28.09.2026 | 08:54

Presidents Cup 2026: Team USA dreht Rückstand zu klarem Sieg

US-Team-Kapitän Brandt Snedeker hält die Trophäe nach dem Sieg beim Presidents Cup 2026 hoch (Foto: picture-alliance)
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Team USA dreht beim Presidents Cup 2026 in Medinah die bereits verloren geglaubte Titelverteidigung und bezwingt das International Team mit 17:13 Punkten. Jacob Bridgeman sorgt auf der 18 für die Entscheidung.


Medinah und spektakuläre Aufholjagden – diese Verbindung hat im internationalen Teamgolf längst Geschichte. 2012 hatte Europa an gleicher Stelle beim Ryder Cup einen 6:10-Rückstand vor den Singles noch in einen 14,5:13,5-Erfolg verwandelt. 14 Jahre später erlebte der traditionsreiche Platz vor den Toren Chicagos die nächste große Wende. Diesmal allerdings mit umgekehrten Vorzeichen.

Team USA (Foto: picture-alliance) ging beim Presidents Cup 2026 mit einem 7,5:10,5-Rückstand in die zwölf abschließenden Singles und benötigte acht Punkte zum Sieg. Am Ende holte die Mannschaft von Kapitän Brandt Snedeker sogar 9,5 davon. Und verwandelte den Drei-Punkte-Rückstand in einen deutlichen 17:13-Erfolg. Es war die größte Aufholjagd an einem Finaltag in der Geschichte des Presidents Cup.

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Presidents Cup 2026: Team International bestimmt die ersten Tage

Dabei hatte lange vieles für das International Team von Kapitän Geoff Ogilvy gesprochen. Zwar entschieden die Amerikaner die Fourballs am Donnerstag noch mit 3:2 für sich, doch am Freitag folgte die große Antwort: In den Foursomes gingen alle fünf Punkte an die internationale Auswahl.

Am Samstag verkürzten die USA in den Fourballs am Vormittag mit 2,5:1,5, ehe die Foursomes am Nachmittag 2:2 endeten. Damit nahm das International Team einen 10,5:7,5-Vorsprung mit in den Sonntag. Erstmals überhaupt führte die internationale Auswahl bei einem Presidents Cup auf amerikanischem Boden vor den abschließenden Singles.

Zwölf Punkte waren noch zu vergeben. Acht davon mussten die Gastgeber gewinnen, um den Cup aus eigener Kraft zu holen.

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Team USA startet die Aufholjagd

Cameron Young gab früh die Richtung vor, obwohl sein Match zunächst alles andere als nach Plan verlief. Gegen Ryo Hisatsune lag der Amerikaner nach vier Löchern bereits 2 down, antwortete jedoch mit Birdies an der 5 und 6 und übernahm anschließend die Kontrolle. Ein langer Birdie-Putt an der 16 besiegelte schließlich den 3&2-Erfolg.

Tom Kim hielt dagegen. Der Südkoreaner, mit vier Punkten erfolgreichster Spieler des International Teams in Medinah, bezwang Wyndham Clark mit 3&2.

Doch die Amerikaner ließen sich nicht aufhalten. Justin Thomas erwischte gegen Corey Conners einen Traumstart, gewann die ersten vier Löcher und setzte sich schließlich deutlich mit 5&3 durch. Scottie Scheffler steuerte mit einem 2&1 gegen Nico Echavarría den nächsten Punkt bei.

Sungjae Im verschaffte dem International Team mit seinem 3&1 gegen Sam Burns noch einmal Luft, ehe Chris Gotterup gegen Christiaan Bezuidenhout bis auf die 18 musste. Dort genügte dem Amerikaner ein Par zum 1-up-Erfolg.

Nach den ersten sechs Singles war aus dem Drei-Punkte-Rückstand nur noch ein Zähler geworden. Das International Team führte lediglich noch mit 12,5:11,5.

Morikawa, Cantlay und Koivun drehen das Match

Nun kippte der Presidents Cup endgültig. Collin Morikawa und Hideki Matsuyama lieferten sich ein enges Duell, das all square auf die 18 ging. Während Matsuyama dort ein Bogey notierte, reichte Morikawa das Par zum 1-up-Sieg.

Patrick Cantlay sorgte anschließend für einen der spektakulärsten Momente des Tages. Adam Scott hatte seinen Rückstand gerade auf ein Loch verkürzt, als Cantlay auf der 16 einen Birdie-Putt aus rund 17 Metern lochte. Ein Loch später war sein 2&1-Erfolg perfekt.

Und dann kam Jackson Koivun. Der junge Amerikaner hatte gegen Si Woo Kim lange zurückgelegen und übernahm erstmals an der 13 die Führung. Ein Birdie an der 15 verschaffte ihm Luft, ein weiteres an der 18 machte den 2-up-Sieg perfekt.

Drei Matches, drei Punkte für die USA. Plötzlich stand es 14,5:12,5. Nur noch ein Punkt fehlte zum Gesamtsieg.

Jacob Bridgeman vollendet das Comeback

Dass ausgerechnet Jacob Bridgeman diesen Punkt holen sollte, passte zur Dramaturgie des Wochenendes. Noch am Samstag hatte er gemeinsam mit Russell Henley in den Foursomes eine bittere Niederlage hinnehmen müssen. Das amerikanische Duo hatte gegen Corey Conners und Nick Taylor nach zehn Löchern 3 up geführt, ehe die Kanadier vier der folgenden fünf Bahnen gewannen und das Match noch mit 1 up drehten.

Keine 24 Stunden später bekam Bridgeman die Chance zur Wiedergutmachung. Gegen Min Woo Lee führte er über weite Strecken, konnte den Australier jedoch nicht vorzeitig abschütteln. So ging es bis auf die 18.

Lee spielte Bogey. Bridgeman blieb ruhig, sicherte sich mit dem Par den 1-up-Sieg – und damit jenen Punkt, der Team USA auf die entscheidenden 15,5 Zähler brachte. Der Presidents Cup war entschieden.

Xander Schauffele setzt den Schlusspunkt

Während in Medinah bereits gefeiert wurde, liefen noch zwei Matches. Nick Taylor kämpfte sich gegen Russell Henley zu einem geteilten Match und einem halben Punkt zurück. Den letzten amerikanischen Sieg der Woche lieferte schließlich Xander Schauffele.

Mit sechs Birdies bezwang er Ryan Fox 2&1 und stellte den Endstand von 17:13 her. Von den zwölf Singles hatte Team USA neun gewonnen, zwei verloren und eines geteilt. Aus einem 7,5:10,5 war innerhalb weniger Stunden ein 17:13 geworden.

Damit setzte sich die amerikanische Dominanz im Presidents Cup fort. Seit dem einzigen Sieg des International Teams 1998 in Melbourne und dem Unentschieden 2003 in Südafrika haben die USA jede Austragung gewonnen. Die Gesamtbilanz steht nach Medinah bei 14 Siegen, einer Niederlage und einem Unentschieden.

Medinah schreibt wieder Geschichte

Und so war es am Ende erneut Medinah, das die Kulisse für eine außergewöhnliche Wende im Teamgolf lieferte. 2012 hatte Europa vor den Singles mit 6:10 zurückgelegen, anschließend 8,5 der zwölf möglichen Punkte geholt und den Ryder Cup noch gewonnen. 2026 starteten die Amerikaner mit drei Punkten Rückstand in den Sonntag – und holten sogar 9,5 Punkte aus den zwölf Einzeln.

Damals wurde das „Wunder von Medinah“ Teil der europäischen Ryder-Cup-Geschichte. Diesmal gehörte der Sonntag den Amerikanern.

Elf Presidents-Cup-Siege in Folge stehen am Ende in den Büchern. Vor allem aber ein Finaltag, an dem aus drei Punkten Rückstand innerhalb weniger Stunden vier Punkte Vorsprung wurden.

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