09.05.2021 | 20:32

Die beiden wichtigsten Parameter im Golfschwung

Dr. Christian Haid
Dr. Christian Haid

Dr. Christian Haid erklärt die wichtigsten Parameter im Golfschwung. Dabei dient Ernie Els als Vorbild. 


Die Statistik ermöglicht Berechnungen zum perfekten Golfschwung und die Visualisierung eines rollenden Balles, der auf gekrümmter Bahn den Weg ins Loch findet. Für all jene, die sich von Bewegungsfreude anstecken lassen wollen, möchte ich an dieser Stelle tiefergehende Überlegungen zum Golfschwung anstellen.

Wir wissen, dass die Abfluggeschwindigkeit des Balles zum Großteil von der Schlägerkopfgeschwindigkeit im Treffmoment ab-hängt. Wir haben jedoch nur eine gewisse Zeit und einen gewissen Weg zur Verfügung, um den Schlägerkopf zu beschleunigen. Mittels Varianzrechnung kann man nun Bewegungsmuster ermitteln, mit denen man, mit der uns zur Verfügung stehenden Energie, die bestmögliche Schlägerkopfgeschwindigkeit erzeugt. Diese Berechnung zeigt auf, dass wir alle noch weit weg von einem Optimum sind. Selbst für Weltklassespieler eröffnen sich noch Möglichkeiten, und es ist nicht zwingend notwendig, Schlagweite nur mit Muskelmasse zu erreichen.

Die wichtigsten Parameter im Golfschwung

Die Varianzrechnung beinhaltet im Golfsport Differentialgleichungssysteme, die nicht ganz einfach zu lösen sind. Es gibt jedoch Möglichkeiten, sich diesen Lösungen zu nähern. Dazu muss man sich im Klaren sein, dass sehr viele Parameter in die Gleichungen einfließen, und man berücksichtigt nur die einflussreichsten.

Die zwei wichtigsten Größen sind die Bewegungsmöglichkeiten des Pendelsystems und der zeitliche Ablauf der Bewegung.

Um für den Leser Schlussfolgerungen zu ziehen, die dem Training und der Freude dienen, versuche ich nun in Worte zu kleiden, was in mathematischer Schreibweise vorliegt:

  1. Die Bewegung unseres Körpers muss möglichst frei sein. Die totale Fixierung auf den Ball ist kontraproduktiv. Die Bewegung läuft fließend über den Ort des Balles weiter. Denken Sie daher an Tanz, an Freiheit, an die Freude, sich zu drehen. Damit schaffen Sie die Voraussetzung für die Leichtigkeit des perfekten Golfschwunges.
  2. Die Bewegung beginnt langsam. Denken Sie an Ernie Els, der wegen seiner Ruhe im Schwung auch „Big Easy“ genannt wird. Die Vorstellung, am Ende des Rückschwunges sofort zuschlagen zu müssen, ist falsch. Die Berechnungen zeigen, dass wir nur bei einer langsamen Startbewegung die Möglichkeit haben, die quadratischen Gleichungen der optimalen Schlägerkopfbeschleunigung zu erfüllen. Das entspricht nicht unserer Intuition, aber der perfekte Golfschwung entsteht im Kopf.

So können wir aus der Not eine Tugend machen. Unsere Freiheit entsteht im Kopf. Unser perfektes Training benötigt die richtigen Vor-stellungen, ein Gefühl für Rhythmus und die Freude am Tanz. Die Freude an der Perfektionierung unseres Tuns begleitet uns ständig.

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