26.09.2021 | 23:49

Tränen beim Interview: McIlroy zeigt Gefühle

Thomas Fischbacher
Thomas Fischbacher

DeChambeau degradiert ein Par 5, Jordan Spieth geht fast baden und Rory McIlroy zeigt Gefühle – auch wenn die ganz große Spannung ausblieb, produzierte der 43. Ryder Cup emotionale und spektakuläre Szenen.


Bryson DeChambeau greift Par 5 an

Bryson DeChambeau hoffte bereits in den Proberunden, dass er während des Turniers am fünften Loch des Straits Course einmal bei ordentlichem Rückenwind stehen würde. Am Freitag war es soweit: 20 Stundenmeilen von hinten und der Längste überhaupt am Abschlag eines Par-5-Lochs mit einem Layout, das für seine Gewichtsklasse eine Abkürzung anbietet. Spektakulär waren an dem folgenden Hieb zwei Dinge: Einerseits die Fähigkeit, einen solchen Abschlag (381 Meter lang) ausführen zu können. Andererseits, der Schneid, ihn auf der größtmöglichen Bühne auch durchzuführen. DeChambeau pitchte seinen Ball nach dem Abschlag aufs Grün und lochte locker zum Eagle. Es war ein Golfschlag, der in Erinnerung bleiben wird. „Das im Wettbewerb so durchzuziehen, war unglaublich“, erklärte Team-Kollege Scottie Scheffler. „Ich habe mich auch sehr für ihn gefreut.“

Ball am Stock, Spieler am Ufer

„Achtung, wir könnten ihn verlieren“, erklärte Nick Faldo im U.S.-Fernsehen. Jordan Spieth hatte am ersten Tag des Ryder Cup seinen Ball, der in einem steilen Hang am Grün des 17. Lochs lag, mit vollem Schwung nach oben in Richtung Grün geschickt. Danach ging es für den Amerikaner bergab. Denn nach dem vollen Einsatz stolperte er den Hang in Richtung Lake Michigan herunter. Am Ende blieb Spieth trocken, er stoppte seine wilde Abfahrt unfallfrei kurz vor dem Ufer. Der Ball lag nahe am Stock. Punkte brachte es in der Partie gegen Rahm/Garcia keine, aber die B-Note war überragend.

Im Stile eines Weltranglistenersten

Sergio Garcia akzeptierte in manchen Phasen seiner Vierer-Partien an der Seite von Jon Rahm die Rolle des Beifahrers. Schön anschnallen und die wilde Fahrt genießen. Am Samstag spielte sich der spanische Weltranglistenerste bisweilen in einen Rausch, lochte von fast überall und machte so gut wie keine Fehler. Über diese Qualität staunte der Spielpartner nicht schlecht.

Lowrys Emotionen

Es war einer dieser Momente, für die Golffans den Ryder Cup lieben. Shane Lowry locht zum Par auf der 18 und sichert seinem Team einen Punkt. Danach Jubelszenen, die man eben besonders beim Ryder Cup so häufig erlebt. Leider waren es eher seltenere Momente aus europäischer Sicht. Jener, in dem Shane Lowry seinen ersten Punkt erringt, blieb aber dennoch in Erinnerung.

McIlroys Tränen

Ein bewegendes Interview gab Rory McIlroy nach seinem Sieg im Einzel gegen Xander Schauffele. Er war enttäuscht, sein Team im Stich gelassen zu haben. Und unterbrach das kurze Gespräch am Grünrand immer wieder, um sich zu fangen. Ein menschlicher Auftritt, der erahnen lässt, wie eingeschworen dieser europäische Haufen ist.

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