BIG MAX, der Global Player mit Sitz in Wien, expandiert in die USA und stellt nach zehn Jahren Entwicklung den neuen e-Ti vor, die elektronische Version des legendären TI-Push-Trolleys. Außerdem: Warum ein E-Trolley heute mehr können muss als nur fahren.
Elektrische Golftrolleys gibt es nicht erst seit gestern. Motoren, Akkus und Fernbedienungen gehören seit Jahren zum Inventar unzähliger Golfer, aber auch zahlreicher Golfanlagen.
Trotzdem bleibt der Ruf der Kategorie zwiespältig: kompliziert, fehleranfällig, serviceintensiv.
Genau an diesem Punkt beginnt die Geschichte des BIG MAX e-Ti – und sie beginnt nicht mit Elektronik, sondern mit einer grundsätzlichen Frage: Warum fühlen sich viele elektrische Trolleys eigentlich nicht natürlich an?
Was daraus entstand, ist nicht einfach die Elektrifizierung eines bestehenden Produkts. Es ist vielmehr die Mission, einen der erfolgreichsten Push-Trolleys Europas – den dreirädrigen BIG MAX TI – neu zu interpretieren – und dabei gleichzeitig Produktion, Service und Entwicklung neu zu denken.
Die Grundlage dafür entstand über Jahre, begleitet von unzähligen Prototypen, verworfenen Ideen und einem Entwicklungsprozess, der nie als abgeschlossen betrachtet wird.

Die Geschichte dahinter erzählt deshalb weniger von Motoren und Batterien sondern von Philosophie.
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Die größte Herausforderung war nicht die Technik
Wenn über elektrische Trolleys gesprochen wird, dreht sich vieles um Reichweiten, Akkukapazitäten oder Motorleistung. Intern lag die eigentliche Herausforderung offenbar woanders.
Denn für BIG MAX als Marke bedeutete der Einstieg in dieses Segment schon seit jeher vor allem eines: Risiko. Denn die Marke selbst beschreibt Maximilian Reiter als größten Vorteil – und gleichzeitig auch als größten Druck.
Ein Produkt könne aufgrund der Bekanntheit sehr schnell erfolgreich werden. Gleichzeitig dürfe man es sich praktisch nie erlauben, zu scheitern.
Ein fehlerhaftes Produkt würde nicht nur einen einzelnen Launch gefährden, sondern gleich die gesamte Marke beschädigen. Genau deshalb entstand eine Entwicklungskultur, die eher von Vorsicht als von Geschwindigkeit geprägt ist.

Die Entwicklung des e-Ti dauerte deshalb nicht zwei oder drei Jahre. Vielmehr spricht das Unternehmen von rund zehn Jahren Entwicklung, Testphasen und wiederholtem Verwerfen bereits bestehender Lösungen.
Die elektrische Version des renommierten TI-Push-Trolleys sollte erst erscheinen, wenn man überzeugt war, dass er dem Anspruch der Marke tatsächlich entsprechen würde.
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BIG MAX: Der e-Ti als Meilenstein
Interessant ist dabei: Bevor der bekannte TI-Rahmen elektrifiziert wurde, nutzte BIG MAX zunächst andere Modelle, um Antriebssysteme, Motoren und Software zu testen.
Erst als diese Systeme funktionierten, fiel die Entscheidung, den wohl wichtigsten Rahmen der Unternehmensgeschichte elektrisch aufzubauen.
Der Hintergrund ist nachvollziehbar: Der klassische TI-Rahmen gilt seit mehr als 20 Jahren als Kernprodukt des Unternehmens. Generationen von Modellen – vom TI 1000 bis zum TI Lite – formten jene charakteristische Rahmengeometrie, die heute Millionen Golfer auf ihren Runden begleitet.
Der e-Ti baut genau auf diesem Fundament auf. Gleiche Geometrie, gleiche Faltmechanik, gleiche Grundidee – nur eben elektrisch erweitert.

Dass man nicht sofort die komplexesten Elemente elektrifizieren wollte, sondern Schritt für Schritt vorging, beschreibt Reiter als bewusst gewählten Entwicklungsprozess: Zuerst den Antrieb verstehen, danach den Rahmen integrieren – und erst später weitere Komplexität zulassen.
„Den einfachen Weg hätte es gegeben — einen Rahmen nehmen, einen Motor dranhängen und verkaufen“, so Thomas Reiter.
„Aber so arbeiten wir nicht. Wir haben zehn Jahre lang entwickelt, getestet, verworfen und wieder angefangen, bis jedes Teil genau so funktioniert hat, wie es soll. Der e-Ti ist kein Kompromiss. Er ist das Ergebnis unserer Weigerung, einen einzugehen.“
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Qualität entscheidet sich nicht im Labor
Der vielleicht spannendste Gedanke hinter dem e-Ti ist die Definition von Qualität.
Denn laut BIG MAX entsteht diese nicht am Prüfstand, sondern dort, wo Golf tatsächlich gespielt wird: am Hang, in Kurven, auf unebenem Untergrund und während permanenter kleiner Richtungsänderungen.

Genau hier, so die interne Analyse, würden viele elektrische Trolleys unnatürlich wirken. Sie fahren zwar – fühlen sich aber nicht wie Gehen an.
Daraus entstand ein Entwicklungsansatz, der weniger auf reine Motorleistung fokussiert war, sondern auf Bewegungsgefühl.
Die Software steuert deshalb beide Hinterräder unabhängig voneinander. In Kurven verändert sie das Drehmoment einzelner Räder separat, sodass der Trolley nicht nur fährt, sondern Richtungsänderungen harmonischer umsetzt.
Dazu kommen automatische Bergab-Bremsfunktionen sowie eine Steuerung, die laut Unternehmen nicht nur reagiert, sondern Bewegungen antizipieren soll.
Die technische Grundlage hierfür bilden softwaregesteuerte Zwei- Motoren-Antriebe mit unabhängiger Radsteuerung sowie ein vollständig auf den Rahmen abgestimmter Antriebsstrang.
Die zentrale Idee dahinter: nicht einzelne Komponenten kombinieren, sondern ein System entwickeln.
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Warum „Made in Germany“ hier anders gemeint ist
Ein weiterer spannender Teil der Geschichte liegt nicht nur im Produkt selbst, sondern ebenso in der Produktion.
Denn BIG MAX verfolgt einen ungewöhnlichen Mittelweg: Während einige Hersteller komplette Systeme in Asien fertigen lassen und andere auf kleinere europäische Manufakturen setzen, kombiniert BIG MAX verschiedene Produktionsansätze.
Die Rahmen entstehen weiterhin innerhalb bestehender Produktionsstrukturen in Asien, während Elektronik, Montage und Qualitätskontrolle in der Produktionsstätte in Deutschland erfolgen.

Das Ziel: Fehlerquellen schneller identifizieren und beheben zu können. Deshalb wird laut Maximilian Reiter heute jeder Motor, jede Batterie, jede Gearbox, jede Verkabelung und jeder komplette E-Trolley einzeln getestet, bevor er das Werk verlässt.
Gleichzeitig holte man Elektronik-Know-how bewusst ins eigene Umfeld , um unabhängiger reagieren zu können.
Der Begriff „Made in Germany“ beschreibt deshalb weniger den klassischen Produktionsstandort – sondern vielmehr die Tatsache, dass wesentliche Wertschöpfungsschritte, Tests und Elektronikentwicklung in Deutschland stattfinden.
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BIG MAX: Service als Produktmerkmal
Vielleicht noch interessanter als Motoren oder Akkus ist die Frage, was passiert, wenn etwas nicht funktioniert.
Genau hier lag laut BIG MAX offenbar einer der wichtigsten Anliegen vieler Kunden und Händler: Was sie generell an E-Trolleys am meisten stört sind nicht der Antrieb oder die Leistung – sondern lange Reparaturzeiten, Versandprozesse und fehlende Transparenz.
Daraus entstand ein Servicekonzept, das bewusst anders aufgebaut wurde. Die Idee dahinter ist simpel: Der Trolley soll vom Kunden möglichst nie eingeschickt werden müssen.

Mechanische Teile bleiben daher kompatibel zum bestehenden Ersatzteilsystem, während elektronische Probleme über ein dreistufiges Diagnosesystem erkannt werden sollen.
Akku wechseln bedeutet gleichzeitig Controller wechseln – also im Prinzip neue Software, neue Elektronik und neues „Gehirn“. Laut Maximilian Reiter sollen sich rund 95 Prozent möglicher Probleme dadurch direkt lösen lassen.
Das Ergebnis klingt weniger nach klassischem Elektronikprodukt – sondern mehr nach modularer Plattform. „Wir haben Hunderte Kunden und vor allem Händler gefragt, was sie an elektrischen Trolleys am meisten stört“, resümiert Maximilian Reiter.
„Die Antwort war jedes Mal dieselbe: nicht der Antrieb, nicht die Leistung — sondern was passiert, wenn etwas nicht läuft. Einschicken, Wochen warten, keine Rückmeldung. Also haben wir das Servicekonzept komplett neu gedacht.
Drei Tests, ein Ersatzteil, ein Schraubenzieher. Der Händler kann das Problem direkt lösen, der Kunde verliert keinen einzigen Golftag. Das war keine Option — das war die Bedingung dafür, überhaupt ein elektrisches Produkt auf den Markt zu bringen.“
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Die besten Ideen entstehen nicht im Büro
Wer mit Maximilian Reiter über Produktentwicklung spricht, bekommt schnell den Eindruck, dass dort weniger klassische Entwicklungsabteilungen arbeiten – sondern eher ein dauerhaft aktiver Ideenfilter.
Im Gespräch beschreibt er, wie Inspiration überall entsteht: am Flughafen, im Fahrradgeschäft, in Einkaufszentren oder beim Blick auf Reißverschlüsse, Verschlüsse oder Materialkombinationen.

Fotos werden gespeichert, gesammelt und später wieder hervorgeholt. Nicht einzelne Elemente seien entscheidend, sondern deren Kombination.
Diese Denkweise erklärt auch, warum die Entwicklung neuer Produkte oft Jahre dauert. Denn das Unternehmen arbeitet permanent an mehreren Entwicklungsmodellen gleichzeitig.
Sobald ein Produkt erscheint, beginne bereits die Arbeit an der nächsten Generation. Teilweise laufen Entwicklungszyklen hierfür zwischen fünf und zehn Jahre.
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Der Blick geht längst über Europa hinaus: BIG MAX USA
Während der e-Ti aktuell im Mittelpunkt steht, scheint die nächste große Aufgabe nicht nur im Produktbereich zu liegen. Denn parallel investiert BIG MAX enorme Ressourcen und viel organisatorische Energie in die Expansion in die USA.

Mit Doug Wright verpflichtete das Unternehmen zu Jahresbeginn einen echten Branchenexperten für den Posten als CEO von BIG MAX USA.
Der Brite bringt 27 Jahre Erfahrung in der internationalen Golfindustrie mit, darunter viele Jahre in leitenden Funktionen bei Wilson Golf, zuletzt in Verantwortung für die globalen Commercial- Operations vom Standort Chicago aus.
„Das starke Wachstum unseres Geschäfts in den USA macht diesen Schritt zu einem wichtigen Meilenstein in der Weiterentwicklung unserer Omnichannel-Strategie. Doug Wright vereint strategische Weitsicht, tiefgehende Marktkenntnisse und ein exzellentes Netzwerk.
Dies sind ideale Voraussetzungen, um BIG MAX in den USA auf das nächste Level zu heben.“
Und auch beim Thema Elektrifizierung scheint die Geschichte noch lange nicht beendet.

Denn obwohl der e-Ti gerade erst vorgestellt wurde, laufen bereits weitere Entwicklungsprojekte parallel dazu – nicht nur im Elektrobereich, sondern über nahezu alle Produktkategorien hinweg, darunter auch beispielsweise der Launch der neuen Prime-Golfbag-Linie.
Am Ende erzählt die Geschichte des neuen BIG MAX e-Ti deshalb weniger von Elektrifizierung – sondern eher von einem Perspektivenwechsel.
Denn die eigentliche Frage war offenbar nie, wie man einen Motor in einen Trolley verbaut.
Die Frage lautete vielmehr: Wie baut man einen elektrischen Trolley, der sich nicht elektrisch anfühlt?
Und genau dort liegt möglicherweise ja der kleine – in diesem Zusammenhang aber sicherlich besonders feine – Unterschied.
Info: www.bigmaxgolf.com


