03.09.2022 | 19:12

Martin Kaymer sagt Wentworth ab

Golftimer
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Martin Kaymer hat seine Teilnahme an der, kommende Woche im englischen Wentworth anstehenden, BMW PGA Championship zurückgezogen. Als Begründung gab der zweifache Majorsieger an, das Gefühl zu haben, nicht willkommen zu sein.


Martin Kaymer war einer von 19 LIV Golf-Mitgliedern, die als Teilnehmer an der BMW PGA Championship in Wentworth, kommenden Woche, aufgeführt sind.

Doch angesichts der zu erwartenden Spannungen zwischen den LIV-Golfern und Mitgliedern der DP World Tour bei deren Flaggschiff-Event, hat der Mettmanner beschlossen, nicht zu spielen.

„Natürlich wird es dort Reibereien geben, deshalb werde ich nicht teilnehmen“, sagte Kaymer am Donnerstag gegenüber Golf Digest, nachdem er das Pro-Am beim LIV Golf Invitational Boston beendet hatte.

„Ich muss nicht an einen Ort gehen, an dem ich mich nicht so willkommen fühle. Sie sagen es nicht, aber es ist so …“

„Ich liebe die European Tour und ich mag Wentworth. Ich denke, es ist ein Vorzeige-Event, an dem die Leute gerne teilnehmen“, so Kaymer weiter.

„Aber unter diesen Umständen versuche ich, da zu bleiben, wo die Energie hoch ist, wo die Energie positiv ist. Ich wüsste nicht, warum ich nach England fliegen und vier oder fünf Tage auf dem Golfplatz sein sollte, wo man nicht so willkommen ist. Das hat nichts mit der DP World Tour, den Spielern oder so zu tun … aber so, wie es im Moment steht, versuche ich mich fernzuhalten. Ich werde warten, bis sich alles beruhigt hat.“

BMW PGA Championship in Wentworth: Flaggschiff-Turnier der DP World Tour
BMW PGA Championship in Wentworth: Flaggschiff-Event der DP World Tour

Kaymer ist der erste LIV-Golfer im Feld des Turniers, der angekündigt hat, dem Turnier fernbleiben zu wollen.

Zu den anderen LIV-Golfern, die noch als Teilnehmer geführt sind, zählen Lee Westwood, Ian Poulter, Richard Bland, Graeme McDowell und Sergio Garcia. Zudem die Amerikaner Patrick Reed, Abraham Ancer, Talor Gooch und Kevin Na.

Letztere sind alle sind dank ihrer Platzierungen unter den Top 60 der Weltrangliste im Feld.

+++ Zum Thema: Memo von Keith Pelley an LIV-Spieler +++

DP World Tour hat erst 2023 Gerichtsverfahren

Ian Poulter (Foto: picture-alliance)
Ian Poulter (Foto: picture-alliance)

Während Spieler, die von der PGA Tour zu LIV Golf wechselten, von dieser suspendiert wurden, verhindern die Statuten der DP World Tour solch langfristigen Strafen. Zumindest noch zum aktuellen Stand.

Die Offiziellen der DP World Tour verhängten zunächst Geldstrafen und suspendierten Mitglieder, die zur LIV wechselten, für drei Turniere.

Aber ein britisches Gericht hob die Suspendierungen vorübergehend auf, bis eine vollständige rechtliche Prüfung, im Februar 2023, Klarheit schaffen soll.

Aufgrund dieses Urteils dürfen aktuell LIV-Golfer, die auf der DP World Tour spielberechtigt sind, an Turnieren teilnehmen. Auch wenn nur eine Handvoll von ihnen dies bis dato getan hat.

Ian Poulter und Laurie Canter sind beispielsweise zwei von ihnen, die diese Woche beim Omega European Masters in Crans-sur-Sierre am Start sind.

Bei der BMW PGA Championship wird es sich dabei etwas anders verhalten. Denn: Mit einem Gesamtpreisgeld von $8 Millionen und der Chance, begehrte Weltranglistenpunkte zu sammeln, ist die Anzahl der LIV Golf-Spieler bei dem Turnier derzeit die höchste seit der Einführung der rivalisierenden Liga.

Martin Kaymer bezieht sich auf Memo von Keith Pelley

Keith Pelley (Foto: picture-alliance)
Keith Pelley (Foto: picture-alliance)

Der Grund für Martin Kaymers Wentworth-Rückzieher beruht dabei auf einem Memo, das Tour-Boss eith Pelley diese Woche direkt an die LIV-Golf-Spieler senden ließ.

Darin hieß es unter anderem, dass sie „nicht am Pro-Am am Mittwoch teilnehmen müssen. Und auch nicht im Fernsehen zu sehen sein werden“.

Zudem bat Pelley die LIV-Spieler „aus Respekt vor unseren Partnern, unseren Fernsehsendern und Ihren Mitspielern während Ihrer Teilnahme in Wentworth keine Kleidung der Marke LIV Golf zu tragen.“

Und auch von Seiten der Spielerkollegen gibt es schon im Vorfeld des Turniers Gegenwind gegenüber den LIV Golf-Spielern.

So sagte Rory McIlroy am Sonntag nach seinem FedExCup-Sieg: „Es wird mir schwer fallen, nach Wentworth zu fahren und sie dort zu sehen. Ich hasse es. Das tue ich wirklich.“

Und Matt Fitzpatrick, wie auch McIlroy Mitglied beider Touren, sagte, er erwarte, dass sich die Dinge „peinlich“ und „seltsam“ anfühlen werden.

In seinen 15 Jahren auf der DP World Tour hat Kaymer elf Mal gewonnen. Sein letzter Sieg war der bei der U.S. Open 2014. Im Juni war der 37-jährige Mettmanner einer der Ersten, die zu LIV Golf wechselten.

Über die aktuelle Situation und die Hoffnung, dass sich die Touren „zusammenraufen mögen“, sagte Kaymer: „Die Hoffnung ist absolut da“. Ich weiß nur nicht, ob die Hauptverantwortlichen aller Touren in der Lage sind, Egos und persönliche Dinge hinter sich zu lassen und sich auf das große Ganze des Golfsports zu konzentrieren.

„Ich denke, es ist sehr gut für den Golfsport, was mit LIV und der PGA Tour passiert. All diese Dinge sind gut für die Spieler. Und ich hoffe und glaube, dass sich die Dinge vielleicht in zwei oder drei Jahren ändern und zum Guten wenden werden.

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