27.01.2022 | 11:00

Was tun mit dem Probeschwung?

Nicole Gögele
Nicole Gögele

Generalprobe. Nicole Gögele über den Probeschwung als Brücke zwischen analytischer und sensorischer Wahrnehmung. Die vielfache Deutsche Meisterin erklärt, wie Sie ihn nutzen können.


Meine Kunden sagen immer wieder: „Der Probeschwung funktioniert so gut. Aber kaum liegt der Ball da, geht nichts mehr.“ Einige Golfer leiten für sich daraus ab, dass sie keinen Probeschwung mehr machen sollten, da der Probeschwung ja eh nichts bringt.

Beim Golf liegt die Herausforderung darin, seine Aufmerksamkeit im richtigen Moment im richtigen Bereich zu haben. Der richtige Wechsel zwischen analytischer und sensorischer Wahrnehmung ist, wie ich schon häufiger erläutert habe, eine der wichtigsten Fähigkeiten im Golf.

Die Wahrnehmung ist alles…

Und der Probeschwung ist eine der Schnittstellen, oder anders ausgedrückt, die Brücke zwischen diesen beiden Wahrnehmungsformen. Er transformiert unsere Schwung-Absicht in ein Schwung-Gefühl und ist deshalb sehr wichtig für den Erfolg eines Schlages.

Bei den meisten Spielern ist es jedoch genau andersherum: Beim Probeschwung wird gar nichts gedacht und einfach geschwungen (sensorische Wahrnehmung), doch kaum liegt der Ball da, fängt man an zu überlegen, was alles passieren soll und was nicht.

Man ist am Ball analytisch und das funktioniert nicht. Bei besseren Spielern und auch bei Tourspielern sieht man Probeschwünge als Teil ihrer Vorbereitung, bevor der Ball geschlagen wird. Dabei scheuen sie sich auch nicht, die gewünschte Bewegung deutlich zu übertreiben, um das Gefühl besser aufzubauen.

Nicole Gögele Probeschwung
Nicole Gögele beim Probeschwung

Probiere also folgendes …

Auf dem Bild oben versuche ich, ein deutliches Gefühl bei meinem Probeschwung für das Take-Away aufzubauen: Der Schlägerkopf soll vor den Händen sein, ohne dass diese sich vom Körper lösen. Nutze den Probeschwung als Teil der Vorbereitung und gehe sorgfältig und exakt durch, was du wie machen möchtest (deine typischen Schwunggedanken).

+++ Passend zum Thema: So geht Schwung umstellen +++

Übertreibe dabei gerne. Durch dieses Programmieren nimmt dein Körper wahr, wie sich die technische Anweisung anfühlt, und wandelt sie in ein individuelles Schwunggefühl um.

Dieses eigene Schwunggefühl lässt du dann ohne Verzögerung am Ball ablaufen. Und das bei jedem einzelnen Schlag, schalte bitte nie auf Automatik. Je besser dir das gelingt, desto mehr gute Schläge wirst du machen.

Denn eines sollte man sich immer wieder ins Gedächtnis rufen: Swing is feel, not thought. Am Ball sollte immer nur das Gefühl entscheiden.

Info: www.calmgolf.de

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