22.06.2018

„Spiegelt nicht wider, wie gut ich spiele“

Martin Kaymer
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Martin Kaymer spricht bei der BMW International Open über die aktuelle Verfassung, die Familie, Erinnerungen an den Heimsieg und den anstehenden Ryder Cup.


Heimspiele waren für Martin Kaymer in den vergangenen Jahren immer so eine Sache. Als die Persönlichkeit im deutschen Golfsport stand Kaymer im Rampenlicht. Interview hier, Veranstaltung dort, ProAm und dann irgendwie noch gut Golf spielen, um die vielen Fans zufrieden zu stellen. Ein Spagat, der ihm zuletzt nicht immer glückte. Auch im Vorfeld der Jubiläumsausgabe der BMW International Open war Kaymer gewohnt präsent. Unter anderem im persönlichen Interview mit Topmodel und Moderatorin Lena Gercke. Die Themen: die aktuelle Form, die Familie, Erinnerungen an den Heimsieg und den anstehenden Ryder Cup in Paris.

Martin Kaymer über die Woche bei der U.S. Open:

„Ich will nicht sagen, dass man so eine Woche vergessen sollte. Aber man sollte nicht zu viel hinein interpretieren. Es war teilweise einfach zu viel, wenn selbst gute Schläge nicht belohnt werden. Das kann einen schon ein wenig frustrieren. Aber das ist völlig normal. Wie schon gesagt: abhaken und nach vorne schauen.“

… die aktuelle Form:

„Mit meinem Spiel schon, aber mit meinen Scores nicht so richtig. Sie spiegeln nicht wirklich wider, wie gut ich spiele. Wenn ich ein, zwei Fehler mache, bin ich gleich unter Druck, weil das Selbstvertrauen aufgrund der mittelmäßigen bis teilweise schlechten Ergebnisse noch nicht wieder ganz da ist. Man muss sich langsam wieder zurückkämpfen. Das ist extrem ermüdend, weil man natürlich gute Ergebnisse haben möchte. Ich mache mir wenig Druck auf dem Platz, aber es wäre schön, wenn nach dem Training, das ich auch im Winter investiert habe, ein bisschen was zurückkommt. Man muss extrem geduldig bleiben. Wenn man dann ein Ryder-Cup-Jahr hat, und so viele große Turniere vor der Brust, die man alle schon gewonnen hat und die einem gut liegen, dann möchte man schon irgendwie reinkommen. Jede gute Runde ist gut fürs Selbstvertrauen. Ich fokussiere mich eher darauf, wieder einmal in Führung gelegen und um den Sieg gekämpft zu haben als auf die U.S. Open, die etwas verrückt waren.“

… das Heimspiel BMW International Open:

„Es ist schön, im eigenen Bett zu schlafen und in 20 Minuten hier zu sein. Solche Turniere sind sehr angenehm, wenn man zu Hause selbst die Wäsche waschen kann und nicht im Hotelzimmer aufhängen muss. Im eigenen Bett zu liegen und unter der eigenen Dusche zu stehen, ist schon auch in der Vorbereitung anders, weil man nicht in der üblichen Routine ist. Es ist auch schwer, in den Turnier-Modus zu schalten. Man darf sich nicht ablenken lassen, was in den letzten Jahren bei den deutschen Turnieren für mich immer die größte Herausforderung war: das Turnier als Turnier zu sehen und mich wirklich auf die Schläge und Runden zu konzentrieren. Die Ablenkung ist extrem, und ich bin bei solchen Sachen sehr anfällig für Ablenkung. Ich noch keinen wirklich guten Weg gefunden, das für mich positiv zu nutzen. Denn man sieht auch immer die Unterstützung und Leidenschaft der Leute, die mitgehen. Daraus kann man viel mitnehmen.“

… Erinnerungen an seinen Sieg vor zehn Jahren:

„Es war damals ein sehr emotionaler Sieg. Ich habe immer noch die Bilder vor Augen, wie ich die 18 gespielt habe mit den ganzen Deutschland-Fahnen im Hintergrund. Das war schon etwas Besonderes für einen damals 23-Jährigen, so eine Unterstützung im eigenen Land zu erfahren. Solche Erfolge muss man auch erst einmal einordnen.“

… den anstehenden Ryder Cup und den Kontakt zu Team-Kapitän Thomas Bjørn:

„Da gab es keinen Austausch. Wenn man ehrlich ist, bin ich auch ziemlich weit weg. Zum jetzigen Zeitpunkt wäre es total falsch, wenn ich da mitspielen würde. Man muss ehrlich zu sich sein, meine Leistung war nicht gut genug, und wenn zwölf andere Spieler besser sind, dann ist das so. Ich hoffe, dass ich in irgendeiner Form im Paris dabei sein werde. Das ist ein Event, bei dem man viel lernen kann, auch wenn man nicht spielt.“

… den Familienmensch Martin Kaymer:

„Ich habe schon gerne die Leute um mich herum. Aber leider habe ich mich schon auch daran gewöhnt, alleine zu sein. Um diesen Job gut ausführen zu können, muss man lernen, mit sich alleine zurechtzukommen. Und sich darauf einstellen, viel alleine zu sein.“
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