Erster Sieg auf der DP World Tour für den Engländer
Husqvarna British Masters 2026: Joe Dean krönt Aufholjagd
Joe Dean gewinnt das Husqvarna British Masters 2026 im The Belfry. Der Engländer spielt am Finaltag groß auf und feiert mit drei Schlägen Vorsprung seinen ersten Titel auf der DP World Tour. Thomas Rosenmüller überzeugt als bester Deutscher mit zwei starken 68er-Runden am Wochenende.
Joe Dean (Foto: Getty Images/DP World Tour) hat beim Husqvarna British Masters hosted by Sir Nick Faldo ein bemerkenswertes Kapitel seiner Karriere geschrieben. Der 32-Jährige aus Sheffield setzte sich auf dem traditionsreichen Brabazon Course im The Belfry mit insgesamt 14 unter Par durch und feierte damit seinen ersten Sieg auf der DP World Tour.
Dabei deutete am frühen Sonntag zunächst wenig auf einen Triumph des Engländers hin. Wegen der wetterbedingten Verzögerungen der ersten Turniertage musste Dean am Morgen zunächst seine dritte Runde beenden. Zu diesem Zeitpunkt lag er acht Schläge hinter der Spitze. Zwei Birdies auf seinen letzten sechs Löchern verkürzten den Rückstand vor der Schlussrunde zumindest auf sieben Schläge.
Was anschließend folgte, war die beste Runde der gesamten Turnierwoche. Während Wind und anspruchsvolle Bedingungen vielen Konkurrenten Probleme bereiteten, gelangen Dean neun Birdies. Mit einer 63 – neun unter Par – setzte er bei 14 unter Par die Bestmarke im Clubhaus. Insgesamt hatte er damit innerhalb seiner letzten 24 Löcher nicht weniger als elf Birdies gespielt.
Danach begann das Warten. Gemeinsam mit Ehefrau Emily, die ihn als Caddie begleitete, verfolgte Dean, ob die Konkurrenz noch einmal herankommen würde.
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Husqvarna British Masters 2026: Marco Penge lässt Chancen liegen
Vor allem Marco Penge schien lange in der Lage, Dean noch abzufangen. Der Engländer lag zwölf Löcher vor Schluss nur zwei Schläge zurück, konnte die beiden Par-5-Löcher 15 und 17 jedoch nicht entscheidend nutzen.
Dean dagegen hatte seine Arbeit bereits erledigt. Nach Birdies an den Löchern 13 und 14 brachte ihn ein weiterer Schlaggewinn am 17. Loch zurück an die Spitze. Als Penge an der Elf ein Bogey kassierte, hatte Dean plötzlich die Gelegenheit, sich weiter abzusetzen. Auf der 18 platzierte er seinen Eisenschlag rund drei Meter an die Fahne und verwandelte auch diesen Birdie-Putt.
Bei 14 unter Par war die Entscheidung gefallen: Dean gewann mit drei Schlägen Vorsprung.
Nacho Elvira aus Spanien, der Neuseeländer Daniel Hillier sowie die Dänen Niklas Nørgaard und Jacob Skov Olesen teilten sich bei elf unter Par Rang zwei. Penge, Tom McKibbin aus Nordirland und Thomas Rosenmüller folgten einen weiteren Schlag zurück bei zehn unter Par.
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Thomas Rosenmüller starker Sechster
Aus deutscher Sicht sorgte Thomas Rosenmüller für das herausragende Ergebnis. Nach zwei 71er-Runden zum Auftakt drehte der 29-Jährige am Wochenende auf. Sowohl in Runde drei als auch im Finale unterschrieb er eine 68. Mit Runden von 71, 71, 68 und 68 kam Rosenmüller auf 278 Schläge und zehn unter Par und teilte damit Rang sechs mit Marco Penge und Tom McKibbin – nur vier Schläge hinter Sieger Joe Dean.
Marcel Schneider erreichte ebenfalls das Wochenende, konnte dort aber nicht mehr an seine 70 zum Auftakt anknüpfen. Nach einer 73 in Runde zwei folgten am Sonntag 75 und 74 Schläge. Mit insgesamt 292 Schlägen (+4) beendete Schneider das British Masters auf dem geteilten 68. Rang.
Für Marcel Siem und Freddy Schott war dagegen nach zwei Runden Schluss. Siem startete mit einer 70 vielversprechend, fiel mit einer 75 am zweiten Tag aber auf insgesamt 145 Schläge (+1) zurück und verpasste den Cut. Schott kam nach Runden von 75 und 72 auf 147 Schläge (+3) und schied ebenfalls aus.
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Bernd Wiesberger bester Österreicher
Bei den Österreichern brachte Bernd Wiesberger das beste Ergebnis ins Clubhaus. Der 40-Jährige verschaffte sich mit zwei 70er-Runden zunächst eine gute Ausgangsposition. Eine 73 in Runde drei kostete jedoch zahlreiche Plätze. Mit einer abschließenden 71 kam Wiesberger auf 284 Schläge und vier unter Par und teilte Rang 37.
Maximilian Steinlechner lag nach Runden von 69 und 70 sogar bei fünf unter Par und damit aussichtsreich im Rennen. Am Wochenende konnte der Österreicher dieses Niveau jedoch nicht halten. Eine 76 in Runde drei und eine abschließende 75 bedeuteten insgesamt 290 Schläge (+2) und Rang 67.
Für die Schweiz war Joel Girrbach beim Husqvarna British Masters 2026 am Start. Nach einer 73 zum Auftakt verbesserte er sich in Runde zwei auf 71 Schläge. Mit insgesamt 144 Schlägen (Even Par) fehlte ihm jedoch ein Schlag auf den Cut, womit die British Masters für ihn nach zwei Runden beendet waren.
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Joe Dean: Ein ungewöhnlicher Weg nach oben
Deans Erfolg ist auch wegen seiner ungewöhnlichen Karriere bemerkenswert. Noch 2022 spielte er auf der EuroPro Tour, 2023 bestritt er überhaupt kein Weltranglistenturnier. Zwar erspielte er sich Ende jenes Jahres über die Qualifying School die Karte für die DP World Tour, aus finanziellen Gründen konnte er seine Saison jedoch zunächst nicht beginnen.
Dean arbeitete weiterhin als Lieferungsfahrer für einen Supermarkt. Gleichzeitig suchte er professionelle Unterstützung, um seine Probleme mit internationalen Reisen in den Griff zu bekommen.
Erst im Februar 2024 begann seine Rookie-Saison – und bereits bei seinem zweiten Start in Kenia wurde er Zweiter. Das Preisgeld von knapp 200.000 Euro veränderte seine Möglichkeiten grundlegend. Ein weiterer zweiter Platz bei der KLM Open brachte ihn schließlich bis ins Saisonfinale nach Dubai. 2025 folgte ein weiterer zweiter Rang bei der Nexo Championship.
„All die schwierigen Stunden und die ganze Arbeit haben endlich zu etwas geführt“, sagte Joe Dean bei der Siegerehrung. Es sei einer jener seltenen Tage gewesen, an denen sich nahezu alles richtig angefühlt habe und die Putts gefallen seien.
Dass sein Name künftig neben einigen der großen Champions des British Masters steht, müsse er erst noch realisieren. Nach diesem außergewöhnlichen Sonntag im The Belfry dürfte ihm dafür allerdings genügend Zeit bleiben …


