30.08.2021 | 10:43

„Das werde ich nie vergessen“

Thomas Fischbacher
Thomas Fischbacher

Bernhard Langer verpasst den Sieg, schafft aber dennoch einen Meilenstein, Stephan Jäger erobert die Spitze zurück und Bryson DeChambeau ermahnt seinen Mitspieler.


Zu all den Rekorden und Bestmarken, die Bernhard Langer im Laufe seiner Laufbahn bereits gesammelt hat, kam an diesem Wochenende eine weitere hinzu. Eine 64 zum 64. Geburtstag. Der Deutsche spielte an seinem Jubiläumstag erstmals sein Alter. Ein Erlebnis, das er „niemals vergessen werde.“

So konnte der Deutsche auch verkraften, dass die folgenden Runden von 66 und 70 Schlägen nicht ganz zu Sieg Nummer 42 auf der PGA Tour Champions reichte. Joe Durant triumphierte bei der Ally Challenge im Warwick Hills Golf and Country Club, Michigan, einen Schlag vor dem zweitplatzierten Deutschen. Der Lohn: Langer schob sich an Jerry Kelly und Jim Furyk vorbei und belegt nun wieder Rang eins im Schwab Cup, der Saisonwertung ei den Senioren.

„45 Jahre lang als Profi auf der Tour spielen zu können, das ist ziemlich ungewöhnlich. Hinzu kommt, dass ich die meiste Zeit davon auch erfolgreich war“, resümierte Langer. „Ich bin mir bewusst, dass ich sehr gesegnet bin. Ab und an muss ich mich kneifen.“

„Natürlich habe ich ein paar Wehwehchen, aber ich bin einigermaßen gesund. Ich kann noch ziemlich gut spielen und bin konkurrenzfähig. Ich weiß, dass die Uhr tickt und meine Karriere nicht ewig dauern wird, deshalb versuche ich, jeden Tag zu genießen, an dem ich mitspielen kann.“

Stephan Jäger wieder top

Genießen konnte das Wochenende auch ein weiterer Deutscher: Stephan Jäger beendete die Nationwide Children’s Hospital Championship als geteilter Zweiter und sicherte sich – wie sein Landsmann Langer – wieder Rang eins der Saisonwertung. Kommende Woche geht in Indiana das Saison-Finale der zweitklassigen Korn Ferry Tour über die Bühne.

Steht der Deutsche nach der Korn Ferry Tour Championship immer noch an der Spitze der Rangliste winken lukrative Turnierstarts in der kommenden Saison auf der PGA Tour. „Platz eins ist ein großes Ziel, denn damit kommt man in die Players Championship, in das Memorial Tournament oder das Arnold Palmer Invitational, allesamt richtig große Turniere“, erklärte er vor einigen Wochen im GT-Interview.

Siem glücklich trotz später Patzer

66, 68, 69 und 68 Schläge, Platz sieben, 41.986 Euro für das Race to Dubai und die Qualifikation für die Italian Open kommende Woche – für Marcel Siem endete der Ausflug zum European Masters in die Schweizer Berge sehr erfreulich. Auch wenn erneut zwei späte Schlagverluste (Bogey 16 und 18) eine noch bessere Platzierung zunichte machen, zog der Deutsche ein erfolgreiches Fazit.

„Nicht das erhoffte Ende heute, aber das gehört zum Spiel und zu meinem Weg zurück. […] Unter dem Strich bin ich sehr glücklich über mein Ergebnis“, so Siem auf Instagram. „Durch die Platzierung unter den besten Zehn darf Siem in der kommenden Woche auch bei der Italian Open abschlagen. Im Race to Dubai geht es auf den 126. Rang nach vorne. Das große Ziel sind die besten 110 für eine vollwertige Tour-Mitgliedschaft 2022. In der Weltrangliste entert Siem, 41, mit Platz 198 wieder die Top 200. Beim Wiederanpfiff der Tour nach der Corona-Pause im vergangenen Jahr hatte er noch außerhalb der besten 1.000 gelegen.

Solide unterwegs war in der Woche im Crans-Sur-Sierre Golf Club auch Martin Kaymer. Der deutsche Major-Sieger kam zwei Schläge hinter Siem als 18. über die Ziellinie. Im Race to Dubai ist der Deutsche als 39. weiterhin voll auf Kurs, sich für das Saisonfinale in Dubai zu qualifizieren. Am Höhepunkt der Saison auf der European Tour dürfen die besten 60 teilnehmen.

Cantlay gewinnt Thriller gegen DeChambeau

Bryson DeChambeau schrieb bei der BMW Championship Geschichte. Als erster Spieler überhaupt kam der Amerikaner nach vier Runden mit 261 Schlägen und einer Bilanz von 27 unter Par ins Ziel nach 72 Löchern, und nahm in der Folge keinen Pokal in Empfang. Patrick Cantlay lochte Putts aus allen Distanzen, um mit dem Longhitter zunächst gleichzuziehen und ihm schlussendlich in einem Stechen über sechs Löcher zu besiegen.

Als DeChambeau auf dem sechsten Extraloch seinen Birdie-Putt aus gut drei Metern verpasste – Cantlay hatte zuvor verwandelt – stand der dritte Saisonsieg des Amerikaner fest. Es war statistisch gesehen die beste Putt-Leistung eines Spielers seit dem Beginn der Strokes-Gained-Ära im Jahr 2004. Der Lohn: Ein fester Platz im Ryder-Cup-Team und die Führung im FedExCup. Was bedeutet: Cantlay startet bei der Tour Championship in East Lake bei zehn unter Par. Zwei Schläge vor dem zweitplatzierten Tony Finau.

Während der Runde hatte DeChambeau, der das Gespräch mit der Presse im Anschluss vermied, seinen Spielpartner Cantlay ermahnt, er wolle aufhören zu gehen, während er sich auf seinen Schlag vorbereite. Dazu Cantlay: „Wir wurden von den Regelhütern aufgefordert, schneller zu gehen, und ich bin nicht immer der schnellste, also habe ich versucht, meinen Teil zu tun, um das Spiel zu beschleunigen“, erklärte Cantlay. „Keine große Sache.“

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