3. Tag: Single Matches: Europa 15:13 USA
Team Europa holt den Solheim Cup 2026
Team Europa gewinnt den Solheim Cup 2026. In einem hochklassigen Finale in Bernardus Golf setzt sich das Team von Kapitänin Anna Nordqvist mit 15:13 Punkten gegen Titelverteidiger USA durch.
Mehr Spannung vor einem Finaltag war kaum möglich. Nach 16 Matches an den ersten beiden Tagen stand es bei der 20. Auflage des Solheim Cups zwischen Europa und den USA 8:8. Keines der beiden Teams hatte sich entscheidend absetzen können.
Bereits am Freitag waren sowohl die Foursomes als auch die Fourballs jeweils 2:2 ausgegangen. Am Samstagmorgen schien Team Europa dann erstmals die Kontrolle zu übernehmen. Die Gastgeberinnen gewannen drei der vier Foursomes und gingen mit 7:5 in Führung.
Doch die Antwort der Amerikanerinnen folgte am Nachmittag. Team USA drehte das Ergebnis in den Fourballs exakt um, gewann die Session 3:1 und stellte vor den zwölf Einzeln wieder auf Gleichstand.

Damit war die Rechnung für Sonntag einfach: Europa musste 6,5 der zwölf möglichen Punkte holen, um die 2024 verlorene Trophäe zurückzugewinnen. Den USA reichten sechs Punkte, um den Titel zu verteidigen.
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Solheim Cup 2026: Team Europa – Charley Hull soll den Ton angeben
Europas Kapitänin Anna Nordqvist traf bei der Aufstellung eine klare Entscheidung. LET-Champion Charley Hull sollte als erste Spielerin auf den Platz und sofort für europäisches Momentum sorgen.

Die Engländerin war an den ersten beiden Tagen gemeinsam mit Lottie Woad nicht wie erhofft in Fahrt gekommen. Nordqvist hielt dennoch an ihrer Führungsspielerin fest.
Am Sonntag zahlte sich das Vertrauen aus. Hull traf im ersten Einzel auf Megan Khang und lieferte genau den Auftritt, den Europa benötigte. Die Engländerin setzte ihre Gegnerin früh unter Druck und brachte den ersten blauen Punkt auf das Leaderboard.
Mit einem 3&2-Erfolg sorgte Hull für den perfekten Start in die Singles.
Europa führte 9:8.
Die blaue Welle rollt
Der Erfolg im ersten Match blieb nicht lange allein. Auf dem Platz entwickelte sich zunehmend ein Bild, das den zahlreichen europäischen Zuschauern in Bernardus Golf gefallen musste. Blau dominierte das Leaderboard.
Mehrere Europäerinnen lagen gleichzeitig in Führung. Was vor dem Start wie ein völlig offener Zweikampf ausgesehen hatte, verschob sich zunehmend in Richtung der Gastgeberinnen.

Besonders wichtig war dabei, dass nicht ausschließlich die erfahrenen Kräfte lieferten. Gerade die junge Generation, auf die Nordqvist bei ihrer Teamzusammenstellung vertraut hatte, hielt dem Druck des Finaltags stand.
Europa gewann sechs der ersten acht entschiedenen Singles. Aus dem 8:8 entwickelte sich innerhalb weniger Stunden eine Ausgangslage, in der die USA praktisch jedes noch offene Match benötigten.
Linn Grant bestätigt ihre starke Woche
Eine der herausragenden Europäerinnen des gesamten Wochenendes war Linn Grant. Die Schwedin hatte gemeinsam mit Maja Stark bereits an den ersten beiden Tagen eine zentrale Rolle gespielt. Besonders ihr Sieg gegen das zuvor ungeschlagene amerikanische Foursome-Duo Nelly Korda und Allisen Corpuz am Samstagmorgen hatte für Aufsehen gesorgt.
Am Sonntag bestätigte Grant ihre starke Form auch im Einzel. Damit lieferte sie einen weiteren wichtigen Baustein auf dem Weg zur europäischen Rückeroberung des Cups und unterstrich zugleich, wie wertvoll die schwedische Fraktion für Nordqvists Mannschaft war.
Julia López Ramírez besteht ihre Feuertaufe
Auch Julia López Ramírez gehörte zu jenen Spielerinnen, die Europa am Sonntag entscheidend voranbrachten. Die Spanierin bestritt ihren ersten Solheim Cup und stand damit erstmals allein auf einer Bühne, auf der jeder Putt unmittelbare Auswirkungen auf den Gesamtstand haben konnte. Von Nervosität war wenig zu erkennen.

López Ramírez holte ihren Punkt und bestätigte damit eine der großen europäischen Geschichten dieses Solheim Cups: Die Rookies waren nicht nur Ergänzungsspielerinnen, sondern trugen entscheidend zum Gesamterfolg bei.
Dass Nordqvist den Mut gehabt hatte, mehrere Debütantinnen in ihre Mannschaft zu integrieren, erwies sich spätestens am Sonntag als richtige Entscheidung.
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Alison Lee startet historische Aufholjagd
Aus deutscher Sicht begann der Finaltag zunächst nahezu perfekt. Esther Henseleit traf im Einzel auf Alison Lee. Die Amerikanerin war bis dahin eine der stärksten Spielerinnen des gesamten US-Teams gewesen. Henseleit wiederum hatte an den ersten beiden Tagen gemeinsam mit Leona Maguire beide Foursomes gewonnen.

Die Deutsche setzte diese Form zunächst eindrucksvoll fort. Henseleit übernahm früh die Kontrolle über das Match und baute ihren Vorsprung kontinuierlich aus. Nach elf Löchern lag sie bereits 4 up. Zu diesem Zeitpunkt deutete wenig darauf hin, dass dieses Match noch einmal kippen könnte.
Ein weiterer Punkt für Europa schien greifbar. Henseleit war auf dem besten Weg, ihre persönliche Bilanz auf drei Siege aus drei Matches auszubauen. Doch dann veränderte sich das Duell vollständig – Alison Lee begann auf den letzten sieben Löchern eine bemerkenswerte Aufholjagd. Während Henseleit ihre zuvor souveräne Linie nicht mehr halten konnte, spielte Lee ihre stärkste Phase des gesamten Tages.
Vier unter Par auf den letzten sieben Bahnen lautete ihre Bilanz. Loch für Loch schmolz Henseleits Vorsprung. Aus 4 up wurde 3 up. Dann 2 up. Schließlich war das Match wieder völlig offen.
Der psychologische Druck hatte die Seite gewechselt. Henseleit, die über weite Strecken wie die sichere Siegerin ausgesehen hatte, musste plötzlich darum kämpfen, wenigstens einen halben Punkt zu retten.

Die Entscheidung fiel auf der 18. Lee gewann auch das letzte Loch und vollendete damit eine der spektakulärsten Wenden in der Geschichte des Wettbewerbs. 1 up für Alison Lee.
Noch nie zuvor hatte eine Spielerin in einem Solheim-Cup-Einzel einen Rückstand von vier Löchern nach elf gespielten Bahnen noch in einen Sieg verwandelt. Für Henseleit war es ein bitteres Ende eines ansonsten starken Solheim Cups.
Solheim Cup 2026: Team Europa – starke deutsche Bilanz trotz bitterem Finale
Die Niederlage im Einzel ändert wenig daran, dass Esther Henseleit in den Niederlanden einen wichtigen Beitrag für Europa leistete.
Am Freitag hatte sie gemeinsam mit Leona Maguire gegen Andrea Lee und Lindy Duncan gewonnen. Am Samstag folgte der zweite Erfolg des Duos gegen Jennifer Kupcho und Rose Zhang. Gerade im anspruchsvollen Foursome erwies sich Henseleit damit als verlässliche Größe.
Ihre Gesamtbilanz beim Solheim Cup 2026 für Team Europa lautet nach drei Einsätzen zwei Siege und eine Niederlage.
Dass ausgerechnet das Einzel nach einer 4-up-Führung verloren ging, dürfte dennoch einige Zeit nachwirken. Zu diesem Zeitpunkt war der europäische Gesamterfolg allerdings bereits zunehmend in Reichweite.
+++Zum Thema: Solheim Cup 2026: Team Europe+++
Lottie Woad steht plötzlich im Mittelpunkt
Eine der interessantesten Geschichten des Sonntags schrieb Lottie Woad. Die junge Engländerin hatte an den ersten beiden Tagen gemeinsam mit Hull einen schwierigen Start in ihren ersten Solheim Cup erlebt. Nordqvist hielt dennoch an ihr fest.

Im Einzel zeigte sich, weshalb. Woad traf auf Auston Kim und lieferte unter zunehmendem Druck eine starke Vorstellung. Je näher die Entscheidung rückte, desto klarer wurde die Bedeutung ihres Matches.
Auf der 17 hatte Woad schließlich einen kurzen Putt, um ihr Match mit 2&1 zu gewinnen – und lochte. Europa stand damit bei 14 Punkten – und in den noch laufenden Matches war bereits mindestens der notwendige weitere halbe Punkt abgesichert.
Der Solheim Cup würde also nach Europa zurückkehren. Woad selbst schien im ersten Moment gar nicht vollständig bewusst zu sein, welche Bedeutung ihr Putt hatte.
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Und wieder Ciganda
Doch wenn ein Solheim Cup auf europäischer Seite entschieden werden soll, führt offenbar kein Weg an Carlota Ciganda vorbei.
Bereits 2023 in Finca Cortesín hatte die Spanierin für einen der ikonischen Momente der jüngeren Solheim-Cup-Geschichte gesorgt. Damals holte sie vor heimischem Publikum den entscheidenden Punkt, der Europa das 14:14 und damit die Titelverteidigung sicherte.

Drei Jahre später stand Ciganda erneut im Mittelpunkt. Ihre Gegnerin war Jennifer Kupcho. Während Woad Europa auf 14 Punkte brachte, lag Ciganda in ihrem Match bereits so deutlich vorne, dass mindestens ein halber Punkt sicher war. Damit war mathematisch klar: Europa würde die benötigten 14,5 Punkte erreichen.
Doch Ciganda wollte keinen halben Punkt. Sie beendete ihr Match vorzeitig mit 4&2 und besiegelte damit den europäischen Triumph endgültig.
Die USA hatten zuletzt 2024 im Robert Trent Jones Golf Club mit 15,5:12,5 gewonnen und damals den Solheim Cup nach mehreren erfolglosen Versuchen zurückgeholt.
Nur zwei Jahre später wechselte die Trophäe erneut die Seite. Nach allen zwölf Einzelmatches stand fest das Ergebnis schließlich fest: Europa 15:13 USA.
Die Gastgeberinnen gewannen die entscheidenden Matches früh genug, um den Druck permanent auf die Amerikanerinnen zu verlagern. Hull gab mit ihrem Sieg im ersten Match die Richtung vor, anschließend sorgten unter anderem Grant, López Ramírez und weitere Europäerinnen dafür, dass sich immer mehr Blau auf dem Leaderboard ausbreitete.
Woad brachte Europa schließlich bis unmittelbar an die Ziellinie, Ciganda erledigte den Rest.
Die USA hatten ihre Momente. Rose Zhang lieferte einen wichtigen Punkt, und Alison Lee sorgte gegen Henseleit mit der größten Aufholjagd eines Solheim-Cup-Einzels für eine der Geschichten des Tages.
Für die notwendige Wende im Gesamtklassement reichte es jedoch nicht.
+++Zum Thema: 20. Solheim Cup: Format, Zeitplan, etc.+++
Solheim Cup 2026: Team Europa – Anna Nordqvists Entscheidungen zahlen sich aus
Der Triumph ist auch der Erfolg von Anna Nordqvist. Die Schwedin hatte erstmals als Kapitänin die Verantwortung für Team Europe übernommen. Als Spielerin gehörte sie über viele Jahre zu den prägenden Figuren des europäischen Solheim Cups, nun musste sie den Wettbewerb aus einer völlig anderen Perspektive gestalten.

Einige ihrer Entscheidungen waren während der Woche diskutiert worden. Dazu gehörte beispielsweise ihr Vertrauen in Charley Hull und Lottie Woad, obwohl die englische Kombination in den ersten Sessions nicht die erhofften Ergebnisse geliefert hatte.
Am Sonntag bekam Nordqvist ihre Bestätigung. Hull gewann das erste Einzel. Woad lieferte jenen Punkt, der Europa bis an die Schwelle zum Gesamtsieg brachte.
Auch die Auswahl der Debütantinnen erwies sich als erfolgreich. Spielerinnen wie López Ramírez, Mimi Rhodes und Nastasia Nadaud übernahmen Verantwortung und sorgten dafür, dass Europa nicht ausschließlich von den etablierten Stars abhängig war.
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Kein US-Sieg in Europa
Für die Amerikanerinnen setzt sich hingegen eine lange Serie fort. Team USA wartet weiterhin seit 2015 auf einen Solheim-Cup-Sieg auf europäischem Boden. Damals gelang am Sonntag im Golf Club St. Leon-Rot eine spektakuläre Aufholjagd. 2026 sollte sich diese Geschichte nicht wiederholen.
Angela Stanfords Mannschaft hatte am Samstagabend noch allen Grund zum Optimismus. Das 3:1 bei den Fourballs hatte den europäischen Vorsprung vollständig eliminiert. Doch in den Singles fand das US-Team keine ausreichenden Antworten auf den enormen Druck von Team Europe von Beginn an.
Der Erfolg unterstreicht zugleich, wie stark Europa den Wettbewerb in den vergangenen Jahren geprägt hat. 2019 gewann Team Europe in Gleneagles mit 14,5:13,5 Punkten. 2021 folgte sogar ein Auswärtserfolg im Inverness Club. 2023 reichte in Finca Cortesín ein 14:14 zur Titelverteidigung.
Erst 2024 konnten die USA diese Serie beenden. Nun folgte die prompte Antwort.
Europa hat damit drei der vergangenen vier Solheim Cups gewonnen. Zählt man das 14:14 von 2023 hinzu, haben die Europäerinnen bei vier der vergangenen fünf Austragungen den Cup entweder gewonnen oder erfolgreich verteidigt.
In der historischen Gesamtbilanz bleiben die USA zwar vorne, doch die Kräfteverhältnisse der jüngeren Vergangenheit sehen deutlich ausgeglichener aus.
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Henseleit gehört zum Siegerteam
Für Esther Henseleit endet der zweite Solheim Cup ihrer Karriere damit trotz der Niederlage am Sonntag mit einem großen Erfolg. 2024 hatte sie bei ihrem Debüt noch den amerikanischen Triumpf über sich ergehen lassen müssen. Diesmal steht sie auf der anderen Seite.

Ihre zwei Siege gemeinsam mit Leona Maguire waren wichtige Bausteine auf dem Weg zum Gesamterfolg. Gerade am Freitag hatte das Duo dazu beigetragen, einen frühen amerikanischen Vorsprung wieder auszugleichen. Am Samstag folgte beim europäischen 3:1 in den Morning Foursomes der nächste Punkt.
Dass Henseleit im Einzel eine 4-up-Führung nicht ins Ziel brachte, gehört zu den bitteren Geschichten dieses Finaltags. Der entscheidende Unterschied zu 2024: Diesmal musste die Deutsche die Niederlage nicht lange verarbeiten. Wenig später feierte sie mit ihren elf Teamkolleginnen den Solheim Cup.
+++Zum Thema: Solheim Cup 2026: Europas Mission Heimsieg+++
Solheim Cup 2026 – Sunday Singles
- Charley Hull (EUR) – Megan Khang (USA): 3&2
- Esther Henseleit (EUR) – Alison Lee (USA): 1 up
- Linn Grant (EUR) – Angel Yin (USA): 4&3
- Mimi Rhodes (EUR) – Nelly Korda (USA): 4&2
- Nanna Koerstz Madsen (EUR) – Allisen Corpuz (USA): 2&1
- Nastasia Nadaud (EUR) – Andrea Lee (USA): 3&2
- Julia López Ramírez (EUR) – Yealimi Noh (USA): 3&2
- Lottie Woad (EUR) – Auston Kim (USA): 2&1
- Leona Maguire (EUR) – Lauren Coughlin (USA): 2&1
- Maja Stark (EUR) – Lindy Duncan (USA): 3&1
- Carlota Ciganda (EUR) – Jennifer Kupcho (USA): 4&2
- Céline Boutier (EUR) – Rose Zhang (USA): 2 up
Session: Europa 7:5 USA
Endstand: Europa 15:13 USA


