01.08.2018

Schauen statt lesen

golftime
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Die Regelhüter kündigen an, die Benutzung sogenannter Green Books ab 2019 einzugrenzen.

Das Grünlesen ist auf der Tour zu einer kleinen Wissenschaft geworden. Viele Spieler und Caddies führen Wälzer mit komplexen Skizzen der Grüns mit sich. Oft dauert es Minuten, bis die Analyse beendet ist. Wie viele Zentimeter bricht der Ball? Verläuft der Putt ganz leicht bergauf? Einige Protagonisten konzentrieren sich dabei mehr auf ihre Unterlagen, als auf das Grün an sich. 
Das Bestreben, die Beschaffenheit des Grüns bis ins kleinste Detail zu analysieren, ist nachvollziehbar. Jeder Fehlversuch kostet Geld und Positionen. Die akribische Vorbereitung kann man niemandem vorwerfen.

Klar ist: Würde man den Spielern eine Wasserwaage zur Verfügung stellen oder komplexe Geräte, die den Wind berechnen, sie würden wohl darauf zugreifen. Bryson DeChambeau wurde zuletzt untersagt, weiterhin einen Zirkel zu verwenden. Und an dieser Stelle kommen die Regelhüter ins Spiel. Denn der Golfsport will sich optimal präsentieren, ansonsten sinkt Interesse und Vermarktungspotential. Und Spieler, die vor jedem Putt minutenlang in die Notizen starren? Nun ja, eher weniger attraktiv.

R&A und USGA besorgt

Der R&A und die USGA beschäftigten sich schon eine Zeit lang mit diesem Thema und hörten sich dazu viele Meinungen an. Eine Entscheidung scheint nun gefallen: Der Gebrauch der Green Books soll eingeschränkt werden. Dazu David Rickman, Executive Director – Governance beim R&A: „Wir haben die Verwendung der Green Books und der extrem detaillierten Informationen, die sie liefern, sorgfältig geprüft und sind der Meinung, dass sie die Balance zwischen der Hilfe durch Info-Material und den wesentlichen Fähigkeiten und dem Urteilsvermögen, die erforderlich sind, um die Beschaffenheit der Grüns zu lesen, nicht mehr gegeben ist. Es ist jedoch wichtig, klarzustellen, dass wir die Verwendung von Yardage-Büchern und handschriftlichen Notizen nach wie vor für einen durchaus angemessenen Teil des Spiels halten.“  
 
„Sowohl die USGA als auch die R&A sind der Position verpflichtet, dass die Fähigkeit eines Spielers, seine Linie auf dem Grün zu lesen, beibehalten werden sollte“, sagte Thomas Pagel, Senior Director, Rules of Golf and Amateur Status bei der USGA. „Der Fokus der Interpretation liegt auf der Entwicklung eines wirksamen und durchsetzbaren Ansatzes.“

Die Maßnahmen im Überblick:

  • Bereiche sollen erst ab einer Neigung von 4% (2,29 Grad) aufgezeichnet werden dürfen. Dies hat den Effekt, dass solche Indikatoren der Neigung aus den Bereichen des Putting-Grüns eliminiert werden, in denen das Loch am wahrscheinlichsten positioniert wird (zumeist auf relativ flachen Abschnitten des Putting-Grüns mit einem Neigungsgrad von weniger als 3,5% – oder 2 Grad). Diese vorgeschlagene Grenze entspricht in etwa der mit bloßem Auge gut sichtbaren Neigung.

Diese Skizze wäre legitim (USGA)
  • Ein maximaler Maßstab (1:480) soll die Größe in gedruckter Form auf eine Publikation im Taschenformat beschränken und den Platz für handschriftliche Notizen begrenzen.
  • Allgemeine Informationen, die in traditionellen Yardage-Büchern enthalten sind, wie z.B. Grundabbildungen, die den Umriss des Putting-Grüns zeigen und Informationen wie Wölbungen oder schräge Stellen im Grün enthalten, sind weiterhin erlaubt. 
  • Handschriftliche Notizen sind weiterhin erlaubt, können aber nicht dazu verwendet werden, eine direkte Kopie einer Grün-Skizze zu erstellen.

Erlaubt:

Verboten:

Skizzen: USGA
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