20.07.2018

„Habe mich nicht wohl gefühlt“

Bernhard Langer
golftime
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Bernhard Langer schafft den Cut trotz Schwierigkeiten mit dem Schwung locker und gibt einem slice-geplagten Kollegen Ratschläge. Das Halbzeit-Fazit aus Carnoustie.


Die Gewinner:

Bernhard Langer:

Zufrieden war Bernhard Langer nach seiner zweiten Runde der Open Championship nicht. Zumindest nicht mit der Qualität seiner Schläge. Der Altmeister, der im August seinen 61. Geburtstag feiern wird, telefonierte vor einigen Tagen mit seinem Trainer Willi Hofmann. Es ging um Schwungfehler, gegen die Langer schon lange kämpft.

Das Zurücknehmen des Schlägers zu flach, dann over-the-top, wie es in der Fachsprache heißt. Der gab ihm ein paar Schwungideen mit auf dem Weg. So richtig wohl fühlte sich Langer aber nicht mit seinem Spiel. Unter diesen Umständen ist es umso beeindruckender, dass er sich sicher ins Wochenende des Turniers spielen konnte.

Man glaubt ihm, wenn er sagt, er könne oben mitspielen, wenn sein Schwung sich in dieser Woche in einem besseren Zustand präsentieren würde. +2 und Rang 52 zur Halbzeit. Kaum auszumalen, was passiert, wenn Langer die Tipps des Trainers auf einmal umsetzen kann.

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Tommy Fleetwood:

Während Martin Kaymer nach seiner Sahneform sucht, läuft es bei Tommy Fleetwood in den vergangenen Jahren herausragend. Der Engländer (T3 zur Halbzeit) hat sich bis auf den zehnten Rang der Weltrangliste nach vorne gearbeitet und spielte zuletzt auch bei den Majors immer öfter eine Rolle.

Eine wertvolle Erfahrung für den Engländer. Mit den Erfolgen steigt auch die Erwartungshaltung, wie Fleetwood bekräftigt. „Man muss lernen, damit umzugehen“, erklärte er nach der Runde. „Aber es ist wesentlich besser, als wenn sich niemand für Dich interessiert.“

Rory McIlroy:

Die Geschichte von der gesteigerten Erwartungshaltung kann auch Rory McIlroy erzählen.

Der Nordire hat vier Major-Pokale in der Vitrine stehen, auch die Claret Jug, bekräftigte im Vorfeld des Turniers aber, dass es doch ganz schön wäre, als amtierender Open-Gewinner im kommenden Jahr bei der Austragung in seiner Heimat Royal Portrush anzutreten. Bislang liegt McIlroy als geteilter Sechster voll im Soll.

Jordan Spieth:

Als einen Gehirnfurz bezeichnete Spieth seine Schlägerwahl auf dem am Donnerstag auf dem 15. Loch. Der Amerikaner manövrierte sich in eine brenzlige Situation, die ein Doppel-Bogey zur Folge hatte.

Und die zuvor blitzblanke Score-Karte hatte ihren ersten Makel und zwei weitere Bogeys kamen hinzu. Ein mental schwieriges Ende der Runde. Doch der amtierende Open-Sieger kämpfte sich zurück. Ein Gehirnfurz blieb am Freitag aus, sein Ergebnis verbesserte sich durch eine 67 (-3) auf zwei unter Par. Die Titelverteidigung ist weiterhin greifbar.

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Kevin Kisner:

Am Rande des Fairways auf der 18. Bahn stand Jean van de Velde und kommentierte für einen französischen Fernseh-Sender. Jener Franzose, der 1999 in Carnoustie auf der 18. Bahn ein historisches Debakel erlebte. Er sah, wie Kevin Kisner ebenfalls ein kleines Debakel erlebte.

Der Führende nach Tag eins beförderte seinen Ball aus einer Rough-Lage in den Barry Burn, der einmal quer durch die 18.Bahn verläuft. Er notierte ein Doppel-Bogey. Doch trotz des unguten Ausklangs der Runde liegt der Amerikaner mit Zach Johnson in geteilter Führung.

Sandy Lyle:

Es war wohl seine letzte Open. Und ausgerechnet auf dem 18. Loch von Carnoustie, wo sich die schottischen Fans versammelt hatten, um ihr Idol in den Open-Ruhestand zu begleiten, zeigte der Major-Sieger seine Klasse. Lyle lochte zum Birdie, die Fans jubelten, die Spielpartner Martin Kaymer und Andy Sullivan klatschen ab. „Es ist bestimmt 20 Jahre her, dass ich die letzten drei Löcher unter Par gespielt habe“, erklärte er. „Ich war wie auf Wolke sieben, als ich das 18. Fairway entlang gegangen  bin.“ Lyle beendete das Turnier auf dem 131. Rang.

Die Verlierer:

Darren Clarke

Der Ryder-Cup-Kapitän von 2016 erlebt spielerisch eine schwierige Zeit. Auch bei der Open. Der Open-Gewinner von 2011 trifft den Ball aktuell so schlecht wie selten zuvor in seiner Karriere und hat dementsprechend wenig Spaß auf dem Golfplatz.

Was auch Spielpartner Bernhard Langer bestätigte: „Normalerweise schlägt er einen Draw, aber heute hat er sehr viele Push-Slices nach rechts geschlagen. Wir haben gesprochen, weil er ja auch bald auf der PGA Tour Champions abschlägt. Ich habe ihm dann gesagt, was ich tue, wenn ich den Ball nach rechts schlage.“

Dustin Johnson:

Der Weltranglistenerste scheiterte am Ende deutlich am Cut. Noch am späteren Donnerstagabend stand der Amerikaner mit seinem Caddie auf dem Putting-Grün des Carnoustie Golf Links und versuchte seinen Blade-Putter warm zu schwingen.

Ohne Erfolg, er verzichtete auf einen Wechsel des Putters und griff wie in Runde eins auf sein Mallet-Modell zurück. Johnson spielte am Freitag zunächst ordentlich, lag zwei unter für den Tag nach 16 Löchern und damit auf Cut-Kurs. Doch ein Bogey-Doppel-Bogey-Finale machte die Ambitionen, auch am Wochenende dabei zu sein, zunichte. Bei sechs über Par fehlten am Ende drei Schläge.

Martin Kaymer:

Spielerisch sei seine Leistung ordentlich gewesen,erklärte Martin Kaymer. Doch erneut reichte es nicht für den Sprung ins Wochenende. Kaymer ließ zahlreiche Chancen ungenutzt, zumeist puttete er zu vorsichtig. Nachder starken Leistung bei der BMW International Open folgten verpasste Cuts in Paris, Gullane und nun in Carnoustie.

Kaymer betont, er sei müde und bräuchte eine Pause. Doch die PGA Tour verlangt ihren Mitgliedern ein Pensum von 15 Turnieren ab. Kaymer hat aktuell zehn in der Bilanz. Das Programm für die kommenden Wochen hat es also in sich. Kaymer wird bei mindestens vier Turnieren in Folge antreten.

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