People-Check: Costantino Rocca
Costantino Rocca: Was macht der eigentlich heute?
Costantino Rocca war der Pionier des italienischen Golfsports, ein Mann, der mit seinem legendären Putt auf dem 18. Grün in St Andrews Geschichte schrieb. Genau 30 Jahre ist es her, seit er bei der Open Championship 1995 die Herzen der Golffans im Sturm eroberte.
Ein über 20 Meter langer Putt aus dem Valley of Sin bergauf, über zwei Wellen – und dann direkt ins Herz des Lochs. Rocca warf sich auf die Knie, schlug mit den Fäusten in den Rasen und blickte ungläubig gen Himmel.
Die Fans explodierten vor Begeisterung, und der Moment wurde zum ikonischen Bild der 1995er-Open. Mit diesem unfassbaren Birdie zwang er den US-Amerikaner John Daly ins Stechen.
Im anschließenden Vier-Loch-Playoff konnte Costantino Rocca die Magie nicht ganz konservieren. Daly spielte solide, während Rocca auf dem dritten Extraloch strauchelte. Am Ende triumphierte der Amerikaner, doch der wahre Held des Tages war für viele ein anderer.
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Costantino Roccas Auftritt bei der Open 1995 war mehr als sportliche Höchstleistung. Es war Herz, Leidenschaft und ein Beweis dafür, dass große Träume auch aus dem „Tal der Sünde“ emporsteigen können. Sein Putt auf der 18 gehört zu den legendärsten Momenten des Golfsports – und machte den sympathischen Italiener über Nacht zur Kultfigur.
Karriereende 2007
Costantino Rocca, heute 68 Jahre alt, ist noch immer eine prägende Figur des europäischen Golfs – wenn auch längst nicht mehr auf der großen Bühne. Nach seinem Karriereende auf der European Tour im Jahr 2007 hat sich Rocca nicht komplett aus dem Golfsport zurückgezogen.
Ganz im Gegenteil: In seiner Heimatstadt Bergamo betreibt er seit vielen Jahren eine eigene Golfschule, die „Costantino Rocca Golf Academy“. Dort gibt er sein Wissen und seine Erfahrung an junge italienische Talente weiter – mit dem Ziel, eine neue Generation italienischer Weltklassespieler zu fördern.
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Rocca ist zudem regelmäßig bei Pro-Am-Turnieren und Charity-Events zu sehen. Er genießt den Status eines Golfbotschafters Italiens und ist häufig Ehrengast bei nationalen Golfveranstaltungen. Bei der Italian Open etwa lässt er sich kaum eine Austragung entgehen – sei es als Kommentator, Analyst oder Mentor hinter den Kulissen.
Der Vater dreier Kinder ist auch familiär eng mit dem Sport verbunden. Sohn Francesco Rocca war zeitweise selbst als Golfprofi aktiv, heute unterstützt er seinen Vater in der Akademie.

Costantino Rocca: Erster Italiener beim Ryder Cup
Obwohl Rocca heute nicht mehr um Titel spielt, lebt sein Vermächtnis weiter. Er war der erste Italiener, der im Ryder Cup spielte – und das gleich dreimal (1993, 1995, 1997). Unvergessen bleibt sein Duell mit Tiger Woods beim Ryder Cup 1997 in Valderrama, das Rocca eindrucksvoll für sich entscheiden konnte.
Italiens Golflegende Costantino Rocca bleibt also präsent – als Lehrer, Botschafter und Vorbild. Der italienische Golfsport hat ihm viel zu verdanken. Und auch heute noch flackert der alte Wettkampffunkenschlag in seinen Augen auf, wenn er über Majors spricht. Nur spielt sich der Kampf nun nicht mehr auf den Fairways, sondern im Unterrichtsraum und auf der Driving Range ab.