17.06.2019

„Das Unangenehme genießen“

Erster Major-Sieg bei der U.S. Open 2019 in Pebble Beach: Gary Woodland
golftime
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Gary Woodland besteht die Nervenprobe im Finale der U.S. Open in Pebble Beach und gewinnt sein erstes Major. Brooks Koepka verpasst das Triple.


Gary Woodland stand auf dem 17. Grün des Pebble Beach Golf Links und hatte eine selbst für Tour-Profis unangenehme und nicht ganz alltägliche Aufgabe zu bewältigen. Sein Ball kam auf der rechten Seite des Grüns zum liegen, dessen Form an eine Acht erinnert. Der direkte Weg zur Fahne, die traditionell auf der von den Spielern aus gesehen linken Seite des Grüns gesteckt war, war versperrt. Woodland musste diese Aufgabe unter maximalem Stress mit dem Lob Wedge lösen.

Während der langen Geschichte der U.S. Open auf diesem Platz haben sich auf dieser Spielbahn legendäre Szenen abgespielt. Jack Nicklaus kam am Finalsonntag der Austragung 1972 mit einer Führung von einem Schlag ans Tee, sein Eisen 1 traf den Flaggstock, Nicklaus spielte das Birdie und konnte die 18 absolut stressfrei bestreiten.

Erster Major-Sieg

Auch Woodland hatte zwei Schläge Vorsprung nach 16 gespielten Löchern, auch er fabrizierte einen Schlag, der in die Geschichte eingehen wird. Woodland spielte zwar kein Birdie, doch sein Chip ging fast ins Loch. Ein Par mit der Folge, dass die 18 zwar nicht stressfrei zu bestreiten war, aber zumindest stressreduziert. Der Amerikaner, der vor diesem Event vier Mal auf der PGA Tour siegen konnte, versenkte auf der 18 sogar noch zum Birdie. Es war die Kür eines wahrlich harten Arbeitstages, an dessen Ende Gary Woodland seinen ersten Major-Pokal in Empfang nehmen durfte.
Die USGA, der Ausrichter des dritten Majors des Jahres, hatte den Platz nicht unwirklich schwierig präpariert. Die Fahnenpositionen ließen einige Birdies zu, sehr tiefe Runden waren möglich. Das muntere Scheibenschießen ließ nicht lange auf sich warten. Brooks Koepka, vier Schläge zurück vor dem Finale, eröffnete seine Runde mit fünf Ein-Putts und vier Birdies auf den ersten fünf Bahnen, Louis Oosthuizen kletterte früh auf dem Tableau und auch Justin Rose, Woodlands Spielpartner, versenkte seinen Ball auf dem ersten Grün zum Birdie. Der Druck auf den führenden Woodland wuchs wie erwartet. 
Doch der Amerikaner blieb stets in der Komfortzone. Durch zwei frühe Birdies blieb er vorne, und ließ sich auch von den Schlagverlusten auf den Löchern Neun und Zwölf nicht aus der Ruhe bringen. Ein Birdie auf der 14 sowie weitere Pars auf der 15, 16 und 17 sicherten ihm seinen Vorsprung, da auch die Konkurrenz das frühe Tempo nicht durchziehen konnte. Als Brooks Koepka, in der vorletzten Gruppe unterwegs, das Birdie auf der 18 verpasste und Justin Rose durch drei Bogeys auf den hinteren Neun die Luft ausging, reichte ein Bogey auf dem Schlussloch zum Sieg. Woodland spielte das Par 5 mit Eisen-Eisen-Wedge – und lochte zum Birdie und zum Sieg mit drei Schlägen Vorsprung auf Koepka, der es verpasste, als erster Spieler seit Willie Anderson zu Beginn des 20. Jahrhunderts drei Mal in Folge die U.S. Open zu gewinnen.

2,25 Millionen U.S. Dollar Prämie

Woodland holt sich die Siegprämie in Höhe von 2,25 Millionen U.S. Dollar, sichert seine Tour-Karte bis zum Jahr 2024, seine Startberechtigung bei den Majors für die kommenden fünf (Masters, PGA Championship, Open Championship) beziehungsweise zehn (U.S. Open) Jahre.
„Vom Mentalen her war es meine beste Leistung“, analysierte Woodland. „Ich bin immer im Hier und Jetzt geblieben; habe nie daran gedacht, was passieren würde, wenn ich gewinne, was die Folgen wären. Ich habe mich auf die Ausführung jedes einzelnen Schlages konzentriert, bin im Moment und bei mir selbst geblieben.“
Woodland bestand die Nervenprobe mit etlichen Major-Siegern im Nacken. Jener Gary Woodland, der bis dato auch dafür bekannt war, ganz gerne mal eine Führung vor dem Finale wieder herzugeben. Er überstand den Stress, das ganze Wochenende über in Führung zu liegen. Mit den auf ihn gerichteten Kameras von der Ankunft bis zur Abfahrt. Mit den ganzen Geschichten, die geschrieben wurden über die berühmten Zusammenbrüche der Führenden.
„Es ist nicht gerade angenehm, bei einem Major zu führen“, resümierte er. „Aber ich habe versucht, das Unangenehme zu genießen.“ Das ist Woodland eindrucksvoll gelungen. 
1.  Gary Woodland (-13)
2. Brooks Koepka (-10)
T3 Xander Schauffele, Jon Rahm, Chez Reavie, Justin Rose (-7)
T7 Adam Scott, Louis Oosthuizen (-6)
T9 Henrik Stenson, Chesson Hadley, Rory McIlroy (-5:)
T12 Viktor Hovland (a), Matt Fitzpatrick, Matt Wallace, Danny Willett (-4)
T16 Webb Simpson, Francesco Molinari, Ben-Hyun An, Graeme McDowell, Matt Kuchar (-3)
T21 Paul Casey, Alex Prugh, Tiger Woods, Jason Day, Tyrrell Hatton, Hideki Matsuyama, Patrick Cantlay (-2)
T28 Sepp Straka, Shane Lowry, Jim Furyk, Nate Lashley (-1)
T32 Marcus Kinhult, Patrick Reed, Billy Horschel (E)
T35 Martin Kaymer, Jason Dufner, Marc Leishman, Dustin Johnson, Brandon Wu (a) (E)
76. Bernd Wiesberger (+10)
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