22.04.2019 | 11:44

Die Rotation im Golfschwung – Faktor Physik

Perfektes Beispiel Rory McIlroy: Der Körper dreht sich umso leichter, je besser die Achse ausgerichtet ist. Eine gekrümmte Achse erzeugt Unwucht und behindert die Bewegung
Dr. Christian Haid
Dr. Christian Haid

Die Rotation im Golfschwung und der Faktor Physik. Die korrekte Drehbewegung ist dabei der wahre Motor hinter kraftvollen, dynamischen Schwüngen …


Der Golfschwung muss gut wiederholbar sein und unser Krafteinsatz soll Schlägerkopfgeschwindigkeit erzeugen.

Wir bewegen beim Golfschwung unseren Körper und benutzen den Golfschläger als Werkzeug. Aus diesen Fakten ergeben sich Bedingungen, die als Voraussetzung für einen guten Golfschwung anzusehen sind:

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  • Die Physik der Drehbewegung muss berücksichtigt werden;
  • Die Eigenschaften von Pendelbewegungen wirken sich aus;
  • Unsere Muskulatur hat „federnde Eigenschaften“, die besonders effizienten Krafteinsatz ermöglichen.

Es handelt sich somit um geometrische, zeitliche und muskelphysiologische Eigenschaften, die die Abfolge unserer Schwungbewegung beeinflussen.

Sprechen wir als Erstes über die Physik von Drehbewegungen. Wir erkennen bei der Beobachtung von Golfern, dass sich diese sehr schnell drehen.

Wir drehen uns im Rückschwung vom Ball weg und im Durchschwung in Richtung Ziel. Es handelt sich somit um eine beschleunigte Drehung, also die Rotation im Golfschwung. Bei einer Drehbewegung dreht sich ein Körper um eine Achse. Diese wird beim Golfschwung häufig zusätzlich verschoben.

Der Körper dreht sich umso leichter, je besser die Achse ausgerichtet ist. Eine gekrümmte Achse erzeugt „Unwucht“ und behindert die Bewegung.

+++ Zum Thema: Dr. Christian Haid – Frustbewältigung im Golf +++

Die Rotation im Golfschwung

Wir können daher festhalten, dass eine möglichst gut ausgerichtete starre Achse für die Rotationsbewegung günstig ist. Die Drehbewegung des Körpers erzeugen wir mithilfe eines Drehmoments, das wir gegenüber dem Boden aufbringen.

Unsere Drehbewegung wird daher mit der Kraft unserer Beine beschleunigt. Nun sind also zwei Größen im Spiel, die die beschleunigte, korrekte Drehbewegung im Golf beeinflussen:

  • Die Kraft mit ihren Hebelarmen, die das Drehmoment erzeugt;
  • Die Massenverteilung, die den Widerstand gegenüber der Drehbewegung beeinflusst.

Aufgebrachte Kraft und Hebelarme beeinflussen wir durch unseren Stand und mit unserem muskulären Krafteinsatz.

Den Widerstand gegen die Drehbeschleunigung können wir verringern, indem wir die Massen näher an die Drehachse bringen. Wir kennen alle Experimente, die Ähnliches beweisen.

Sitzen wir z. B. auf einem Drehsessel mit ausgestreckten Armen und rotieren, dann erhöht sich die Rotationsgeschwindigkeit, wenn wir die Arme näher an den Körper bringen. Das ist der Drehimpulserhaltungssatz.

Es gilt, dass sich der Widerstand gegen die Drehbeschleunigung erhöht, wenn die Massen weiter entfernt von der Drehachse sind.

Daraus folgern wir, dass wir beim Golfschwung unsere Massen eher nah am Körper halten sollten. Die Arme im Rückschwung weit weg zu strecken, ist kontraproduktiv.

Dass der Schlägerkopf trotzdem seinen Weg zum Ball findet, das erledigt die Zentrifugalkraft auf ihrem Weg in Folge der Rotation im Golfschwung.

Dr. Christain Haid, Biomechaniker an der Universitätsklinik Innsbruck.

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