28.02.2026 | 14:31

Neuroathletisches Golftraining: Übungen für den Griff

Leigh Whittaker
Leigh Whittaker
Leigh Whittaker

Neuroathletisches Golftraining:  Als Head Pro der ersten „Neurobasierten Golf Academy“ (NGA) Deutschlands lehrt Leigh Whittaker im Hofgut Georgenthal nach einem revolutionären Konzept.


Golf ist eine hochkomplexe Sportart, bei der Präzision, Timing, Bewegungskoordination und Körpergefühl entscheidend sind. Genau hier setzt Neuroathletik an.

Im ersten Teil unserer Serie zu diesem Thema haben wir erklärt, was neuroathletisches Golftraining bedeutet, und haben erläutert, warum der Griff so eine wichtige Rolle dabei spielt.

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Im zweiten Teil zeigen wir nun spezifische, neuroathletische Übungen zum Thema Griff und wie zudem mit dem neurowissenschaftlichem Ansatz Probleme behoben werden können.

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Neuroathletisches Golftraining: Übungen für den Griff

Übung 1: Die Hauptrezeptoren zwischen den Fingern aktivieren

Ziel: Die sensorischen Innervationsgebiete und die peripheren Nerven aktivieren, um die Fühlwerte zu optimieren und den Rahmen für den IST-Zustand im Gehirn zu verbessern.

So geht’s: Zwischen den Fingern die Haut reiben oder auch mit Vibration stimulieren, am besten einzeln. Dann kommt die andere Hand dran.

Sensorischen Innervationsgebiete und die peripheren Nerven aktivieren: Zwischen den Fingern die Haut reiben oder mit Vibration stimulieren
Sensorischen Innervationsgebiete und die peripheren Nerven aktivieren: Zwischen den Fingern die Haut reiben oder mit Vibration stimulieren

Übung 2, neuroathletisches Golftraining: Griffdruck finden

Ziel: Tonusmuster und Neuromechanik der Hand verbessern – nicht durch Entscheidung, sondern durch Reflexe im Gehirn. Dadurch können Spannungsmuster verbessert werden.

So geht’s: Greift die rechte Hand zu fest, reibe die Haut an deiner linken Seite von Fuß bis Kopf. Greife danach wieder und mache einen Schwung.

Tonusmuster und Neuromechanik der Hand verbessern. Dadurch können Spannungsmuster verbessert werden
Tonusmuster und Neuromechanik der Hand verbessern. Dadurch können Spannungsmuster verbessert werden

Übung 3, neuroathletisches Golftraining: Spannungsregulation der Handgelenke

Ziel: Das Gehirn benutzt nur Gelenke, die es unter Kontrolle hat. Wenn du deine Fingergelenke nicht ansteuern kannst, dann kann das Gehirn diese nicht nutzen, sondern weicht nur auf die Gelenke aus, die es unter Kontrolle hat. Bei vielen sind das häufig der Daumen und der Zeigefinger. Kontrolliere zusätzlich auch deine anderen Finger!

So geht’s: Führe 8er-Bewegungen mit deinen Fingern aus. Jeder Finger führt eine liegende 8 einzeln aus. Trainiere die Flex- und Extensionen der einzelnen Finger, indem du ein Gelenk nach dem anderen einrollst und dann wieder ausrollst.

Neuroathletisches Golftraining: Spannungsregulation der Handgelenke, damit das Gehirn alle Gelenke nutzen kann
Spannungsregulation der Handgelenke, damit das Gehirn alle Gelenke nutzen kann

Problembehebung mit neurowissenschaftlichem Ansatz

Nehmen wir uns meine Beobachtung bei unsicheren Anfängern als Fallbeispiel.

Das Nervensystem ist überfordert mit den vielen Informationen im Golfschwung. Ziel des neuroathletischen Golftrainings ist es nun, eine Automatisierung durch neuronale Wiederholung und Vereinfachung zu erreichen.

Übungen

Exploration über Kontraste: Verschiedene Griffarten bewusst übertreiben („extrem schwach und stark“), um dadurch neuronale Differenzierung zu fördern.

Schläger ohne Ball schlagen: Fokus auf Gefühl und Rückmeldung aus den Händen.

Kochlöffel-Übung: einmal täglich bewusst einen Kochlöffel „wie einen Schläger greifen“. Das führt zu einer Festigung des Griffmusters im Alltag.

Übungen mit neurowissenschaftlichem Fokus

Griffdruck Skala (1: leicht bis 10: sehr fest): Der Spieler schätzt vor jedem Schlag subjektiv seinen Griffdruck ein.

Ziel: unter 5 bleiben, das fördert die Selbstwahrnehmung und Entspannung. Versuche dreimal konstanten Griffdruck zu erzeugen mit geschlossenen Augen. Dadurch erhält das Gehirn ein „Reset“ der Griffwahrnehmung.

ZNS-Übung: Augen schließen und Griff finden. Griff einnehmen ohne visuelle Kontrolle. Dadurch werden die Körperselbstwahrnehmung (Propriozeption) und interne Referenzmuster gefördert.

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Fazit

Der Griff ist kein rein mechanisches Element – er ist ein neuro-motorischer Prozess, der über spezielles Training optimiert werden kann.

Neuroathletisches Golftraining: „Wer den Griff meistert, kontrolliert den gesamten Schwung. Der erste Kontakt ist der Schlüssel zum Erfolg.”
„Wer den Griff meistert, kontrolliert den gesamten Schwung. Der erste Kontakt ist der Schlüssel zum Erfolg.”

Mit einfachen, aber gezielten Übungen kannst du nicht nur deinen Griff stabilisieren, sondern auch dein gesamtes Golfspiel auf eine neue, sicherere Grundlage stellen.

Im nächsten Teil zum Thema neuroathletisches Golftraining gehe ich näher auf den zweiten Fokusbereich ein: A wie Ausrichtung. Bis dahin, wünsche ich viel Erfolg beim Training und viel Spaß auf der Runde …

Leigh Whittaker, Jhg. 1987, DOSB A Trainerlizenz, Fully Qualified PGA of Germany G2. Zertifizierte Neuroathletik-Trainerin, Ex-LET- und Symetra-Tour-Spielerin, College of Charleston Alumni, Head Pro im Hofgut Georgenthal.

Info: www.leigh-whittaker.de

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