23.08.2021 | 10:20

Helen Briem und Tim Wiedemeyer setzen sich durch

Golftimer
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Auch die zweite Auflage der Dross&Schaffer Schäfflertanz International Open im Golfclub München Valley war hochkarätig besetzt. Zudem bot sie dieses Jahr zahlreichen Zuschauern Golf auf internationalem Top-Niveau. Die Siegerpokale sicherten sich nach 54 Löchern Helen Briem vom Stuttgarter Golf-Club Solitude und Tim Wiedemeyer vom Münchener GC.


„Das hat sich wirklich angefühlt wie eine Deutsche U18-Meisterschaft – da waren sehr viele starke Spielerinnen am Start. Und es hat unglaublichen Spaß gemacht, auf diesem tollen Platz in einer so guten Konkurrenz zu spielen“, freute sich Helen Briem über ihre herausragende Vorstellung in Valley.

Nach 54 Löchern und Runden von 67, 70 und 68 Schlägen hatte die 16-Jährige Spielerin des Stuttgarter GC Solitude mit gesamt 11 unter Par nicht weniger als sieben Schläge Vorsprung vor Charlotte Back (69, 73, 70/-4) vom GC St. Leon-Rot. Rang 3 belegte Philipa Gollan (74, 74, 78/Par) vom Lübeck-Travemünder Golf-Klub.

Helen Briem beeindruckte vom ersten Tag an mit ihrem exzellenten langen Spiel. Und hatte den äußerst anspruchsvollen Par-72-Parcours des GC München Valley ebenso jederzeit im Griff wie die 32 Spielerinnen umfassende Konkurrenz.

Dross&Schaffer Schäfflertanz Int. Open 2021 Siegerfoto Damen (v.l.): Charlotte Back, Helen Briem, Philipa Gollan
Dross&Schaffer Schäfflertanz Int. Open 2021 Siegerfoto Damen (v.l.): Charlotte Back, Helen Briem, Philipa Gollan

„Ich habe Anfang des Jahres von Graphit- auf Stahlschäfte gewechselt. Und seither sind meine Schläge deutlich präziser geworden“, so die Siegerin. So konnte ihrem Spiel auch der in den ersten beiden Runden teils starke Wind nichts anhaben. Und dass die Bälle ebenfalls in den Runden 1 und 2 nach starkem Regen kaum rollten, kam der Longhitterin außerdem entgegen.

„Ich habe sehr oft mit meinen Hölzern abgeschlagen und konnte damit den Ball gut kontrollieren.“ Bestes Beispiel: An Bahn B1, einem 480 Meter langen Par 5, schickte sie ihren Ball vom Tee mit dem 3er-Holz 250 Meter weit auf die Reise. Und legte ihn dann mit dem Hybrid aus 230 Metern drei Meter an den Flaggenstock.

Den Eagle-Putt verpasste sie zwar knapp, doch das Tap-In zum Birdie beeindruckte auch die Konkurrenz. „Ich mag diesen Platz, mir gefällt Valley extrem gut“, so Helen Briem. „Natürlich auch wegen der Länge, aber die Anlage ist an sich einfach auch wunderschön.“

Helen Briem: Sieben Schläge Vorsprung

Zumal, wenn man mit dem Selbstvertrauen einer Siegerin des European Young Masters 2021 antreten kann, das Helen Briem im Juli in Finnland gewonnen und dabei bewiesen hatte: Sie ist aktuell die stärkste Spielerin des Jahrgangs 2005 in Europa.

Die inoffizielle Junioren-EM hatte sie dort mit zwei Schlägen Vorsprung gewonnen, dabei am letzten Loch einen Eagle gespielt.

„Der Sieg in Finnland war sehr gut für mein Selbstvertrauen, und hier in Valley jetzt mit sieben Schlägen Vorsprung zu gewinnen. Das fühlt sich natürlich auch mehr als gut an“, so die amtierende Deutsche Lochspielmeisterin.

Und zumindest ein weiterer Titel könnte in diesem Jahr noch dazukommen zu ihrer beeindruckenden Sammlung. Kommende Woche fliegt Helen Briem als Teil des Team Europe zum Ping Junior Solheim Cup nach Ohio in die USA (1. bis 3. September). Mit den bestmöglichen Referenzen im Gepäck, inklusive dem Titel der Dross&Schaffer Schäffler Tanz International Open 2021.

Helen Briem: „Es ist wirklich ein Mega-Turnier, und es ist toll, dass Valley und Danny Wilde das im letzten Jahr aus der Taufe gehoben haben. Wenn es künftig wie eigentlich geplant zu Beginn der Saison stattfindet, ist es wirkliche eine überragende Auftakt-Veranstaltung für unsere Wettspielsaison.“

Dross&Schaffer Schäfflertanz International Open: Neuer Termin für 2022

Und genau das ist der Plan: Ab 2022 soll die Dross&Schaffer Schäfflertanz International Open im Juni stattfinden, „der genaue Termin wird festgelegt, sobald der Wettspielkalender des Deutschen Golf Verbands festgezurrt ist“, so Turnierchef Danny Wilde.

„Wir haben dieses Turnier letztes Jahr aus der Taufe gehoben, um dem Nachwuchs eine Wettkampf-Plattform anbieten zu können. Wir möchten es aber unbedingt auch in Zukunft beibehalten und zu einem festen Bestandteil des Jahreskalenders der besten Spielerinnen und Spieler Deutschlands und Europas machen“, so Wilde.

Bundestrainer als Beobachter am Start

Dass das Event schon jetzt hohes Ansehen genießt, zeigt neben den gut besetzten Teilnehmerfeldern und den zahlreichen Zuschauern unter anderem auch die Anwesenheit der beiden Bundestrainer Christoph Herrmann (Jungen) und Sebastian Rühl (Mädchen). Sie besuchten das Turnier in Valley und begleiteten dabei ihre Nationalspieler und Mitglieder des Golf Team Germany. Fortsetzung folgt also, wenngleich für 2022 eine Änderung des Formats angedacht ist.

Wilde: „Vielleicht machen wir ein Matchplay, vielleicht aber auch ein Turnier speziell für die Altersklassen AK 16 und AK 14. Davon gibt es aktuell viel zu wenige in Europa. In jedem Fall aber wird die Dross&Schaffer Schäfflertanz International Open fortgesetzt.“

„Beste Finalrunde“ bei den Herren

So wie mit Helen Briem als Siegerin des European Young Masters 2021 auch den Valley-Titel für sich in Anspruch nehmen konnte, so siegte bei den Herren ihr Young-Masters-Pendant, der Münchner Tim Wiedemeyer.

Dross&Schaffer Schäfflertanz Int. Open 2021 Siegerfoto Herren (v.l.): Philipp Katich, Tom Haberer, Tim Wiedemeyer
Dross&Schaffer Schäfflertanz Int. Open 2021 Siegerfoto Herren (v.l.): Philipp Katich, Tom Haberer, Tim Wiedemeyer

Auch er hatte im Juli die EM des Jahrgangs 2005 in Finnland gewonnen, und auch er war in Valley erfolgreich. Allerdings nicht per Start-Ziel-Sieg, sondern dank einer ebenso spannenden wie sportlich hochkarätigen und letztlich für Wiedemeyer erfolgreichen Aufholjagd am Finaltag des Turniers.

Zunächst nämlich setzten sich nach 36 Löchern Tom Haberer vom GC Hannover und Philipp Katich vom GC St. Leon-Rot, beide ebenso wie Tim Wiedemeyer Mitglieder des Golf Team Germany, an die Spitze des Feldes. Beide lagen nach zwei Runden vier unter Par und damit zwei Schläge vor Wiedemeyer (70+72).

Was dann im letzten Durchgang folgte, war „die beste Finalrunde, die ich je gesehen habe“, so Vater Torsten Wiedemeyer, der den amtierenden Deutschen Lochspielmeister, Young-Masters-Champion und Team-Europameister 2021 am Fairwayrand begleitete.

Alle drei Akteure zeigten Golf auf hohem Niveau. Und nach zehn Löchern hatte Wiedemeyer den Rückstand aufgeholt. Das Trio lag nun schlaggleich sechs unter Par. Mit ständig wechselnder Führung ging es zurück zum Clubhaus. Die Vorentscheidung fiel dann an der 17, als Wiedemeyer an diesem Par 4 nervenstark zum Birdie einlocht, die Kontrahenten beide ein Bogey notieren mussten.

In der Manier eines Champions schließt der Sieger das Turnier wenig später mit einem Birdie an Loch 18 ab. Und gewinnt mit 8 unter Par und zwei Schlägen Vorsprung vor Katich und Haberer, die Rang 2 teilen.

„Mein Putten war gar nicht so gut diese Woche, aber ich habe durchweg sehr gute Eisen geschlagen und mit damit sehr viele Birdiechancen eröffnet“, so Wiedemeyer. „Das war wirklich eine der geilsten Finalrunden, die ich dieses Jahr so hatte“, so der Champion. „Da hätte wirklich jeder gewinnen können. Es war wichtig, geduldig zu bleiben und zugleich zu kämpfen.“

+++ Zum Thema: Knappe und Babnik Beste in Valley 2020 +++

Generalprobe für die ganz große internationale Bühne

Neben dem Titel, der Wiedemeyers beeindruckende Saison 2021 fortsetzt, ist vor allem dessen Entwicklung in den vergangenen 15 Monaten beeindruckend: 2020 wurde er bei der Schäfflertanz International Open 48., mit 12 über Par.

Nun hat er wie in der Konkurrenz der Damen Helen Briem bewiesen, dass er aktuell der stärkste Spieler des Jahrgangs 2005 in Europa ist. Wobei Wiedemeyer bei dieser Einordnung bescheiden abwinkt: „Sagen wir mal, ich bin ganz gut dabei.“

Wie gut er tatsächlich spielt, das wird sich schon nächste Woche zeigen, wenn der Spitzenspieler des Münchener Golf Club am 26. und 27. August bei der Jacques Léglise Trophy in Schweden an den Start geht. Dem prestigeträchtigen Vergleich der besten Nachwuchsspieler Kontinental-Europas mit einem Team aus Great Britain & Ireland.

Wiedemeyer gehört dort ebenso zum Europa-Kader wie seine Golf-Team-Germany-Kollegen Yannick Malik (St. Leon-Rot) und Tiger Christensen (Hamburg-Falkenstein).

Ganz gleich ob Ping Junior Solheim Cup oder Jacques Léglise Trophy: Der GC Valley war eine mehr als würdige und in jedem Fall sehr aussagekräftige Generalprobe für die Auftritte der Champions 2021, Helen Briem und Tim Wiedemeyer, auf der ganz großen internationalen Bühne.

Info: www.golfsportmanufaktur.de

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