09.04.2021 | 09:25

Im Kampf gegen Holyfield

Thomas Fischbacher
Thomas Fischbacher

Augusta entwickelt sich am Donnerstag zur blühenden Bestie. Sergio Garcia spricht von einem Kampf gegen Holyfield. Ein Engländer tanzt aus der Reihe. Bernhard Langer erinnert sich an 1985.


Der Platz Augusta National hatte in den vergangenen Austragungen ein wenig an Schrecken verloren. Zuletzt tobte sich die Weltelite im November auf einem aufgeweichten Kurs aus. Dustin Johnson gewann mit 20 unter Par. Ein historischer Tiefstwert, den die Damen und Herren in den grünen Jacken, die sich um das Major-Turnier in Augusta, Georgia, kümmern, nur zähneknirschend akzeptiert haben dürften.

Aber was machen? Bei viel Regen wird der Platz weich. Dagegen können sich selbst die besten Greenkeeper der Welt mit den effektivsten Drainage-Methoden nichts machen. Bei weichen Bedingungen bleiben die Bälle auf den Grüns kleben. Unter diesen Umständen geht es weit unter Par.

Mutter Natur bestimmt, wie schwierig es wird bei einem Golfturnier. Sie steuert den Wind, der es schwierig macht, die Längen zu kalkulieren. Und den Regen im Vorfeld, der den Platz austrocknet und das Spiel erschwert.

Erinnerungen an Johnsons Sieg

Beim Masters 2021 sieht es bislang so aus, als entwickle sich das Ergebnis eher in Richtung Zach Johnson, der 2007 mit insgesamt eins über Par gewann. Damals war es kalt, trocken und stürmisch.

Bislang ist es in diesem April trocken, etwas windig, aber angenehm warm. Die Ergebnisse: Im Schnitt 74,5. Nur zwölf Spieler unter Par. Rory McIlroy, Sergio Garcia und Bryson DeChambeau? 76 Schläge zum Auftakt. Lee Westwood und Matt Kuchar? Sogar 78. Garcia, der Turniersieger von 2017, resümierte, er habe sich nach gefühlt wie nach einem Kampf gegen Evander Holyfield. Den jungen wohlgemerkt.

Natürlich kamen auch einige glimpflicher davon: Dustin Johnson unterschrieb eine 74 inklusive abschließendem Doppel-Bogey auf Bahn 18. Bernd Wiesberger und Bernhard Langer kamen ebenfalls mit einer 2-über-Runde zurück zum Clubhaus an der großen Eiche. Sie teilen einen respektablen 30. Rang. Langers selbstbewusstes Fazit: “1985 hatte ich auch eine 74 zum Auftakt. Und habe gewonnen.”

Nur Rose blüht auf

Bei einem Spieler sind die durchweg schwierigen Bedingungen nicht angekommen. Justin Rose lag nach sieben Löchern bei zwei über Par, landete dann aber immer wieder zielgenaue Treffer gegen den scheinbar unüberwindbaren Gegner. Genauer gesagt: Sieben Birdies und ein Eagle. Er hatte Holyfield kurz vor dem K.O.

65 Schläge bedeuten am Ende einen klaren Punktsieg. Zumindest für den Eröffnungstag. Rose führt bei sieben unter Par vier Schläge vor Brian Harman und Hideki Matsuyama. Auf Platz vier (-2) folgen: Will Zalatoris, Christiaan Bezuidenhout, Webb Simpson und Patrick Reed.

“Wenn Sie mir auf dem achten Loch gesagt hätten, dass ich eine 65 schießen würde, hätte ich gesagt ‘keine Chance, dieser Platz spielt sich ein bisschen zu knifflig dafür’”, erklärte Rose. “Aber es ist unglaublich. Es ist eine gute Erinnerung daran, dass man einfach nie weiß, was da draußen passieren kann.”

Die Golfwelt ist gespannt, mit wem die besten der Welt am Freitag in den Ring steigen werden.

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