung. Performance trifft auf Natürlichkeit.

Nachhaltig schick: Natural Performance Polo & Skirt
Nachhaltig schick: Natural Performance Polo & Skirt

Serino versteht Golfmode nicht nur als Funktionsbekleidung für den Golfplatz, die Kollektionen sollen darüber hinaus auf der Clubterrasse, im Alltag oder auf Reisen funktionieren.

Der Ansatz: Minimalistisches Design, reduzierte Farbwelten, klare Linien. „Unser Ziel ist es, sich nie wieder Gedanken um seine Kleidung machen zu müssen, sobald man sie anhat“, sagt Reetze.

Dieses Selbstverständnis ist ambitioniert – und unterscheidet die Marke von klassischen Sportlabels, die vor allem über Performance- Claims argumentieren.

Vision: Marktführer in Europa

Die Gründer von Serino Sports denken langfristig. Europa als Kernmarkt, USA als Wachstumstreiber. Vertrieb über den eigenen Online-Shop, ausgewählte Partnerclubs und individuell produzierte Mannschaftskleidung.

Die Vision ist dabei klar definiert: Marktführer für natürliche Golfmode in Europa werden – und von dort aus global expandieren.

Reetze fasst es mit den Worten seines früheren Trainers zusammen: „You don‘t stop when you‘re tired, you stop when you‘re done.“

Info: www.serinosports.com

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