13.05.2022 | 14:01

Medical Golfing – das Setup

Golftimer
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Medical Golfing – das Setup. Anatomisch richtig golfen von und mit den Autoren des neu erschienenen Guides „Medical Golfing“. Teil 1: die Ansprechposition – Übungen zur aktiven Verlängerung der Wirbelsäule.


Die Ursachen vieler Golfer-Beschwerden sind bekannt: Einseitige Belastung, fehlerhafte Technik und Überlastung haben unterschiedliche Schmerzen zur Folge. Mit den geeigneten Übungen aus der Spiraldynamik demonstrieren Dr. med. Christian Larsen, Petra Zbuzkova und Mario Caligari, wie es gelingt, anatomisch richtig zu golfen, um Verletzungen zu vermeiden.

In Bild-für-Bild-Anleitungen erklären sie, wie das Zusammenspiel des Bewegungsapparats funktioniert und wie man die eigene Golftechnik analysiert und in der Folge optimiert.

„Wir möchten allen Interessierten eine praktische Hilfe an die Hand geben, mit der es gelingt, wieder schmerzfrei zu golfen. Die Übungen haben wir als golfspezifisches Grundlagen- und Therapietraining konzipiert, das präventiv, also zur Vorbeugung von Beschwerden, und kurativ wirkt“, so Larsen, Zbuzkova und Caligari.

Medical Golfing – die Ansprechposition

Eine gute Ansprechposition öffnet das Tor zu einem tollen Golfschwung. Dazu braucht es einen klaren Fokus: den Körper und die Ballposition zum Ziel hin orientieren. Die vorgeneigte Haltung muss präzise von Kopf bis Fuß ausbalanciert werden.

Medical Golfing: Das Setup
Medical Golfing: Das Setup

Idealerweise ist die Ansprechposition ein müheloses, geerdetes und ruhiges Stehen. Das Setup umfasst verschiedenste Aspekte der Ansprechposition vor dem Schwung. Im Detail: Die Ballposition, die Stellung der Schlagfläche, die Länge des Schlägers, der Griff der Hände, die Standbreite der Füße, die Haltung des Körpers und die Ausrichtung des Körpers zum Ziel – all dies muss zusammenspielen.

Eine gute Ansprechposition öffnet das Tor zu einem tollen Golfschwung. Deshalb ist es wichtig, die Hauptfaktoren der Ansprechposition genau zu kennen und präzise zu üben.

Für viele Golfspieler und manchmal auch Golftrainer ist die Ansprechposition eine rein statische Angelegenheit, bei der vermeintlich keine Bewegung stattfindet. Diese Aussage stimmt biomechanisch gesehen nicht! Die Ansprechposition hat eine unsichtbare »Dynamik« – genauso wie der aufrechte Stand des Menschen, bei dem sich der Körper permanent gegen die Schwerkraft aufrichtet und ausbalanciert.

Um im Gleichgewicht zu bleiben, verlagert der Mensch unsichtbar ständig sein Gewicht auf den Füßen.

Was biomechanische Geräte exakt messen können, erlebt der Golfer idealerweise als ein müheloses und fest geerdetes, ruhiges Stehen.

In der Ansprechposition ist der Schwerpunkt des Körpers – dank der Vorneigung des Rumpfes und der Beugung der Beine – deutlich tiefer als im aufrechten Stand.

Diese vorgeneigte Haltung stellt noch einmal eine besondere Anforderung an den Körper dar, sie muss präzise ausbalanciert werden.

Die Wirbelsäule aktiv verlängern

Die Haltung der Wirbelsäule in der Ansprechposition beeinflusst maßgeblich, wie der Spieler seinen Rumpf und seine Schultern während der Schwungbewegung dreht. Sie ist entscheidend dafür, ob der Spieler viele Jahre lang schmerzfrei spielt.

Die Wirbelsäule aktiv verlängern
Die Wirbelsäule aktiv verlängern

Das Wort Wirbelsäule weist auf die Kombination von Bewegung und Stabilität hin. Golf gehört zu den Sportarten, in denen beides gefordert ist. Der Rumpf und die Schultern des Golfspielers drehen sich während des Golfschwungs enorm. Die Wirbelsäule als Achsenorgan des Rumpfes initiiert, führt und stabilisiert die Bewegung. Dabei wird ihr koordinativ wie mechanisch viel abverlangt.

Eine aktiv verlängerte Wirbelsäule ist die beste Grundvoraussetzung für eine so komplexe Bewegung. Sie kann die Kräfte der Rotationsbewegungen gleichmäßig auf alle ihre Abschnitte verteilen – ohne Knick, Stauchung oder Überdehnung. Alle Gelenke, Bänder und Muskeln werden mobilisiert.

Mit einer langen Wirbelsäule kann der Körper effizient um die eigene Längsachse drehen, die konstante Haltung während des Golfschwungs aufrechterhalten und den Golfschläger schwingen lassen. Deshalb lohnt es sich, spezifische Übungen in das Golftraining einzubauen.

Wichtig: Beim Golfschwung ist die aufrechte Wirbelsäule leicht nach rechts gebeugt (bei Rechtshändern), weil die rechte Hand den Schaft des Golfschlägers tiefer greift als die linke.

Auch die rechte Schulter sinkt tiefer als die linke. Diese leichte „Schiefe“ ist also kein Fehler und kein Grund zur Besorgnis.

Medical Golfing Übungen

1. DER PRINZENSITZ

Medical Golfing Übung: Der Prinzensitz
Medical Golfing Übung: Der Prinzensitz

Ziel: Aktive Verlängerung der Wirbelsäule, Öffnung der Leiste.

Aktion: Begeben Sie sich in den Kniestand und stellen Sie ein Bein im 90-Grad Winkel auf. Die eine Hand ruht auf dem aufgestellten Knie, die andere auf Ihrem Becken.

Rollen Sie das Becken nach vorn aus und blicken Sie nach oben, der Kopf geht leicht in den Nacken; die Wirbelsäule verliert an Längsspannung.

Kommen Sie dann zurück in die Ausgangsstellung; dabei wird die Wirbelsäule aktiv verlängert. Zudem spüren Sie ein leichtes Dehnungsgefühl in der Leiste des knienden Beins.

Aufgepasst: Legen Sie eine weiche Unterlage unter das Knie, falls der Boden zu hart ist.

2. DER FROSCH

Medical Golfing Übung: Der Frosch
Medical Golfing Übung: Der Frosch

Ziel: Aktive Verlängerung der Wirbelsäule, Stärkung der Bauchmuskeln.

Aktion: Begeben Sie sich in den Vierfüßlerstand, mit den Händen unter den Schultern und den Knien unter dem Becken. Bauen Sie Längsspannung in Ihrer Wirbelsäule auf: Stellen Sie sich vor, Kopf und Becken würden in entgegengesetzte Richtungen gezogen.

Stellen Sie die Zehen auf und heben Sie unter Nutzung der Spannung der Wirbelsäule Ihre Knie vom Boden ab. Halten Sie die Stellung für wenige Sekunden und senken Sie die Knie dann wieder ab.

Diese Übung ermöglicht Längsspannung in der Wirbelsäule beim Golfschwung und sorgt für starke Rumpf- und Bauchmuskeln.

Medical Golfing – der Guide

Medical Golfing: Erschienen im Trias Verlag, Stuttgart, 2022
Medical Golfing: Erschienen im Trias Verlag, Stuttgart, 2022

Die beide Übungen, die nur einen kleinen Auszug aus insgesamt 216 golfspezifisch ausgewählten zu praktisch allen Aspekten des Golfspiels darstellen, empfehlen sich für eine aktive Verlängerung und Stärkung der Wirbelsäule. Damit auch Sie in Zukunft besser und vor allem gesund Golf spielen …

Über die Autorin/Autoren

Der Arzt und Forscher Dr. med. Christian Larsen ist Mitbegründer der Spiraldynamik® und Autor zahlreicher Bestseller. Seit seiner Jugend faszinieren ihn die Themen Bewegung, Bewusstsein und Medizin. Er praktizierte Yoga in Indien, Aikido in Japan und Survivaltrainings in Alaska. Heute joggt er und lässt sich für den Golfsport begeistern. Als Arzt setzt er sich seit dreißig Jahren für „gesunde Bewegung“ ein – oft mit verblüffenden Ansätzen und überraschenden Ergebnissen.

Petra Zbuzkova war Leistungs-Golferin und arbeitet heute als Physiotherapeutin und Pilates-Lehrerin am Spiraldynamik Med Center in Zürich. Fasziniert von spezifischen Bewegungsabläufen entdeckt sie immer wieder neue Zusammenhänge zwischen „Golf“ und „Medical“. Sie stellt individuell passende Übungen zusammen, um Haltungs- und Bewegungsmuster für Golferinnen und Golfer nachhaltig positiv zu verändern.

Mario Caligari wurde vom US-amerikanischen Magazin Golf Digest als einer der weltweit besten Golflehrer ausgezeichnet. Seit 2013 ist er der Nationalcoach des Golfverbands Liechtenstein. Er sagt: „Golfen kann jeder lernen. Dafür braucht es allerdings einen Lehrer, der bereit und fähig ist, auf die individuellen Bedürfnisse seines Gegenübers einzugehen.“ Er ist Swiss PGA Pro und Head Pro im Golf Club von Bad Ragaz.

Erschienen ist „Medical Golfing“ im Trias Verlag, Stuttgart, 2022. ISBN 9783432114408. Der Preis: € 34,99 zzgl. Versand. Auch als E-Book erhältlich.

Copyright: C. Larsen/Thieme

Info: www.thieme.de

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