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Coverstory: Homestory Sandra Gal GALAKTISCH
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Kaymers neuer Ansatz 18.06.2019

Fokussiert: Martin Kaymer
Fokussiert: Martin Kaymer
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Ein veränderter Alltag für mehr Energie und den Fokus aufs Wesentliche – Martin Kaymer spricht im Vorfeld der BMW International Open über eine neue Lebensweise.



Es gab diese Situation in Phoenix von der Martin Kaymer zur Zeit immer wieder gerne erzählt. Er sitzt in einem Café und tut: nichts. Kein Handy, kein Gespräch, Kaymer verweilt im Moment. Ohne Ablenkung, ohne Zeitvertreib. Dann kommt ein Ehepaar und fragt den Deutschen, ob es ihm denn gut ginge. Ein Moment, der symbolisiert, wie ungewöhnlich es heutzutage sei, einfach nur einen Kaffee zu trinken, erklärt Kaymer.

Symbolisch ist diese Situation, weil sie ganz gut zum Ansatz passt, den der Deutsche momentan verfolgt. Es geht dabei um den Fokus aufs Wesentliche, um Ablenkung, um Entschleunigung. Kaymer hat sich bewusst dazu entschieden. Social Media sei ein ganz gutes Beispiel, um zu erklären, wie sich dies im Alltag auswirkt. "Da wird einem ein Leben anderer Menschen nahe gebracht, das nicht wirklich der Realität entspricht – und man vergleicht sich teilweise damit, ob man möchte oder nicht. Das geschieht zum Teil unterbewusst, aber hat eine Auswirkung auf das eigene Leben. Man liest auch Meinungen von anderen Menschen über sich, die eigentlich keine Ahnung von deinem Leben haben. Das hat nicht wirklich viel Positives, deshalb versuche ich das zu reduzieren und an den Turniertagen ganz sein zu lassen."

Kopf freier

Die Auswirkungen spürt Kaymer, der trotz 12-Stunden-Flug aus Kalifornien von der U.S. Open frisch wirkt, schon jetzt. Der Schlaf sei tiefer, der Kopf freier. Alles ist ruhiger. Was Energie schafft für das Wesentliche; nämlich Golf. Mit dem eigenen Spiel ging es zuletzt bergauf. Rang drei beim Memorial, ein Platz im Mittelfeld bei der U.S. Open trotz bisweilen kalten Putter. Es war ok, sagt Kaymer, und ergänzt: "Wenn eine OK-Leistung für so ein Resultat ausreicht, dann ist das nicht allzu schlecht."

Überhaupt geht es dem Deutschen momentan nicht um Ergebnisse, auch wenn natürlich klar ist, dass man sich als Golf-Profi an eben diesen messen lassen muss. Momentan geht es allerdings um den Prozess mit dem Ziel, in jedem Teilbereich des Spiels noch ein Stück besser zu werden. An dessen Ende aber doch wieder eine Zahl stehen soll: eine unter 50 hinter seinem Namen in der Weltrangliste. Dieses Ziel hat sich der Deutsche für diese Spielzeit gegeben.

Kaymer ist aktuell zufrieden mit seinem Fortschritt und freut sich auf die Woche in der Heimat. "Man wird in dieser Woche den einen oder anderen Schlag haben, bei dem man vom Gefühl noch in Pebble Beach ist, das ist normal. Sich schnell umzustellen, ist sehr schwer. Wenn man wie in dieser Woche auf die European Tour zurückkommt, kann es schnell passieren, dass man es weniger fokussiert angeht – das kann fatal sein. Für mich ist es umso wichtiger, am Donnerstag und Freitag noch konzentrierter an den Start zu gehen. Damit eben Fehler vermieden werden, die passieren, weil man vom Spielgefühl noch in Pebble Beach ist. Es geht nicht, arrogant an den Start zu gehen und zu sagen, das sei ein einfacher Platz. Hier zu spielen, ist eine andere Art Golf zu spielen als vergangene Woche, aber nicht einfacher oder schwieriger."

An Energie dürfte es für die Woche in der Heimat nicht mangeln. 

BMW International Open

Platz: Golfclub München-Eichenried
Preisgeld: 2 Millionen Euro
Deutsche: Martin Kaymer, Marcel Siem, Maximilian Kieffer, Florian Fritsch, Max Schmitt, Nicolai von Dellingshausen, Dominic Foos, Philipp Mejow, Michael Hirmer (a), Marc Hammer (a), Martin Keskari, Sebastian Heisele
Stars: Matt Wallace, Sergio Garcia, Rafa Cabrera-Bello, Thorbjørn Olesen


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