23.03.2018

Ehrlich und ein wenig arrogant

golftime
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Rory McIlroy tut sich schwer, um ein paar Dollars und Ranglistenpunkte zu spielen, wenn er das Turnier nicht mehr gewinnen kann. Verständlich, aber auch ein wenig arrogant.   

Von Thomas Fischbacher
Einige Spieler spielen am Freitag beim WGC-Match Play Event nicht mehr um den Einzug in die K.O-Phase. Es geht letztlich nur noch um Preisgeld sowie Punkte für die Rangliste. Aus dem Spielerlager klagt man über diese Situation. „Wenn man weiß, dass es um zwei FedExCup-Punkte geht und 20.000 U.S.-Dollar hin oder her geht, ist es schwierig“, erklärte beispielsweise Rory McIlroy.
„Man geht raus mit der Einstellung, eventuell Dinge am Schwung auszuprobieren. Aber einige würde viel lieber schon im Flugzeug sitzen.“ Auch Paul Casey kommentierte in diese Richtung.
Motivationsproblem
Vor einigen Jahren wechselte der Modus des Match-Play von K.O. auf Gruppenphase und dann K.O. Einige Spieler hatten damals kritisiert, es wäre zu bitter, die Anreise anzutreten, sich gewissenhaft vorzubereiten und dann im schlechtesten Fall nach nur einer Partie wieder nach Hause fliegen zu können. Nun kritisieren einige Spieler aber den neuen Modus, der jedem Spieler immerhin drei Matches garantiert.
Rory McIlroys Kommentar ist ehrlich und verständlich. Ein Spieler, der jedes Jahr alleine durch Werbeverträge Abermillionen von U.S.-Dollar einstreicht, für den es darum geht, die großen Titel zu gewinnen, tut sich schwer mit der Motivation, um Mittelfeld-Platzierungen zu spielen.
Hauch von Arroganz
Dennoch tragen McIlroys Kommentare auch einen Hauch von Arroganz in sich. Denn für viele Spieler, auch für Teilnehmer im elitären WGC-Feld, ist es durchaus von Bedeutung, die Gruppenphase als Dritter und nicht als Vierter zu beenden. Soweit sollte auch ein hochdekorierter Major-Sieger denken können.
Das finale Urteil? Schwierig. Einerseits wünscht man sich von Spielern kantige und ehrliche Kommentare wie in diesem Fall, andererseits auch den Respekt gegenüber weniger dekorierten Spielern, für die jeder Punkt und jeder Dollar für die Ranglisten wichtig ist. Zweiteres lassen McIlroys Aussagen ein Stück weit vermissen.
Thomas: „Für mich ist es definitiv nicht ohne Bedeutung“
Der Nordire kann sich übrigens trotz einer Niederlage mit einem Sieg am Freitag für die K.O.-Phase qualifizieren. Er wird in der Partie gegen Brian Harman wohl nicht mit dem Schwung experimentieren. 
„Für mich ist es definitiv nicht ohne Bedeutung“, erklärte Justin Thomas, die Nummer zwei der Welt, der sich im vergangenen Jahr nach zwei Niederlagen zum Auftakt in jener Situation befand. „Ich liebe den Wettbewerb zu sehr, um eine Niederlage einfach so hinzunehmen.“ Ian Poulter ergänzt: „Ich hasse es abgrundtief, zu verlieren. Da wird mir schlecht.“
Seelenbalsam für die Sportromantiker. 
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