08.05.2021 | 11:20

Chuck zuckt nicht mehr

Thomas Fischbacher
Thomas Fischbacher

Charles Barkley, bekannt für seinen grauenvollen Golfschwung, scheint technisch die Kurve bekommen zu haben.


Charles Barkley ist eine Basketball-Legende. In der NBA gewann er die Wahl zum MVP (most valuable player) im Jahr 1993, war Teil des Dream Team, das bei den Olympischen Spielen historisch dominant war, und legte bis 2000 eine Hall-of-Fame-Laufbahn hin.

Jenes Balltalent, das Barkley, Spitzname „Chuck“, immer wieder auf dem Basketball-Court zur Schau stellte, konnte er anfangs auch auf den Golfplatz übertragen. Anfang der 90er Jahre entdeckte der Amerikaner die Liebe zum Golfsport. Ihm gelangen schnell solide Runden unter 80. Es ist übermittelt, dass Barkley jeden Schwungtipp aufsog, dutzende Trainer aufsuchte, im Wochentakt seinen Schwung umstellte und sich ab und an im ewigen Bestreben nach Perfektion verlor. Attribute, die viele, die dem Golf-Wahnsinn verfallen sind, ganz gut nachvollziehen können.

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Irgendwann soll der ehemalige Power Forward dann einen verhängnisvollen Schwungtipp bekommen haben. Golf-Kumpel und Football-Star Roy Green schilderte, ein Pro haben ihm zu einer kleinen Pause am höchsten Punkt des Rückschwungs geraten.

Anfangs soll Barkley den Ball nach dieser Hilfestellung gut getroffen haben, doch schnell entwickelte sich seine kraftvolle und rhythmische Bewegung zur größtmöglichen Schwungkatastrophe. Denn die Pause entwickelte sich zum Schluckauf. Es entwickelte sich Yip, der nicht per Klauengriff behoben werden konnte.

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Seit diesem Moment gilt Barkleys Schwung als gleichermaßen tragisch und komisch. Natürlich hat man Mitleid mit einem Golfenthusiasten mit unendlich Ballgefühl, großer Liebe zum Spiel und ungebrochenem Ehrgeiz, der so heftig unter die Räder kommt. Andererseits muss man sich beim Anblick des durchzuckten Durchschwungs schon am Riemen reißen, um nicht lachend am Boden zu liegen.

Charles Barkley Golfschwung: Ende der Schaffenskrise?

Nach jahrzehntelanger Schaffenskrise scheint es Barkley nun aber geschafft zu haben, sich schwungtechnisch neu zu erfinden. Ende des vergangenen Jahres hatte sich der Schwung bereits bei „The Match“ erstaunlich solide präsentiert. 4&3 siegte der ehemalige NBA-Star mit Phil Mickelson gegen NFL-Legende Peyton Manning und Plus-Handicapper Stephen Curry (ebenfalls Basketball-Profi). “Zwei Leute haben an uns geglaubt: Du und ich”, so Mickelson zu Barkley auf 15. Grün. Hein Handicap damals: 25.

Nun kam es erneut zu einem Auftritt, bei dem Barkley mit flüssigen Schwung glänzen konnte. Beim Pro-Am zur Regions Traditions, einem Major-Turnier der PGA Tour Champions, schwang Barkley den Schläger erneut erstaunlich rhythmisch.

Angesprochen auf seinen stak verbesserten Schwung, gab Barkley an, dass seine Arbeit mit Stan Utley, ein bekannter Kurzspiel-Spezialist, sein Spiel verändert hat. Laut eigenen Angaben nähert er sich wieder dem Single-Handicap-Bereich.

Man würde es Barkley gönnen, sollte er seinen Schwung-Schluckauf endlich dauerhaft losgeworden sein. Nur wenige Golfer mussten mehr Häme ertragen. Doch anstatt aufzugeben, kämpfte er sich durch einen quälend langen Tunnel. Respekt vor dieser Leistung. Möge der Schluckauf für immer verschwinden.

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