01.04.2019

Verbessern Sie Ihr Spiel mit DJ II

golftime
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Blick hinter die Kulissen – Teil 2: Dustin Johnson und sein engster Beraterkreis über den Weg zur Weltspitze. Und wie Sie das Maximum aus Ihrem eigenen Spiel herausholen. 


Vor meinem U.S. Open-Sieg 2016 hat sich niemand sehnlicher gewünscht, einen Major-Sieg nach Hause zu bringen. Ich war so nah dran. 2010 führte ich bei der U.S. Open mit drei Schlägen und brachte es nicht nach Hause. Dann verpasste ich das Stechen bei der PGA durch eine Strafe am letzten Loch.

2011 spielte ich um den Titel bei der Open, bevor ich auf der 14 den Ball ins Aus schlug; dann drei Putts auf dem letzten Grün in Chambers Bay, um die U.S. Open zu vergeigen. Ich schätze, ich hätte mich von diesen Dingen beeinflussen lassen können. Wenn ich das getan hätte, wäre ich nicht die Nummer eins der Welt geworden. Stattdessen entschied ich mich für einen anderen Blickwinkel: Ich war nicht umsonst immer wieder nah dran, sondern weil ich extrem gut war.

Diese Perspektive half definitiv bei der erfolgreichen Finalrunde in Oakmont. Als ich zum ersten Mal auf die Tour kam, sprach ich ein wenig mit einem Sportpsychologen namens Dr. Mo Pickens, aber ich habe nicht wirklich das Bedürfnis nach einem Mentaltrainer verspürt.

Im College ließ ich mich vom Spiel verärgern, aber ich erkannte schnell, dass das beim nächsten Schlag nicht hilft. Ich habe gelernt, zwischen Dingen zu unterscheiden, die du kontrollieren kannst – deine Emotionen und Reaktionen, die Art, wie du dich selbst behandelst – und den Dingen, die du nicht beeinflussen kannst.

Ich versuche, aus jeder Situation – ob gut oder schlecht – das Positive zu ziehen und daraus zu lernen. Das zeichnet einen Weltklasse-Athleten aus – unabhängig von der Sportart. Klar, so etwas sagt sich leicht, aber ich denke, ich habe bewiesen, dass ich es kann. Golf ist ein Spiel, bei dem man deutlich öfter verliert als gewinnt. Es liegt aber an dir und an niemand anderem. Wenn dir das nicht gefällt, solltest du besser kein Golfer werden”.

Insider-Einblick – David Winkle, Manager, Hambric sports

„Eines der besten Dinge bei DJs U.S. Open-Sieg 2016 war, wie er mit der Strafe umgegangen ist. Die Klasse, mit der er damit umging, veranlasste die Menschen, anders über ihn zu denken. Ich bin seit 32 Jahren im Golfmanagement tätig und habe mein ganzes Leben lang Golf gespielt, und ich habe noch nie jemanden mit einer Einstellung wie DJ gesehen.

Er wird einfach nicht wütend oder frustriert. Ich habe noch nie gesehen, wie er geflucht hat oder einen Schläger kaputt gemacht hat. Ich sage ihm immer, dass er bei seiner Geburt mit Teflon beschichtet wurde – alles perlt direkt von ihm ab. Er hat auch diese unheimliche Fähigkeit, sich an positive Dinge zu erinnern und aus den schlechten zu lernen. Bei der U.S. Open 2010 führte er, kassierte im Finale eine 82 und sagte: ,Das hat mich wahrscheinlich bis zum nächsten Tag gestört.‘

2017 beendete er das WGC in Shanghai mit einer 77 und bilanzierte: ,Golf ist lustig. Es spielt wirklich keine Rolle, was du gestern getan hast.‘ Es gibt Menschen, die wütend werden, weil sich ihre Flüge verspäten oder weil sie im Verkehr stecken. DJ ist anders. Er verschwendet nie eine Sekunde seiner Zeit oder Energie, um sich um etwas zu sorgen, das er nicht kontrollieren kann. Er hat wahrscheinlich die beste Einstellung aller Golfer auf der Tour.“

Drei Dinge, die Sie von DJ lernen können:
  • Ein knapp verpasster Erfolg könnte als Zeichen des Scheiterns interpretiert werden. Es könnte auch als Beweis dafür angesehen werden, dass Sie dem Erfolg näher kommen. Wählen Sie wie DJ die gesündere, letztere Option.
  • Akzeptieren Sie Leistungsschwankungen. DJ weiß, dass er einige schlechte Schläge machen wird, und ist daher eher bereit, damit besser umzugehen. Wenn Sie dies berücksichtigen, werden Sie ein härterer, widerstandsfähigerer Golfer.
  • In einem Spiel, in dem wir öfter verlieren als gewinnen, ist es leicht, negativ zu sich selbst zu sein. DJ vermeidet diese Falle mit einer gesunden Einstellung zum Scheitern. Wenn es Lektionen zu lernen gibt, dann muss man lernen. Leichter gesagt als vielleicht getan, aber sicherlich ein zu verfolgendes Ziel.

“Gezielt fit werden” 

Ich war immer fit, aber zuletzt ist mein Fitnesstraining immer wichtiger geworden. Ich gehe durchschnittlich fünf bis sechs Tage pro Woche zum Workout. Es gibt ein fantastisches, golfspezifisches Fitnessstudio in der Nähe meines Wohnortes in North Palm Beach, Florida, das von Joey Diovisalvi geleitet wird. Mein Training dauert zwischen 90 Minuten und zwei Stunden. Diese Arbeit hat dazu beigetragen, dass ich zur Nummer eins der Welt wurde.

Für mich geht es nicht nur um den Körper, sondern auch um den Geist. Es hilft mir, mich stark zu fühlen, mich gut zu fühlen, und stärkt mein Selbstvertrauen; es ist gut zu wissen, dass du härter trainierst als deine Gegner. Zudem ist man weniger müde. Wenn Sie sich auf dem 18. Tee genauso fit fühlen wie auf dem ersten, ist das ein nicht zu unterschätzender Vorteil. Egal ob 18 oder 36 Löcher – ich fühle mich nie müde.

Nach dem Warm-up auf dem Fahrrad über 20 bis 30 Minuten beginnt das tagesspezifische Training. Normalerweise Brust und Bizeps, Rücken und Trizeps, oder Beine und Schultern; es ist ein komplettes Körpersystem, das viele golfspezifische Aktivitäten beinhaltet. Ich bin von Natur aus sehr beweglich, also geht es beim Stretching darum, diese Beweglichkeit zu erhalten. Ich habe noch nie irgendwelche Probleme gehabt… mal abgesehen vom Treppensturz am Vorabend des Masters 2017.

Das Training erlaubt mir, den Ball weiter zu schlagen, ohne die Kontrolle zu verlieren. Ich gebe bei den Abschlägen nur 85 bis 90 Prozent und schaffe dennoch 314 Yards im Schnitt. Dies ist ein wichtiger Grund, warum ich im letzten Jahr den 1. Platz in „Strokes Gained: Driving“ belegt habe”.

Insider-Einblick – Joey Diovisalvi , Fitness Coach

„Wenn ich mit DJ arbeite, verwenden wir bewährte Trainingspläne, optimieren diese aber, um einen professionellen Golfer bestmöglich zu unterstützen. Als Golfer braucht man Kraft, Beweglichkeit und die Fähigkeit, einen stabilen Schwung zu produzieren. Unsere Arbeit basiert auf diesen Bedürfnissen und umfasst Bereiche wie Hochintensitätstraining, Ausdauer, Herz-Kreislauf- sowie Krafttraining.
Stabilität

Wir können die Balance mit Bändern trainieren, wie z. B. Bogenschützen-Pose. Oder wir simulieren Sequenzen des Golfschwungs mit Hanteln und weit gestreckten Armen. Alles Übungen, die den Rumpf dazu anregen, Balance, Beweglichkeit und Stabilität aufrechtzuerhalten.

Kraft

Dazu gehört zum Beispiel Gewichtheben. Alles, was die Maximal- und die Schnellkraft trainiert. Um sich mit Höchstgeschwindigkeit zu drehen, benötigt ein Golfer eine maximale Explosivität.

Ausdauer

Dazu gehören Work-outs auf dem Laufband oder dem Fahrrad oder diverse Sprungübungen.

Koordination

Es geht um das Bewusstsein des Körpers für Bewegungssequenzen. Dabei helfen Sprung-, Dreh- sowie Agilitätsübungen – im Grunde alles, was die Fähigkeit des Körpers herausfordert, sich im Gleichgewicht zu drehen. „DJ’s körperlicher Zustand und sein Leistungsniveau beweisen die Bedeutung dieser Arbeit. In reduzierter Form kann es auch für Freizeitgolfer gut sein.“

Drei Dinge, die Sie von DJ lernen können:
  • Fitnesstraining kann für den Geist ebenso vorteilhaft sein wie für den Körper. Wenn du mehr Selbstvertrauen und Ausdauer hast, kann es dir den entscheidenden Vorteil gegenüber deinem Gegner verschaffen.
  • Mehr Kraft kann zu mehr Länge führen. Aber auch dazu, kontrollierter zu schwingen, ohne dabei Länge zu verlieren.
  • Wenn Sie regelmäßig mit dem golf-bezogenen Training beginnen möchten, suchen Sie einen Experten auf diesem Gebiet auf. So optimieren Sie den Erfolg und vermeiden Verletzungen.

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