03.07.2018

„Er hat betrogen“

golftime
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Joel Dahmen bezichtigt seinen Spielpartner Sung Kang des Betrugs. Dieser wehrt sich. 


Joel Dahmen hat nach dem Quicken Loans National einiges zu verarbeiten. Positiv wie negativ. Zunächst war da der Samstag. Der 30-Jährige, der sich mitten im Kampf um seine Tour-Karte befindet, spielte zusammen mit Tiger Woods. Eine besondere Erfahrung für jemanden, der die ganz große Bühne nicht gewöhnt ist.  „Es ist wie in einer anderen kleinen Welt. Man vergisst, was passiert. Manchmal vergisst man, dass man selbst auch Golf spielt.  Es ist so spannend, ihn zu beobachten, den ganzen Zirkus, den seine Person umgibt.“ Dahmen kam mit einer respektablen 69 (-1) zurück von dieser unwirklichen Runde Golf. So viel zum positiven Teil. 
Am Sonntag erlebte der Amerikaner eine eher unschöne Runde Golf, nach der er seinen Spielpartner Sung Kang beschuldigte, betrogen zu haben. Was war passiert? Kang verzog seinen zweiten Schlag auf dem Par 5 des zehnten Lochs ins Wasserhindernis. Im Anschluss entwickelte sich eine lebhafte und langwierige Diskussion, wo der Ball das Hindernis überquert habe und schließlich gedroppt werden müsse. Kang und Dahmen hatten diesbezüglich unterschiedliche Meinungen. Nach 25-minütigem Meinungsaustausch (die nachfolgende Gruppe spielte durch) , zu dem sich auch PGA-Tour-Offizielle gesellten, gestatteten die Regelhüter Kang schließlich, einen neuen Ball nahe des Grüns ins Spiel zu bringen. Von dort rettete er das Par und kam mit einer 64 ins Ziel. Der Lohn: Platz drei, 482.800 U.S.-Dollar sowie ein Ticket für die Open in Carnoustie.

„Kang hat betrogen“

Nach der Runde äußerte sich Dahmen auf Twitter: „Kang hat betrogen, er hat einen Drop an der falschen Stelle genommen. Ich habe alles versucht, die Regeln durchzusetzen, aber habe verloren. Es war ein klassischer Disput, wo und ob der Ball das Hindernis überquert hat. In diesem Fall hat er es todsicher nicht überquert. Wir sind 25 Minuten hin und her gelaufen, und am Ende hat er nahe des Grüns gedroppt.“
Auch die PGA Tour äußerte sich in einem Statement: „Ein Offizieller der PGA Tour interviewte beide Spieler, Caddies und Marshals in der Nähe. Er brachte Sung Kang dann an die Stelle zurück, wo er seinen zweiten Schlag ausführte, und Kang bestätigte seinen ursprünglichen Glauben, dass sein Ball das Hindernis überflogen habe. Ohne eindeutige Beweise für das Gegenteil, wurde angeordnet, dass Kang nach einem Strafschlag und anschließendem Drop seinen vierten Schlag wie vorgesehen ausführen konnte. Die PGA Tour wird diesen Vorfall nicht weiter kommentieren.“

Kang wehrt sich

Mittlerweile hat sich auch Kangs Management zu den Betrugsvorwürfen gemeldet: „Er steht zu der Entscheidung, die von den PGA-Tour-Regelhütern am Sonntag getroffen wurde und wird keinen weiteren Kommentar abgegeben. Er freut sich darauf, die Saison stark zu beenden, und ist begeistert von der Möglichkeit, in ein paar Wochen wieder bei der Open Championship dabei zu sein.“
Immerhin beeinträchtigte der Ärger nicht Dahmens Spiel: Mit drei Birdies und sechs Pars beendete er die Back Nine und verbesserte sich auf den 23. Rang, wodurch er auch im FedExCup ein paar Positionen klettern konnte. Fest steht: Es war ein ereignisreiches Wochenende für den Amerikaner.
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