17.05.2021 | 12:49

Wenn dem Reporter die Stimme versagt

Thomas Fischbacher
Thomas Fischbacher

Richard Bland gewinnt beim British Masters erstmals auf der European Tour. Beim Sieger-Interview kommen Emotionen hoch. Vor allem auch beim Reporter.


Tim Barter hat seit Jahren eine Doppelrolle inne. Der Engländer ist einerseits als Reporter für Sky Sports UK auf den Fairways der European Tour unterwegs, andererseits kümmert er sich um Golfschwünge. Unter anderem um den von Richard Bland. 

477 Starts auf der European Tour hatte Bland, 48, vor dieser Woche beim British Maters im The Belfry auf seinem Konto. Eine bewegte Laufbahn mit Top-Platzierungen, aber auch Abstiegen und Q-Schools. Seit fast 20 Jahren arbeiten Barter und Bland nun zusammen. Einige Male, wie zum Beispiel auch bei der BMW International Open 2017, war das Duo nicht weit weg vom ersten Tour-Titel, aber es sollte stets nicht ganz ausreichen. Bis zu diesem Wochenende.

Richard Bland: Heim-Sieg

Mit dem Heim-Sieg beim British Masters im berühmten The Belfry krönt Bland ein Vierteljahrhundert auf der European Tour endlich mit einem Pokal. Im Stechen reichte ein Par auf dem ersten Extraloch, um den Sieg gegen den Italiener Guido Migliozzi (Bogey) einzufahren. 

Am Rande des Grüns sah die Golfwelt in Barter einen verständlicherweise hoch parteiischen Journalisten und Schwungcoach in Personalunion, der nach Blands verwandelten Sieg-Putt mehrmals die Faust ballte. Und der einen kurzen Augenblick später, seinem Schützling zum Interview gegenüberstand.

Tränen auf beiden Seiten

Tränen bei Sieger-Interviews sind ganz sicher keine Seltenheit. Allerdings kullern diese in den allermeisten Fällen auf der Seite des Spielers. In diesem Fall war es der Fragesteller, dessen Stimme nach wenigen Worten beträchtlich ins Holpern geriet. 

“Es wird wahrscheinlich ein paar Tage dauern, bis ich es begreife. Dafür habe ich 20 Jahre lang gearbeitet”, erklärte Bland. “Es war einfach mein Tag.”

“Tim hier zu haben, war etwas ganz Besonderes”, ergänzte der Engländer. “Er ist ein wirklich enger Freund von mir, unabhängig davon, dass er mein Trainer ist. Ihn hier mit mir auf dem 18. Grün zu haben, macht es also besonders besonders. Es ist genauso sein Sieg wie meiner, mit der Arbeit, die wir investiert haben. Er hat immer mehr an mich geglaubt, als ich an mich selbst geglaubt habe, das hat er mir immer gesagt. Das hat sich ausgezahlt.”

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