04.03.2022 | 12:32

Adam Scott ohne Driver vorne dabei

Thomas Fischbacher
Thomas Fischbacher

Adam Scott verzichtet in Runde eins des Arnold Palmer Invitationals auf den Driver und glänzt. Stellt sich die Frage: Wegen oder trotz dieser Maßnahme?


Als Adam Scott von seiner ersten Runde des Arnold Palmer Invitational in Bay Hill, Florida, zurück ins Clubhaus kam, hatte er Grund zur Freude. Dass ihm nach dem Unterschreiben der Score-Karte bereits einige Reporter auflauerten, um Fragen zu stellen, ist immer ein gutes Zeichen. Denn zumeist bitten die Redakteure jene Spieler zum Gespräch, die eine gute Leistung abgeliefert haben.

Auf Scott, 41, traf dies absolut zu. Der Australier hatte seine Runde auf dem schwierigen Parcours mit 68 Schlägen gemeistert. Nach Spiel-Ende am Donnerstag bedeutete diese Ausbeute Platz fünf im prominent besetzten Feld.

Außergewöhnlich war an diesem Donnerstag der Umstand, dass Scott die Runde von vier Schlägen unter Par ohne einen Driver gelang. Auf die Nachfrage, welche Gründe den Ausschlag gegen den Driver und für ein Holz 2 seines Ausrüsters Titleist – wohl ein TSi2 Fairwayholz mit 13,5 Grad Loft, dem niedrigsten im Sortiment – antwortete Scott kurz und präzise. „Ich möchte mehr Fairways treffen. Beim Blick auf meine Statistik kann man schnell feststellen, dass meine Genauigkeit mit den Abschlägen nicht die beste Sache ist. Die Längen sind super, aber leider fliegen sie nicht gerade.“

Adam Scott: Keine Versuchung

Wäre der Schläger erst gar nicht in der Tasche, käme er auch nicht in Versuchung. So die simple Begründung. Beim Blick auf die bisherige Statistik in dieser Spielzeit fällt tatsächlich auf, dass der Wert von nur 52,7 Prozent getroffener Spielbahnen äußerst negativ aus dem Gesamtbild heraussticht. Die maue Trefferquote ist einer der entscheidenden Gründe, weshalb Scott aktuell nur auf dem 55. Rang im FedExCup positioniert ist.

Das Tagesergebnis wäre ja nicht allzu schlecht gewesen, erklärte Scott in einer ersten, spontanen Einschätzung weiter. Insofern kam er zu dem Fazit, dass er die richtige Entscheidung getroffen habe.

Laut Rundenstatistik fielen aber zwei Dinge auf: Nur ein Spieler aus den besten Zehn traf am Donnerstag weniger Fairways als Adam Scott. Und nur ein Spieler schlug seine Abschläge noch kürzer. Insofern kann man vorsichtig behaupten: Scotts Ergebnis war zweifelsohne stark, jedoch wohl weniger auf den Kniff im Bag zurückzuführen.

Entscheidung von der Situation abhängig

Scott stellte in einem späteren Gespräch mit der PGA Tour klar, dass die Strategie, keinen Driver zu verwenden, hauptsächlich auf den windstillen Bedingungen sowie dem Kurs-Setup beruhte: „Ich versuche nicht, allgemein vom Driver wegzukommen. Ich hatte nur das Gefühl, dass ich ihn hier nur ein paar Mal genutzt habe, und es nichts gebracht hat.“ Er könne ja auch mit dem Holz noch die Par-5-Bahnen mit dem zweiten Schlag erreichen.

Scott wisse noch nicht, ob er auch in Zukunft auf die neue Konstellation setzen wolle, erzählte er im Interview. Darüber sollte der Masters-Gewinner von 2013 auch nochmal genauer nachdenken.

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