29.05.2018

Zwischen den Touren

Thomas Fischbacher
Thomas Fischbacher

Eine Sonderregelung der PGA Tour zwingt Justin Rose, in Texas abzuschlagen. Eigentlich hatte der Engländer vor, in der Heimat dabei zu sein. Am Ende hält er eine Trophäe in der Hand.


Was auf der PGA Tour die Players Championship darstellt, ist auf der European Tour die BMW PGA Championship. Flagship Events werden sie auf englisch genannt. Was bedeutet: das wichtigste Turnier des Jahres für die Verbände. Ein Pflichttermin.

Eigentlich auch für jene Elite-Spieler, die auf beiden Touren unterwegs sind. Einige Hochkaräter fehlten allerdings vergangene Woche im nobeln Wentworth Club. Zum Beispiel Justin Rose, der lieber beim Fort Worth Invitational auf der PGA Tour abschlug, anstatt in der englischen Heimat auf der Tour anzutreten, die die Basis für die späteren Erfolge legte. „Schwach, Herr Rose“, ist man geneigt zu denken.

Doch der U.S.-Open-Sieger von 2013 hatte einen guten Grund, das Turnier abzusagen und stattdessen in Texas mitzuspielen. Schuld am Fehlen des Engländers war in diesem Fall vorwiegend die PGA Tour, genauer gesagt, eine Sonderregelung. Die PGA Tour schreibt ihren Mitgliedern vor, dass Sie jedes Jahr bei einem Turnier spielen müssen, bei dem sie in den vergangenen vier Spielzeiten nicht mit von der Partie waren.

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„Es war offensichtlich eine schwierige Entscheidung“, erklärte sich Rose. „Wenn ich dieses Event nicht hinzufügt hätte, wäre mir die Zeit davon gelaufen. Weil ich vor den U.S. Open nichts hinzufügen wollte. Nach den U.S. Open bin ich dann zurück in Europa. Dann folgt der FedExCup.“

Hätte Rose diese Woche nicht gespielt, hätte er diese Verpflichtung nicht erfüllt, deshalb der Start in Texas. Die Tour-Karte für die PGA Tour wäre in Gefahr gewesen. Überspitzt könnte man sagen: Rose, der das Turnier in Texas souverän gewinnen konnte, wurde von der Tour zum Sieg gezwungen.

Kurios an der Sache: Die European Tour schreibt wiederum ihren Mitgliedern vor, mindestens ein Turnier im Geburtsland zu absolvieren. Zum Glück gibt es im Oktober noch das British Masters, bei dem Rose als Gastgeber fungiert. Ansonsten hätte sich diese Woche im Mai als echte Zwickmühle herausgestellt.

Im nächsten Jahr kann Rose übrigens bei beiden Events mit dabei sein. Die BMW PGA Championship findet 2019 erst im September statt.

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