27.04.2022 | 16:24

$4,9 Millionen für Golfball-terrorisierte Familie

Golftimer
Golftimer

Eine Golfball-geplagte Familie soll knapp 5 Millionen U.S.-Dollar Entschädigung erhalten, weil vom angrenzenden Country Club jahrelang Golfbälle auf das Grundstück eingeprasselt sind. Ein U.S.-Gericht entscheidet in erster Instanz für die Klägerfamilie …


Das ist natürlich starker Tobak für den Indian Pond Country Club in Kingston, Massachusetts. Weil monatelang auf das Grundstück der Familie Tenczar Golfbälle vom 15. Abschlag einschlugen, hatte diese laut Meldung des Boston Globe den Club auf Schadensersatz in Höhe von 3,5 Millionen U.S.-Dollar verklagt zuzüglich Zinsen. Und bekam in erster Instanz recht.

Es fing alles so schön an …

Bereits im Frühjahr 2017 hatten die Tenczars ihr 1.000 m² umfassendes Grundstück samt Traumhaus mit Blick auf den Golfplatz für 750.000 U.S.-Dollar erworben, es war ihr erstes Eigenheim und sie sind Nicht-Golfer. Was nicht unerwähnt bleiben sollte, denn ansonsten hätten sie wohl von der möglichen Beeinträchtigung gewusst oder diese zumindest erahnen können.

Und natürlich war der Blick auf das 15. Fairway des angrenzenden Indian Pond Country Club malerisch und verlieh dem Anwesen das gewisse Plus an Exklusivität.

Dann kamen die Golfer …

In den Jahren seit Einzug im April 2017 haben Erika und Athina Tenczar rund 700 Golfbälle auf ihrem Grundstück eingesammelt. Es ging soweit, dass Schäden an Fensterscheiben und der Fassade des Hauses irgendwann gar nicht mehr repariert, sondern nur noch mit Plastikfolie provisorisch abgedeckt wurden.

Auch die beiden Töchter im Alter von zwei und fünf Jahren durften irgendwann nur noch mit Fahrradhelmen im Garten spielen.

Alles irgendwann zu viel für die Tenczars, sie entschlossen sich, den Country Club zu verklagen. Und bekamen nach einem sechstägigen Verfahren recht. Auf 3,5 Millionen U.S.-Dollar zuzüglich Zinsen, also insgesamt 4,9 Millionen U.S.-Dollar, wurde der Indian Pond Country Club demnach verdonnert.

Als Begründung wurden die Schäden an Haus und Grundstück genannt, aber vor allem der psychische Schaden, den die Tenczars über die Jahre erleiden mussten.

„Es klingt wie ein Schuss, jedes Mal, wenn so ein Ball einschlägt“, sagt Athina Tenczar, 36. „Es macht einem echt Angst …“

Und ihr Mann Erik, 43, fügt hinzu: „Wir sind immer auf der Hut und das macht uns emotional richtig fertig.“

Club geht in Berufung

Das ist der aktuelle Stand und der hat immerhin auch schon Wirkung gezeigt. Denn der Country Club hat inzwischen die 15. Tee-Box umgebaut und seitdem soll sich – laut Familie Tenczar – kein einziger Ball mehr auf ihr Grundstück verirrt haben.

Erwartungsgemäß hat der Indian Pond Country Club Berufung gegen das Urteil eingelegt und der Anwalt des Country Clubs, John Flemming, äußerte sich „ziemlich zuversichtlich, das Urteil noch einmal abwenden zu können“.

Fortsetzung folgt …

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