Leigh Whittaker: Neue Serie: Der Griff, Teil 1
Neurobasiertes Golftraining: Ab in die Zukunft!
Neurobasiertes Golftraining: Als Head Pro der ersten „Neurobasierten Golf Academy“ (NGA) Deutschlands lehrt Leigh Whittaker im Hofgut Georgenthal nach einem revolutionären Konzept.
Golf ist eine hochkomplexe Sportart, bei der Präzision, Timing, Bewegungskoordination und Körpergefühl entscheidend sind. Genau hier setzt Neuroathletik an.
Neuroathletik im Golfsport bedeutet, nicht nur am Schwung, sondern am Ursprung der Bewegung zu arbeiten – dem Gehirn. Dadurch werden Technik, Leistung und mentale Stärke auf ein neues Niveau gehoben.
Was ist Neuroathletik genau? Im Neuroathletik-Training werden gezielt die Anforderungen trainiert, die eine Bewegung an das bewegungssteuernde System des Sportlers stellt. Dieses System basiert auf drei zentralen Informationsquellen:
- Visuelles System (Augen)
- Vestibuläres System (Gleichgewicht)
- Propriozeptives System (Körperwahrnehmung)
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Ziel ist es, die Kommunikation zwischen Gehirn und Körper zu optimieren. Typische Trainingsformen sind:
- Augen- und Gleichgewichtsübungen
- Reize für Gelenke, Haut oder das Innenohr
- Individuelle Übungen zur Verbesserung der Bewegungsqualität
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Warum ist Neuroathletik im Golfsport wichtig?
Folgende positiven Effekte resultieren aus dem Neuroathletik-Training, wenn man es konsequent verfolgt und nachhaltig anwendet.
1. Bewegungskontrolle & Präzision: Ein stabil funktionierendes Nervensystem bedeutet bessere Kontrolle über Muskeln und Gelenke. Fehlerhafte Bewegungsmuster können frühzeitig erkannt und korrigiert werden.
2. Schnellere Reaktion &Anpassungsfähigkeit: Das Gehirn kann schneller auf veränderte Bedingungen (z. B. Wind, Hanglage) reagieren. Der Golfer fühlt sich sicherer und trifft bessere Entscheidungen.
3. Verletzungsprophylaxe: Ein gutes sensorisches Feedback reduziert die Gefahr von Überlastungen. Instabile Gelenke oder Bewegungseinschränkungen können durch neuronale Reize verbessert werden.
4. Mentale Stärke & Fokus: Neuroathletik stärkt auch kognitive Prozesse, die für Konzentration und Fokus entscheidend sind. Das Gehirn kann besser zwischen relevantem und irrelevantem Input unterscheiden – wichtig z. B. beim Putten oder unter Druck.
5. Individuelle Optimierung: Jeder Golfer hat ein individuelles neuronales Profil. Neuroathletik bietet maßgeschneiderte Übungen, die dort ansetzen, wo der Spieler es wirklich braucht.
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G.A.S.P. 2.0: Neurobasiertes Golftraining
Neurobasiertes Golftraining richtet sich nach dem „G.A.S.P.“-Prinzip. Gemeint ist der Fokus auf den Griff (G.), die Ansprechhaltung (A.), den Stand zum Ball (S.) und auf die Positionierung des Körpers. In diesem ersten Teil widmen wir uns zunächst ausführlich dem ersten Fokusthema: dem Griff.
Der Griff im Golf: Verbindung zwischen Körper, Kopf und Schläger
Der Griff bildet als einzige Verbindung zwischen Spieler und Schläger einen zentralen Baustein innerhalb der Basics. Dabei gibt es nicht nur „den einen“ Griff, sondern es gibt unterschiedliche Griffvarianten zur Bewältigung unterschiedlicher Schlagaufgaben.

Meine Erklärung des Griffes richtet sich zunächst an Neulinge und diejenigen, die einen funktionellen Griff haben möchten, um darauf aufbauend einen individuellen, „neutralen“ Schwung zu erzielen.
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Neurobasiertes Golftraining: Warum ist der Griff so wichtig?
Der Griff beeinflusst die Schlagflächenstellung, den Ballkontakt, die Schwungbahn und das Gefühl. Bereits 1 bis 2 cm Verschiebung können zu Slices, Hooks und anderen Fehlschlägen führen.
Viele Spieler „verlernen“ den richtigen Griff unbewusst durch schlechte Gewohnheiten.
Die Vorderkante des Schlägers steht auf 12 Uhr plan, damit eine neutrale Position gewährleistet ist. Die linke Hand wird als Erstes am Griff platziert, sodass er in den Fingerkuppen liegt.

Nun legst du den linken Handballen oben auf den Griff. Von oben betrachtet siehst du zwei Knöchel (Zeige- und Mittelfinger), der Daumen kommt in die Mitte.
Der Griffdruck mit dem Handballen im kleinen-, Ring- und Mittelfinger ist sehr wichtig, damit ein Hebel entsteht und der Schlägerkopf relativ leicht anzuheben sein müsste. Wenn nicht, dann den Druck leicht verringern.

Druck rausnehmen!
Wenn hier zu viel Druck auf den Daumen wirkt, entsteht ein Muskeltonus, der zu Problemen führen kann.
Nun greift die rechte Hand den Griff so von der Seite, dass die Lebenslinie den linken Daumen bedeckt. Der rechte kleine Finger kann entweder als „Interlock“ zwischen den linken Zeige- und Mittelfinger gelegt werden oder einfach obendrauf.

Ich empfehle den rechten Daumen zur linken Seite zu legen, da ansonsten zu viel Griffdruck entsteht, und das im Körper eine ungünstige Bewegung auslösen kann. Außerdem kommt hierbei am obersten Punkt des Rückschwungs zu viel Druck auf den Daumen und seine Sehne, was ausstrahlende Schmerzen zur Folge haben kann.
Der Griffdruck der rechten Hand sollte sanft sein und der Griff selbst eher in den Fingern als in der Hand liegen. Ansonsten droht die Gefahr, dass die rechte Hand den Schwung übernimmt, was ihn ungünstig beeinflusst.
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Neurobasiertes Golftraining: Griffkontrolle
Die Hände sind „Endstation“ des zentralen Nervensystems im Schwung. Ein unsicherer Griff kann neuronales Misstrauen auslösen, resultierend in Stressreaktionen und Muskelkompensation.
Ziel ist es, dem Gehirn eine verbesserte und damit eine hohe Qualität an Wahrnehmung zu liefern, um aufgrund dieser Reize die reflexartige Bewegung des Greifens und auch den Griffdruck während des Schlages beizubehalten, sodass das Ergebnis bestmöglich wiederholbar ist und damit konstantere Schläge generiert werden können.
Falsche Druckverteilung führt zu Spannung in den Unterarmen und beeinträchtigt den Rhythmus. Ein übermäßiger Griffdruck führt zu Verlust der Gefühlskontrolle, vor allem im kurzen Spiel.

Ein „zu schwacher Griff“ (Bild o.) fördert eine geöffnete Schlagfläche. Das führt zum Slice und zu unbewussten Gegensteuerungen durch eine Körperkompensation.
Auf der anderen Seite führt ein „zu starker Griff“ (Bild u.) zu einer geschlossenen Schlagfläche und einem Hook. Zudem ebenfalls zu unbewussten Gegensteuerungen durch eine Körperkompensation.

Im nächsten Teil folgen einige spezifische, neuroathletische Übungen zum Thema Griff …
Leigh Whittaker, Jhg. 1987, DOSB A Trainerlizenz, Fully Qualified PGA of Germany G2. Zertifizierte Neuroathletik-Trainerin, Ex-LET- und Symetra-Tour-Spielerin, College of Charleston Alumni, Head Pro im Hofgut Georgenthal.
Info: www.leigh-whittaker.de


